Ein Freund hat mich gefragt, ob ich an einem Buch mitschreiben möchte, das zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erscheinen soll und sich literarisch mit Fußball – insbesondere mit Fußballhass – auseinandersetzen soll. Ich bin zwar Fußballhasser, aber was ich dazu zu sagen haben, ist kaum abendfüllend; also schreibe ich es hier:
Mein Fußballhass geht auf meine Schulzeit zurück. Ich war damals ziemlich unsportlich und schon immer schwachsichtig. Daher war ich ein sehr schlechter Fußballspieler. Für die meisten meiner Mitschüler gehörte es dagegen zu den Höhepunkten des Schulunterrichts, wenn im Sportunterricht Fußballspielen angesagt war. Ganz anders bei mir: Das schlimmste war die Mannschaftsbildung, die geschah durch Kooptation; das heißt: zwei Mannschaftskapitäne wählten je ein Mitglied für ihr Team aus, dann wählten die Zweierteams aus allen je ein weiteres Teammitglied aus usw. Übrig blieben genau zwei Mitschüler, die keiner haben wollte; einer davon war ich. Freundschaften waren vergessen, und wenn der Sportlehrer uns dann zwangsweise zuteilte, war das Geschrei groß, denn der eine oder der andere von uns wurde als große Katastrophe für die Mannschaft angesehen. Das war jedes Mal eine schlimme Demütigung, die sich dann während des Spiels fortsetzte: Wenn ich mich zurückhielt, bekam ich eine schlechte Note, und wenn ich mich einsetzte, wurde mir von meinen Mitschülern teils zu Recht teils zu Unrecht ein Misserfolg zugeschrieben (Ballverlust, verpasste Torchance, gegnerischer Vorteil usw.) und ich bekam auch eine schlechte Note. Der Abneigung übertrug sich dann auch auf das „passive Fußballspiel“ – also das Zuschauen.
Ich habe mich bis heute (22 Jahre lang) mit Erfolg geweigert, Fussball zu spielen und werde es auch nie, nie, nieeeeeeemals tu’n.
Ich hasse diesen Sport und sein Drumherum (genau wie Schützenverein und Feuerwehr nur ein weiterer Grund für alle Dorftrottel, sich wieder einmal sinnlos zu besaufen) wie kaum ein anderer.
“neeeeeeeeeee, Sonntag kann ich auf keinen Fall XY machen, da kommt doch Fussball” (so wie jeden verdammten Sonntag/Samstag/wasweissich) – wie kann man sein Leben nur so nach einem Stück Leder ausrichten?
Movemanager
Kurt sucht Movemanager. Neben harter Arbeit legt er wohl großen Wert auf das soziale Klima zwischen den Beteiligten (Stichwort: Kennenlernphase mit vertiefendem Teil).
Die Welt ist sowieso böse und gemein. Und Farben kann man nicht erschmecken und…
[...] Über meinen Fußballhass habe ich ja schon vor einiger Zeit geschrieben. Inzwischen stehe ich da nicht mehr ganz so allein. Angesichts der drohenden fußballerischen Großveranstaltung erheben sich doch einige unverzagte kritische Stimmen zum WM-Wahnsinn in Deutschland. Hier ein paar Links aus der Blogosphäre: [...]
Fusballhass…
Ich hasse Fussball! Das muss mal gesagt werden. Fussball und das ganze drum rum ist einfach zum kotzen. Ok, früher hab ich auch viel gespielt und nach der Schule aufm Bolzplatz rumgehängen, ein gutes WM Endspiel guckt man sich dann evtl. auch mal an …
Hallo
auch ich bin ein bekennender Fußballhasser. Das geht soweit, dass mich im Moment sogar die ganze beschissene Fernsehwerbung anwidert, nirgentwo kann man mal 5 Minuten Programm verfolgen ohne diesen dämlichen Fußballhype ertragen zu müssen. Es gibt Tage, da läuft auf den sogenannten Sportsendern von morgens 6:00 bis abends 23:00 (danach Fußballweiber die sich nackig machen) nix anderes als Fußball, okay zwischendurch gibts Ratespiele, aber womit befassen die sich? Richtig…
So ich hab genug gemeckert
Glückwunsch! Endlich mal eine Webseite mit klar denkenden Menschen! Fußball halte ich für eine Geisteskrankheit mit leicht nationalistischen Tendenzen. Abgesehen davon, dass es kein Schwein interessiert, ob Person A aus X oder Person B aus Y jetzt derjenige war, der den Ball (Zufälle mal ganz abgesehen) ins Ziel bringt: Mich interessiert der Scheiß einen Scheiß. Genauso gut könnte ich mir ansehen, ob Frau Dimpfelmoser aus Kleinsiehstenich in Hessisch-Nevada brav das Salz in die Geschirrspülmaschine füllt, hat auch nicht mehr geistigen Nährwert.
Die Fußballkagge allüberall geht mir mächtig auf den Sack, das passt für mich so richtig zu der dämlichen Geiz-ist-Geil-Ziege von Saturn und zum “ich bin doch nicht blöd” (find ich aber doch) Pocher von Mediamarkt. Passend im rechte-Hand-hoch-RotWeißSchwarz-Look der Bildzeitung.
Dass das durchaus was Nationalistisches hat wird mir klar, seit ein Webleser regelrecht übergeschäumt ist, als ich eine Grafik veröffentlichte, die einen Stinkfinger vor einem Fußball zeigt, der dabei die Deutschlandfahne durchsticht: Ich solle doch auswandern, ich gehöre in die Geschlossene etc.
Ein innerer Vorbeimarsch festzustellen, dass aufgrund von diesem läppischen Bild jemand dermaßen ausrasten kann, allerdings: Hier wird klar woher der Wind in Wirklichkeit weht. Würden nur 10 % der Gelder, die in diesem Fifa-Eintrittskartenhickhack in Prozessen verschwendet wurden, im Gesundheitswesen eingesetzt, wir hätten keine höheren Steuern oder Abgaben mehr nötig. Wie kann ein Land seinen Bürgern solchen MIST wie Fußball in der Bearbeitung voranstellen und nötige Dinge zurück?
Kopfschüttelnderweise
Joe