24, Der Maschinist, Control Room

Da mein letztes richtiges Ferienwochenende wieder zu verregnen drohte, hatte ich mich zu einem Videowochenende entschieden. Das hat den Vorteil, entspannend, unterhaltsam und lehrreich zu sein. Mit zwei anderen hatte ich mich verabredet, die dritte Staffel von 24 zu sehen. Das ist eine Action-Serie, die in Echtzeit über 24 Stunden verläuft, was aber wegen der Werbepausen nur knapp über 16 Stunden sind. Lang genug! Immerhin ergeben sich, wenn man alles hintereinander sieht (und nur so macht es Sinn), zwei volle Kinotage. Das war bei dem Wetter ganz passend! Allerdings hat mich die dritte Staffel im Vergleich zu den ersten beiden etwas enttäuscht. Es gab zuviel „Familientheater“. Am Ende hatte ich wirklich keine Lust mehr!
Am Sonntagabend wollte ich mir dann doch noch etwas Qualität gönnen, also nahm ich eine Flasche Sausenheimer Höllenpfad und den Film Der Maschinist in den Club mit. Der Film, den hukl empfohlen hatte, hat mir vor allem deshalb gut gefallen, weil die filmischen Mittel sehr ausgereizt wurden: Es gab keine lineare Erzählstruktur und die Farben wurden sehr suggestiv eingesetzt. Der Film, der ein wenig an einen meiner Lieblingsfilme, nämlich Memento erinnert, ist durchaus empfehlenswert – allerdings keine leichte Unterhaltung!
Anschließend gab es dann noch eine Doku, nämlich Control Room, über den Fernsehsender Al-Dschasira. Dort wurden ein paar interessante Fragen aufgeworfen: Was sind eigentlich Fakten? Manipulieren die Medien und werden sie manipuliert durch das, was die Zuschauer sehen wollen? Letzteres ist wohl der Fall. Und was Fakten betrifft, so sind sie von Interpretationen wohl kaum zu trennen – jedenfalls im Fernsehn. Der Film vermittelt aber ein durchaus positives Bild von Al-Dschasira. Schließlich ist es schon bewundernswert, in der arabischen Welt einen mehr oder weniger unabhängigen Fernsehsender zu betreiben. Sicher lässt sich über die Unabhängigkeit von Al-Dschasira trefflich streiten, aber das ist wohl bei vielen Sendern der Fall.

3 Responses to “24, Der Maschinist, Control Room”

  1. [...] Die vierte Staffel war deutlich besser als die zweite und die dritte. Die Story war insgesamt sehr viel zusammenhängender als die beiden Male zuvor. Allerdings konnten wir auch immer mal eine „überraschende“ Wendung oder einen Dialogfetzen vorhersagen. Solche kleinen Erfolgserlebnisse sind ja auch mal ganz schön! Das Konzept der Echtzeit geht immer noch auf, auch wenn die erste Staffel natürlich überzeugender war, weil es seinerzeit neu war. Etwas lästig ist es, dass Personen aus früheren Staffeln wieder auftauchen, und dazu die Handlung manchmal etwas gezwungen wirkt. Wie schon bei meiner Kritik der dritten Staffel fand ich es auch diesmal etwas unnötig, das ständig das Privatleben der Ermittler in die Handlung gemischt wird. Das ist allerdings bei Krimis zur Zeit ohnehin ein (unschöner) Trend. Außerdem wirft die Serie wie schon zuvor ein schlechtes Licht auf amerikanische Fahndungsmethoden, nämlich indem Folter als normale Ermittlungsmethode angenommen wird. Diesmal wird das sogar an einer Stelle der Serie thematisiert, wobei den Befürwortern der Folter von den Handlungsabläufen schließlich Recht gegeben wird. Das finde ich ziemlich problematisch! Zur Zeit läuft in den USA die fünfte Staffel, die ich dann auch erst wieder in größeren Blöcken sehen werde, wenn sie dann komplett zu haben ist (und wenn ich Zeit haben sollte). Man darf gespannt sein! Insbesondere darauf, ob hier mal eine Bresche geschlagen wird gegen das Foltern und andere umstrittene Methoden der Ermittler. Auf jeden Fall dürfte nach einer weiteren Staffel die Luft aus der Idee heraus sein. [...]

  2. Flo says:

    Also ich finde ja, dass das Echtzeitkonzept von 24 nicht funktioniert.

    Irgendwie fühlt es sich immernoch nach leicht abstrakter “Filmzeit” an.

    Allerdings habe ich noch keine Staffel in einem Rutsch gesehen (dafür immerhin eine halbe).

  3. maha says:

    Ja, es bleibt ein komisches Gefühl, aber das Verfahren kommt schon nah heran…

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