Lange Nacht der Museen in Berlin

Gestern fand in Berlin mal wieder eine Lange Nacht der Museen statt. Das ist ja immer ein kultureller Höhepunkt in Berlin und so durfte ich nicht fehlen. Hier zunächst eine Übersicht über die Museen, die ich besucht habe:
1. Schwules Museum
2. Martin-Gropius-Bau
– Die neuen Hebräer. 100 Kunst in Israel
– Seelenverwandt. Ungarische Fotografen 1914–2003
– Urbane Realitäten: Focus Istanbul
3. MoME
4. T-Com-Haus
5. Daimler-Chrysler-Sammlung im Haus Huth
6. Filmmuseum Berlin
7. Neue Nationalgalerie

  1. Angefangen habe ich mit der Ausstellung zum 50. Todestag von Thomas Mann im Schwulen Museum. Irgendwie hat mir die Führung durch die Ausstellung gefehlt. Ich habe den roten Faden leider nicht wirklich entdecken können. Interessanter ist da schon die Dauerausstellung des Museums in ersten Stock.
  2. Anschließend fuhr ich mit dem Bus-Shuttle zum Martin-Gropius-Bau. Dort gab es gleich drei interessante Ausstellungen:
    1. Als erstes ließ ich mich durch die Ausstellung Die neuen Hebräer. 100 Kunst in Israel führen. Hier ist eine Führung auch sehr nützlich (vorausgesetzt der Führer kann Hebräisch, was leider gestern nicht der Fall war!). Es gibt aber auch eine Audio-Führung. Interessant ist die Vielfalt der ausgestellten Objekte. Ich bin zwar im Allgemeinen der Meinung, dass Kunstobjekte nicht als historische Dokumente herhalten sollten, aber bei dieser Ausstellung ist die historische Einordung teilweise zumindest gerechtfertigt.
    2. Dann habe ich mir die Fotoausstellung Seelenverwandt. Ungarische Fotografen 1914–2003 angesehen. Es handelt sich um Fotos, die der ungarische Schriftsteller Péter Nádas zusammengestellt hat. Dabei hat er sich selbst etwas zu sehr in den Vordergrund gespielt (zumindest für meinen Eindruck); dennoch ist die Ausstellung sehenswert.
    3. Eine ausgesprochene Überraschung war die dritte Ausstellung Urbane Realitäten: Focus Istanbul, die ich eigentlich nur kurz mitnehmen wollte. Es geht sehr stark um den Kulturkontakt Türkei-Deutschland. Dabei gibt es ein paar sehr schöne Beiträge, zum Beispiel Videointerviews mit deutsch-türkischen bzw. türkisch-deutschen Schülern in Deutschland und der Türkei, bei denen man wirklich sehen kann, wie eigentümlich die Identität eines Menschen sein kann.
  3. Weiter ging’s zum Heiz- und Kühlkraftwerk der Bewag, das unter dem Namen MoME geöffnet war. Ich habe einige Zeit benötigt, herauszufinden, was MoME bedeutet (das wurde nämlich nicht wirklich verraten). Ich verrat’s mal nicht (Interessenten können ja dem Link folgen).
  4. Anschließend ging es zum T-Com-Haus. Das ist ein Fertighaus, das alle möglichen aktuellen Haushalts-IT-Technologien miteinander verbindet. So kann man zum Beispiel die Temperatur seines Wasserbetts mit dem PDA von der Küche aus regeln (das Hausnetz ist ein WLAN mit WEP-Verschlüsselung und nutzt Windows). :-( Scheidungswillige Eheleute können damit bestimmt viel Spaß haben – Hacker vielleicht weniger, denn wie mir erst im Nachhinein aufgefallen ist, gibt es da nirgends einen Computer (abgesehen vom Server in einer Abstellkammer). Man kann lediglich die PDAs wie etwas schlauere Universalfernbedienungen verwenden. Ich würde mich übrigens auch gern mal ein Wochenende dort einquartieren lassen.
  5. Mein nächstes Ziel war die Daimler-Chrysler-Sammlung im Haus Huth. Hier wurde minimalistische Kunst ausgestellt – sehr minimalistisch!
  6. Im Filmmuseum Berlin sah ich mir sodann die Sonderausstellung zum Nachlass von Marika Rökk an, die sich allerdings kaum lohnt, so dass ich mich gleich wieder aufmachte zum nächsten Ziel.
  7. Als Schluss blieb noch – sozusagen als Höhepunkt – die Brücke-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie. Es war zwar nicht wirklich der Höhepunkt, aber zum Glück war es zu später Stunde dort nicht mehr so voll, so dass man alle Bilder gut sehen konnte. Leider waren einige der wenigen wirklichen Meisterwerke dort schon vor ein paar Jahren gezeigt worden – bei der Ausstellung über Ernst Ludwig Kirchner und den Potsdamer Platz.

Insgesamt habe ich viel gesehen und viele neue Eindrücke gewonnen, aber andere Museumsnächte haben mir mehr Spaß gemacht… Man muss sich weniger vornehmen und lieber etwas Spaß haben, indem man mit ein paar netten Leuten auf Entdeckungsreise geht.

5 Responses to “Lange Nacht der Museen in Berlin”

  1. FloSch says:

    Irgendwie wirkt die Aufzählung nicht so, als ob die Museumsnacht in deinen Augen gelungen war. Zumindest erkenne ich keine wirkliche Begeisterung, kann aber auch an der späten Stunde liegen, in der ich das lese und du es auch geschrieben hast :)

  2. maha says:

    Ja, du hast Recht (in beiderlei Hinsicht). Ich habe deshalb meinen Bericht noch um den letzten Absatz erweitert.

  3. Lange Nacht der Museen

    Die Macher des Hauptstadtblogs haben es nicht geschafft, zur langen Nacht der Museen zu gehen. Aber in der Berliner Blogosphäre gibt es sicher einige Besucher.

    So war beispielsweise das Maha-Blog auf Tour. Gleich 7 Stationen, 10 Museen (das liegt …

  4. hein-c says:

    moin maha

    in deiner eigenschaft als sprachwissenschaftler haste schon mal von bliss symbols gehoert? oder kennste wen . zum einen haetten wir gerne in der base fuer die schleuse in der c-base “willkommen an bord der c-base” und vieleicht jemanden der uns das lehrt .

    mfg und alles gute nachträglich
    hein-c
    am besten laut zu lesen
    vielen dank f?r die beachtung aller sicherheits hinweise

  5. maha says:

    Ja, ich kenne die Bliss-Symbole, allerdings kenne ich niemanden, der euch das lehren könnte. Meine eigenen Kenntnisse sind auch so gering, dass ich das nicht einfach mal so hinschreiben kann.

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