Archive for September, 2005

Lieblingsblogs bei bloglines.com

Thursday, September 15th, 2005

Ich hab mir ein Beispiel an Su-Shees Blog genommen und jetzt auch eine öffentliche Liste meiner Lieblingsblogs ins Netz gestellt. Das hat zwei Vorteile:

  1. Obwohl ich ja sonst Blogs nur über den RSS-Reader meines Thunderbird lese, kann ich nun von überall her mal schnell einen Blick auf meine Lieblingsblogs werfen. Das kommt gut, wenn man mal nicht am eigenen Laptop sitzt.
  2. Andere können sich an meiner Liste inspirieren und wissen auch gleich, was ich so lese.

In die Liste habe ich keine Newsfeeds von großen Nachrichtenanbietern aufgenommen, weil man die sowieso kennt und weil ich sie nur noch gelegentlich lese. Ich habe irgendwie keine Lust mehr auf Tagesaktualität. Die nehme ich lieber gefiltert über Freunde und befreundete Blogs auf. Früher hab ich ja ab und an Die Zeit gelesen, weil sie weniger die Tagesaktualität, sondern mehr Tiefgang bietet, aber inzwischen fehlt mir dazu etwas die Zeit und – wie ich zugeben muss – auch die Lust, zu einem bestimmten Zeitpunkt der Woche mich mit „toten Bäumen“ herumschlagen zu müssen, und da ich am liebsten im Bett lese, ist ein Buch schon angenehmer – allein vom Format her.
Früher habe ich auch gern Deutschlandradio gehört, wovon ich auch abgekommen bin, seit man dort im März die Programmreform durchgeführt hat. Aber keine Sorge: Der Untergang des Abendlandes findet ohne mich statt: Denn es gibt ja die Blogosphäre, Wikipedia, Podcasting und viele andere neue Dinge, die den Kulturpessimismus Lügen strafen.

Rechtschreibtipp: Zusammen oder getrennt? (II) Substantiv + Verb

Tuesday, September 13th, 2005

Während die Faustregel für zusammengesetzte Substantive lautete, diese immer zusammenzuschreiben oder einen Bindestrich zu verwenden, heißt es bei der Kombination von Substantiv und Verb seit der Rechtschreibreform von 1996 (Kurzfassung der Reform): In der Regel werden sie auseinandergeschrieben, also: Rad fahren (als Substantiv allerdings: das Radfahren), Recht haben, Essen fassen (als Substantiv das Essenfassen) usw. Es gibt eine Ausnahme, nämlich bei so genannten verblassten Substantiven: preisgeben, teilnehmen usw. (preis- hat nicht mehr viel mit Preis zu tun, teil- wenig mit Teil). Natürlich entstehen bei der Abgrenzung von verblassten und nicht-verblassten Substantiven Probleme: so schreibt man Acht geben, obwohl Acht mindestens so verblasst ist wie preis-. Im Zweifelsfall würde ich die Wörter eher zusammenschreiben.

Hintergrund

Natürlich handelt es sich auch bei Substantiv + Verb um eine Komposition – wie bei Substantiv + Substantiv. Die Akzentuierung von Essen fassen und Essenfassen ist gleich und es liegt die gleiche semantische Modifikation vor. Die Entscheidung für die Auseinanderschreibung beim Verb liegt in einer besonderen Eigenschaft des Deutschen: Bei der Flexion eines Verbs (ich fahre Rad, ich fasse Essen wird das zusammengesetzte Verb getrennt. Das ist zwar nicht spektakulär, denn es geschieht auch bei Verben, deren Erstglied eine betonte Partikel ist (nachfragen: ich frage nach). Würde Rad fahren radfahren geschrieben (wie nach alter Orthografie üblich), müsste man auch ich fahre rad (wie ich nehme teil). Das wollten die Reformer wohl vermeiden.
Nun zum Thema Verblassung: Der unterschiedliche Status von Acht geben und teilnehmen ist eigentlich syntaktisch: Man kann Acht syntaktisch erweitern: Ich muss Acht auf meinen Hund geben. ist ein möglicher Satz, während *Ich muss Teil an dem Treffen nehmen. kaum möglich ist.

