Deutsche Bahn

Ein schöner Luxus ist die BahnCard 100, die ich seit Februar besitze. Inzwischen hat sie sich für mich sogar schon rentiert – natürlich nur, wenn ich auch die ersparten Nahverkehrsausgaben und die Steuerersparnis miteinberechne. Berichtenswert ist allerdings, welche Schwierigkeiten ich beim Erwerb der BahnCard hatte. Ich kann erst jetzt davon berichten, weil die ganze Geschichte erst vor Kurzem zum Abschluss kam.
Ich hatte mich vorher informiert, dass ich die BahnCard wie eine Fahrkarte am Bahnhof erwerben kann. Ich ging also zum Bahnhof und tatsächlich: die freundliche Dame am Schalter druckte die provisorische BahnCard wie eine normale Fahrkarte aus. Dann füllte sie für mich noch den Erstattungsantrag für meine BahnCard 50 aus und gab ihn mir zum Unterschreiben. Ich frage Sie, ob ich nicht auch meine Bankverbindung angeben müsse zur Erstattung des Restbetrags. Sie entgegnete, dass das nicht notwendig sei, da es keine Erstattungen in Geld mehr gebe, sondern nur noch in Form von Reisegutscheinen. Ich erklärte ihr, dass ich da gerade eine BahnCard 100 kaufen würde, also keine Reisegutscheine mehr bräuchte. Sie überlegte etwas und ließ mich dann doch meine Bankverbindung auf das Formular eintragen, wobei sie aber murmelte, allen sei mitgeteilt worden, dass die DB kein Geld mehr auszahlen würde.
Nun kam der schwierige Teil meines Unterfangens: ich musste die BahnCard bezahlen. Da ich gerade keinen Geldkoffer mit 3250 Euro in kleinen Scheinen dabei hatte, wollte ich mit meiner EC-Karte bezahlen. Das ging leider nicht, denn die Bahn hat sich aus dem PIN-Verfahren ausgeklinkt. Zum Glück hatte ich auch eine Kreditkarte dabei. Für die hohe Summe benötigt man aber eine Autorisierung. Die musste die nette Dame telefonisch anfordern. Obwohl sie meine Kartennummer schon in die Telefontastatur eingegeben hatte, musste sie sie dann noch am Telefon vorlesen, was ich an dem inzwischen überfüllten Schalter gar nicht so gut fand, zumal dann noch meine persönlichen Daten lauthals durchgegeben wurden (Personalausweisnummer, Geburtsdatum usw.), aber schließlich bekam sie eine Autorisierungsnummer.
Inzwischen hatte sie aber einen Time-out bekommen und durfte alles noch einmal eingeben. Dann musste sie feststellen, dass es für die Autorisierungsnummer gar kein Eingabefeld gab, oder genauer: es gab ein Feld, aber man konnte dort keine Nummer eintragen. Nach kurzer Verzweifelungsphase entschied sich die DB-Angestellte, ihren Schalter zu schließen (was für etwas Unruhe bei der wartenden Menge sorgte) und sich mit ihrer Kollegin zu beraten. Beide suchten dann gemeinsam nach einer „Ritsch-Ratsch-Maschine“, mit der man Kreditkartenzahlungen im vorinformatischen Zeitalter erledigte. Sie fanden auch irgendwo noch eine solche Maschine, deren Stempelfarbe zwar völlig eingetrocknet, die aber sonst noch funktional war. Nachdem man ermittelt hatte, wie die Kreditkarte einzulegen ist, ohne sie zu zerstören, entstand dann auch im zweiten Durchgang eine Formular, in das man sogar die Autorisierungsnummer eintragen konnte.
So konnte ich dann endlich meine BahnCard entgegennehmen; die Dame hat dann erst einmal Feierabend gemacht.
Das Geld wurde zwar sofort abgebucht, aber die Erstattung ließ etwas auf sich warten. Erst vor ein paar Wochen wurden mir 300 Euro Restbetrag überwiesen. Außerdem musste ich einen Reisegutschein verfallen lassen, den ich noch wegen einer Verspätung hatte.

4 Responses to “Deutsche Bahn”

  1. maha says:

    Ja, mit Foto. Hab erst nachher erfahren, dass es auch ohne geht. Allerdings taugt das Foto gar nichts. Ich glaube kaum, dass die Videoüberwacher damit ihre Freude haben werden.

  2. schwuli says:

    kann man wenn man seine Bahncard verloren hat eine auf papier gedrucke Version anfordern

  3. maha says:

    Das weiß ich nicht genau. Einfach mal bei der DB fragen.

Leave a Reply