Fairsharing und Kapitalismus

Habe neulich die Unterschriftenliste von Fairsharing unterzeichnet. Es war mehr ein politischer Akt, denn eigentlich bin ich nie „potentiell straffällig“ durch das Tauschen von Musik, Videos oder ähnlichem geworden. Es geht mir hier lediglich darum, etwas gegen die Kriminalisierung von Leuten zu tun, die nur ihre Bürgerrechte ausüben wollen, und ich halte die Privatkopie für ein Bürgerrecht.
Ich habe allerdings auch Einwände gegen eben diese Kampagne: Ich halte nichts von ihrer zentralen Forderung, der Kulturflatrate. Das ist so etwas wie die Rundfunkgebühr: Ich finde es zwar richtig, dass es so etwas wie öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, aber der sollte sich auch selbst finanzieren (eventuell unterstützt durch Steuern). Eine Rundfunkgebühr als Sondersteuer halte ich für unangemessen, zumal wenn sie zwangsweise beigetrieben wird. (Was nicht bedeuten soll, dass ich meine Rundfunkgebühr ungern zahle.) Eine allgemeine Kulturflatrate halte ich ebensowenig für wünschenswert. Kultur kann nur subventioniert existieren, aber es gibt inzwischen auch Modelle für Freie Inhalte, die auch ohne Kulturflatrate zu funktionieren scheinen. Ich denke, dass man über eine freiwillige Unterstützung viel mehr erreichen kann als über Zwangsabgaben.
Ich bin eben doch eher (links-) liberal gesinnt. Die Idee einer Zwangsabgabe passt mir also nicht ins Konzept. Sie riecht ein wenig nach den Ideologien, die man bisweilen aus den Reihen von Attac hört. Eine platte, ja beinah neo-kommunistisch anmutende Kapitalismuskritik halte ich für wenig hilfreich, die heutigen gesellschaftlichen Probleme zu lösen, vor allem wenn es um Fragen der Kultur geht.

2 Responses to “Fairsharing und Kapitalismus”

  1. Feivel says:

    schön, dass man wieder was von dir lesen kann. dachte du hast dein tagebuch schon aufgegeben.

    lg chris

  2. maha says:

    ich habe es nicht aufgegeben, ich schreibe jetzt nur „selbstverwaltet“…

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