Kochrezepte per Kochwikis/Rezeptwikis und Kochforen

Monday, September 12th, 2005

Ich habe heute mal etwas die Suchwörter analysiert, die auf meine Seite führen. Das geht sehr gut dank des Randy Petermans kleinem WordPress-Plugin StatTraq. Dabei musste ich feststellen, dass wenn man bei Google nach dem Stichwort Wahlplakate sucht, mein Blog an achter Stelle gelistet wird. Das ist für mich schier unglaublich.
Eine andere Gruppe von Nutzern kommt auf mein Blog auf der Suche nach Kochrezepten bzw. Kochtipps, aber meine wenigen Hinweise auf Schweinemedaillons Toskana und auf blanchierte Tomaten werden diese Nutzer eher enttäuschen. Daher hier eine etwas sinnvollere Linkliste:

Während das etwas ältere Rezeptforum chefkoch.de schon sehr floriert, kommen die Kochwikis, die man auch Rezeptwikis nennen könnte, nur langsam auf einen grünen Zweig. Das ist eigentlich schade, denn so ein Wiki ist ja gerade dafür geeignet, Wissen, das in Soziotopen wabert, dingfest und somit überlieferbar zu machen. Das ist die bisher noch etwas verkannte Hauptfunktion von Wikis. Ich denke, dass nicht nur Kochamateure und Köche von Wikis inskünftig ungeheuer profitieren werden. Auch andere Wissensbereiche, die auf tradiertem Erfahrungswissen aufbauen, können mit Hilfe von Wikis ziemlich beeindruckende Fortschritte machen. So zum Beispiel die Medizin. Ich hoffe, dass sich hier bald ein paar Wiki-Initiativen ergeben werden.

Spider-Man 2

Monday, September 12th, 2005

Zum Abschuss einer anstrengenden Programmsitzung für den Chaos Communication Congress gönnten wir uns noch einen Actionfilm, nämlich Spider-Man 2, der wirklich besser ist, als ich dachte. Ähnlich wie im ersten Teil sind die Charaktere gar nicht eindimensional. Vor allem die Titelfigur ist immer wieder von Selbstzweifeln geplagt. Auch dass der Böse nicht nur Böse ist, sondern bis zum Schluss hin- und hergerissen wird, macht die Geschichte interessant. Hinzu kommen die Spannungen zwischen Peter Parker, der zivilen Version des Spider-Man, und seinen Mitmenschen, wobei der Film nicht zu einer Seifenoper wird. Die Gefahr könnte aber für den dritten Teil bestehen. Sehr schön ist das Wortspiel, als Peter Parker überraschend mit Rückenproblemen zu kämpfen hat (“I’m back—my back!”) – gut, das muss man im Film sehen (wohl nur im Original möglich).
Es gibt eine Reihe von interessanten Filmzitaten, zum Beispiel aus dem ersten Teil, aus King Kong und die weiße Frau oder aus einem Buster-Keaton-Film. Sehr subtil ist die Einbindung des Theaterstücks The Importance of Being Earnest von Oscar Wilde, sozusagen als „Stück im Stück“, denn es handelt sich dabei um eine Verwechslungskomödie. Wahrscheinlich bezieht sich auch Harry Osbornes Äußerung “my brother” auf diese Komödie. Es ist schon erstaunlich, wie gut die Hollywood-Autoren sind.
Manchmal gibt es allerdings wenig überzeugende Handlungsabläufe: Wo bekommt der Held plötzlich seinen gut-gebügelten Anzug wieder her? Zur Erinnerung hätte vielleicht mal eingeblendet werden sollen, dass es sich um eine Comicverfilmung handelt. :-) Trotz dieses kleinen Mankos kann ich den Film – schon wegen der Spezialeffekte – empfehlen.

