Mit der Deutschen Bahn zur Sandkerwa

Die Deutsche Bahn bietet ihren Reisenden den besonderen Service, nämlich das Abenteuer. So machte ich mich heute mittag auf, um mit dem InterCityExpress nach Süddeutschland zu fahren. Der Zug sollte eigentlich mit zwei Zugabschnitten fahren, doch der hintere Teil des Zuges fehlte, wie erst eine Minute vor Abfahrt bekanntgegeben wurde. Tja, dumm gelaufen, denn in der Hauptreisezeit bedeutet das Chaos! Da ich inzwischen weiß, wo es reservierungsfreie Plätze gibt und wie man sie vor allen anderen erreicht (wird hier nur auf Anfrage verraten), hatte ich natürlich schnell einen Sitzplatz und konnte mich zurücklehnen und staunen, welche Dramen sich um mich herum abspielten. Zum Beispiel gab es da ein Ehepaar, die im fehlenden Zugteil reserviert hatten und jetzt darauf bestanden, dass der Schaffner ihnen zwei benachbarte Plätze verschaffen müsse. Das ging natürlich nicht. Daraufhin wollte die Frau, die – hätte sie Hochdeutsch gesprochen – an Evelyn Hamann erinnerte, auf ihrem Koffer sitzen bleiben, auch als in Leipzig dann Plätze frei wurden. Dort wurde schließlich der fehlenden Zugteil angehängt und die Lage entspannte sich – außer natürlich für das besagte Ehepaar, das sich weiterhin nur gegenseitig anzickten. Durch das Anhängen des zusätzlichen Zugteils war eine ziemliche Verspätung eingetreten, was zu neuen Anfeindungen zwischen Personal und Kundschaft führte. Ich konnte allerdings in Ruhe arbeiten und war an meinem Laptop sehr produktiv. Der Siemens Venturio ist wirklich ein komfortabler Zug. :-) Ich hatte zunächst an dieser Stelle „Siemens Velaro“ geschrieben, aber Flosch hat mich zum Glück gleich korrigiert (siehe unten) – Danke!
In Bamberg angekommen, musste ich feststellen, dass dort gerade der letzte Tag der berühmten Sandkerwa. Ich nutzte die Gelegenheit, um eine leckere Coburger Bratwurst, die Königin unter den deutschen Bratwürsten, zu essen (eine grobe Bratwurst auf Kiefernzapfen gebraten) und ein Bier der Brauerei Hummel zu trinken, das zu den besten Bieren der Gegend gehört.

4 Responses to “Mit der Deutschen Bahn zur Sandkerwa”

  1. FloSch says:

    Netter Bericht, eine inhaltliche Korrektur habe ich aber (vermutlich, ich müsste mich schon sehr irren): von Berlin über Leipzig nach Bamberg verkehren bis auf sehr wenige Ausnahmen nur ICE-Garnituren der Siemens Venturio Serie der Baureihe 411, also ein ICE-T. Die von dir erwähnten Siemens Velaro-Garnituren, also die Baureihe 403/6 bzw ICE-3, verkehren planmäßig gar nicht nach Berlin, Leipzig oder Bamberg.
    Die Züge sehen zwar ähnlich aus, aber der Venturio neigt sich, der Velaro nicht. Dafür fährt letzter in der Spitze bis zu 300 km/h schnell, ersterer “nur” 230 km/h

    Sorry fürs Klugscheißen aber wenn du schon verlinkst, dann zum richtigen Artikel ;)

  2. maha says:

    Oh weh… danke für den Hinweis! Es war der Venturio. Ich ändere das!

  3. maha says:

    Kann man eigentlich den Venturio und den Velaro miteinander verkuppeln?

  4. FloSch says:

    In der Theorie ja, in der Praxis wird das aber nicht gemacht. Die Höchstgeschwindigkeit reduziert sich dadurch automatisch auf die des langsamsten Zugteils, Neigetechnik ist dann natürlich auch nicht.
    Wie gesagt, wird nicht gemacht, da Kuppeln ohnehin schon häufig genug fehleranfällig ist unter baureihengleichen Zügen.

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