22c3 Content Meeting

Monday, September 12th, 2005

Today we had another meeting in order to prepare the prepare the 22nd Chaos Communication Congress, in short: 22c3. We went through the first submissions and proposals for lectures and decided who else should be invited and get a CfP. As usual, it was quite a lengthy session, but it looks as if this year’s program is going to be really good—and even better than last year’s. :-)
I think by October, 1st there will be about 300 submissions for perhaps 150 slots; that’s why it will be tough to review and evaluate the proposals. On the other hand, what will be accepted, will be promissing. This is a good perspective…
The theme or motto of this year’s Congress is “Private Investigations” with an allusion to Blade Runner. The theme has two perspectives:

Of course, the theme will not cover every aspect of the Chaos Communication Congress

Rechtschreibtipp: Zusammen oder getrennt? (I) Substantive

Thursday, September 8th, 2005

Ich werde zunächst über die Zusammen- bzw. Getrenntschreibung von zusammengesetzten Substantiven schreiben, denn bei den Verben gibt es immer noch ein heilloses Durcheinander, zu dem ich später ausführlicher Stellung nehmen werde. Das wird dann kompliziert! Mit den Substantiven sollte man aber keine Schwierigkeiten haben, denn im Gegensatz zu anderen Sprachen, ist es im Deutschen ganz einfach: Zusammengesetzte Substantive, auch Komposita genannt, werden zusammengeschrieben, oder – wenn es die Lesbarkeit erhöht – werden die Bestandteile mit einem Bindestrich verbunden: Man schreibt also Parkkolonnade (oder Park-Kolonnade) und nicht (wie am Potsdamer Platz zu sehen): *Park Kolonnade; eben wie man auch Parkbank zusammenschreibt. Das gleiche gilt für das DB-Hochhaus am gleichen Ort.
Werden die Bestandteile eines zusammengesetzten Substantivs durch ein Leerzeichen getrennt, spricht man auch von einem Deppenleerzeichen oder gebildeter von einem Agovis. Beispiele gibt es unter den angegebenen Links mehr als genug.
Lediglich zusammengesetzten Wörter, die als ganze aus einer anderen Sprache entlehnt werden, dürfen auch so wie in der Gebersprache geschrieben werden: also Blue Jeans (die Großschreibung ist allerdings deutsch) neben Bluejeans oder Pommes Frites (auch hier ist die Großschreibung deutsch, und die Aussprache weicht vom Französischen mehr oder weniger ab).
Wenn nur der erste Teil des Wortes ein Fremdwort oder Eigenname ist, greift natürlich wieder die Zusammenschreibregel, also: Multimedia-Anwendungen, Windows-Betriebssystem, Curry-Huhn, Intel-Prozessor (alle diese Beispiele habe ich in den letzten Tagen falsch geschrieben gesehen). Besonders gern falsch geschrieben werden Komposita, deren erster Bestandteil eine Abkürzung ist. Richtig ist in diesem Fall die Schreibung mit einem Bindestrich: Mac-OSX-Plattform, DB-Hochhaus, DDR-Bürgerrechtler usw. Auch bei mehrgliedrigen Namen empfiehlt sich der Bindestrich: Rosa-Luxemburg-Gedenkstätte oder Carl-von-Ossietzky-Universität, die sich allerdings nicht entblödet hat, gegen die Rechtschreibung und für das Deppenleerzeichen zu optieren, und deshalb Carl von Ossietzky Universität heißt. Die Hamburger Uni-Bibliothek hat sich da besser aus der Affäre gezogen; sie heißt offiziell: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, denn nachgestellte Namen gehören nicht mehr zum Substantiv und können daher unverändert hinzugefügt werden, also auch in das Betriebssystem Windows XP oder die Firma AMD usw.

Hintergrund

In einem Kompositum gibt der erste Teil eine Zusatzinformation zum zweiten Teil: Eine Parkbank ist eine ‘Bank im Park’; man sagt: das erste Kompositionsglied (von Grammatikern auch „Determinans“ oder „Modifikans“ genannt) modifiziert semantisch das zweite (auch „Determinatum“ oder „Modifikatum“ genannt). Das Damen-WC ist ein ‘WC für Damen’, während die WC-Damen die ‘Damen des WCs’ sind (zum Beispiel diejenigen, die sich um die WCs kümmern – im Quartier 205 auf der Friedrichstraße in Berlin kann man es genau umgekehrt sehen. Außerdem erhält der erste Teil des Kompositums den Hauptakzent. Die semantische Modifikation und die Akzentuierung werden durch die Zusammenschreibung bzw. den Bindestrich angezeigt. So ist das DB-Netz (auf DB), das (Schienen-) Netz der Deutschen Bahn, während die DB Netz (jetzt hinten betont) eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn ist (auch DB Netz AG), es handelt sich bei diesem Eigennamen also nicht um ein Kompositum.

Wahlplakate

Monday, September 5th, 2005

Eigentlich mag ich keine Blogs über die bevorstehende Bundestagswahl 2005 meht lesen. Aber ich kann mich dem allgemeinen Wahltrubel doch nicht entziehen. Keine Sorge! Ich schreibe hier nichts über mein Wahlomat-Ergebnis, verweise höchtens auf den alternativen Wahlautomat der Surfpoeten und schweige zum gestrigen TV-Duell der Kandidaten. Es soll vielmehr um Wahlplakate gehen, sofern sie in diesem Wahlkampf überhaupt der Rede wert sind. Nur die Wahlplakate der Grünen sind einigermaßen lustig (das „Schwarzarbeiter“-Plakat gefällt mir wegen der doppelten Mehrdeutigkeit besonders!). Im Allgemeinen überwiegt die Langeweile – von typografischen Entgleisungen mal abgesehen (die überlass ich kundigen Typografen wie hukl).
Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich. Die anderen können mich.Neulich habe ich aber im Internet ein virtuelles Wahlplakat der CDU entdeckt, das mir – wider Erwarten – doch zu denken gegeben hat. Kurz nachdem ich es gesehen hatte, war es auch schon wieder verschwunden! Deshalb veröffentliche ich es mal hier, weil es von der CDU sicher eher stiefmütterlich behandelt und vorerst wohl kaum gedruckt plakatiert werden wird.
Das Adenauer-Zitat erinnert an den Song „I am what I am“ aus dem Musical La Cage aux Folles – besser bekannt allerdings in der Version von Gloria Gaynor. Adenauer war also seiner Zeit offensichtlich voraus! Allerdings stellt sich die Frage, ob hier wirklich Gay pride zum Ausdruck kommt, oder doch eher die deutsche Version von Don’t ask, don’t tell nach US-amerikanischem Vorbild. Dass es sich um ein konservatives Plakat handelt, erkennt man auf jeden Fall bei genauerem Hinsehen an der unter dem unteren Textfeld sichtbaren Boxershorts. :-)
Jedenfalls kann das Plakat – schon dank dem fotogenen Model – leicht vergessen machen, was die Einflussreichen bei CDU/CSU denken und sagen wie Norbert Geis, Günther Beckstein, Peter Gauweiler und auch Paul Kirchhof. Die haben bekanntlich Vorstellungen, die Schwulen, Lesben und überhaupt allen „Que(e)r-Denkern“ ziemlich querkommen dürften – nicht zuletzt auch den Leuten von den Lesben und Schwulen in der Union.

Nicht auflegen, Urinstinkt

Monday, September 5th, 2005

Berlin ist groß! Das merkt man besonders, wenn man mit dem Rad von Berlin-Schöneberg nach Berlin-Weißensee will und es ist draußen sehr heiß… Ich war bei einem Bekannten eingeladen, der direkt an der Grenze zwischen Weißensee und Prenzlauer Berg wohnt. Wir haben dort gemütlich auf dem Balkon gesessen, aber irgendwie fehlte es an gemeinsamen Gesprächsthemen. Da kann die Zeit ziemlich lang werden. Unterhaltsam war bloß, dass der Typ angefangen hat, seinen etwas überkandidelten hochdeutschen Akzent mit wat, dat, weeßte und zwee zu spicken, was völlig lächerlich klingt. Hiermit ergeht eine Bitte an alle zugereisten Neu-Berliner: Bitte nicht berlinern! Das klingt einfach nicht mit schwäbischem, rheinischen oder niederländischen Akzent.
Zum Glück konnte ich dann noch zwei Filme auf dem antiken Videobeamer des Berliner CCC genießen: Erst den wirklich tollen low-budget-Film Phone Booth, deutsch: Nicht auflegen oder französisch Phone Game (!) – außer in Kanada, wo auf den Franglais-Titel verzichtet wurde und der Film einfach La cabine heißt (schön sind die Kommentare auf der französischen Wikipedia-Seite). Sehr überzeugend switcht Colin Farrell vom Top zum Bottom (ob mir je jemand soviel Denglish verzeihen wird? Aber wie soll ich es sonst formulieren?). Den Film halte ich für unbedingt empfehlenswert. Es ist übrigens ein Realzeitfilm, was ich ja sowieso mag. 80 Minuten Spannung pur!
Anschließend gab es dann noch den Film Basic Instinct, der mich auf den zweiten Blick nicht mehr so sehr überzeugt hat. Der Soundtrack ist aufdringlich, die schauspielerische Leistung ist auch nicht überzeugend (außer vielleicht bei Sharon Stone, aber Marlene Dietrich konnte das besser!) und die Story ist ja wirklich etwas sonderbar. Toll ist lediglich die Autoverfolgung auf der Küstenstraße bei Sausalito, wenn man sie auf einer größeren Leinwand genießen kann. Ich bin da ja auch schon lang gefahren, allerdings im Minibus eines Altenheims, aber das ist eine andere Geschichte…

Einstein in Berlin

Sunday, September 4th, 2005

Anlässlich des Einsteinjahrs hat Stattreisen Berlin einen Rundgang zum Thema Einstein in Berlin ins Programm genommen, an dem ich heute teilgenommen habe. Er begann am Kronprinzenpalais, in dem noch bis Ende September eine Einsteinausstellung zu sehen ist. Von dort ging es über den Bebelplatz zur Humboldtuniversität. Auf dem Bebelplatz (vormals Opernplatz) wurden anlässlich der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland auch Einsteins Schriften verbrannt, hier befand sich bis nach dem ersten Weltkrieg auch die Verwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die dabei mitgewirkt hatte, Einstein nach Berlin zu holen. Weiter ging es zur Staatsbibliothek zu Berlin, der ehemaligen Akademiebibliothek und zum ehemaligen Physikalisch-Chemischen Institut der Humboldtuniversität in der Bunsenstraße, neben dem ARD-Hauptstadtstudio. Der Zwischenhalt an dem nach Marie-Elisabeth Lüders benannten Gebäude des Bundestages sollte daran erinnern, dass Einstein mit ihr und anderen zusammen die Deutsche Demokratische Partei gegründet hatte. Dann ging es zum Theater am Schiffbauerdamm, um von Einsteins Verhältnis zu Brecht zu hören. Schließlich schloss der Rundgang im Scheunenviertel, wo Einstein als Jude thematisiert wurde. Die Führung, die von der Stadtführerin Barbara Müller geleitet wurde, war sehr interessant und gut ausgearbeitet – unvorteilhaft war der gelegentlich etwas feministische „Touch“ der Führung (Einstein als Macho, Physiker als Männerclub) und dass die Führerin darauf beharrte, dass Einstein „Ministerpräsident“ von Israel werden sollte, obwohl es um das Amt des Staatspräsidenten ging.
Nach der Tour bin ich in den Chaos Computer Club Berlin (auch so ein Männerclub, s.o.). Diesmal gab es dort nichts zu essen (jedenfalls nichts Gekochtes und die Küche lud nicht sehr zum Kochen ein), und so machten sich ein paar von uns auf, um im Tagore 2 am fernen Rosenthaler Platz indisch zu essen. Das ist ein günstiges, aber leckeres Indisches Restaurant. Auf dem Weg zurück kamen wir dann noch bei Newthinking vorbei; der Laden war zwar geschlossen, aber durch das Schaufenster sahen wir Markus Beckedahl dort sitzen, der uns hineinließ. Wir plauderten dort noch ein wenig und tranken eine Club-Mate. Es war mein erster Besuch bei Newthinking und fand die Räumlichkeiten ganz schön. Anschließend ging es zurück in den Club, wo wir unter anderem Musik von Meiko Kaji hörten.

Data Retention

Sunday, September 4th, 2005

One of the major issues in European politics is data retention (in German: Vorratsdatenspeicherung, a nice long word). People engaged in the freedom of communication and data exchanged should worry about what is going on. Brenno de Winter gives a good update and some hints on how to circumvent data retention.