Schon seit einiger Zeit nutze ich serchilo.net, eine Webseite, mit der man durch Kurzbefehle im Adress- oder Suchfenster des Webbrowsers (zumindest bei Mozilla Firefox verschiedene Abfragen auf einfach Weise durchführen kann, so kann ich mit db er, b die nächsten Züge von Erlangen nach Berlin in Erfahrung bringen oder mit imdb 8 Frauen nach dem Film 8 Frauen in der IMDB suchen, mit w 8 Frauen in der deutschen Wikipedia usw. Es gibt sehr viele Möglichkeiten solcher vereinfachten Suchabragen und man kann serchilo sehr einfach in den Firefox einbinden.
Aber nun kommt das Beste: Serchilo ist ein Wiki! Das heißt jeder Benutzer kann seine eigenen Abkürzungen für Skriptabfragen hinzufügen und so das System für alle Benutzer erweitern. Das bedeutet, dass Serchilo nicht nur ein Informationswiki ist, sondern sogar ein Programmierwiki. Inzwischen gehört es zu den wichtigsten Tools, die ich verwende. Man spart sich – insbesondere bei der Deutschen Bahn – das Ausfüllen umständlicher Abfrageformulare. Gerade wenn man schnell noch eine U-Bahn-Verbindung haben will, bewährt sich die schnelle Abfrage über die Adress- oder Suchzeile des Browsers: Um zu erfahren, wie man schnell von der Friedrichstraße zur Bülowstraße kommt, gibt man einfach bvg friedr!, bülow!. Das Ausrufungszeichen führt dazu, dass bei einer Abfrage (bei der BVG oder der Deutschen Bahn) der erste gefundene Haltestellen- bzw. Bahnhofsname aus einer Liste genommen wird (Zool! -> S+U Berlin Zoologischer Garten DB). Und noch ein Trick, wenn’s bei der DB mal schnell gehen soll: wenn man eine Abfrage mit dbt statt db macht, kommt die Antwort im Textmodus. Man verliert also keine Zeit mit dem Bildschirmaufbau.
serchilo ist übrigens ein Esperanto-Wort und bedeutet: ‘Suchmittel’. Der Autor ist der Wikipedianer Jorges, den ich vom Berliner Treffen der Wikipedianer kenne.
Archive for October, 2005
Serchilo
Friday, October 14th, 200523
Thursday, October 13th, 2005
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Am Dienstag war ich zum „Chaos-Dienstag“ mal wieder im Erlanger Chaos Computer Club. Es gab einen sehr interessanten (wenn auch zu kurzen Vortrag) von mazzoo über Funknetzwerke, bei dem mir etwas klarer geworden ist, wie die eigentlich funktionieren. Außerdem haben wir sehr viel gelacht. Die Stimmung war sehr gut!
Schon auf dem Weg nach Erlangen hab ich kurz meinen Computer am Bahnhof eingeschlossen, weil ich noch Besorgungen zu machen hatte. Rein zufällig waren nur noch zwei Fächer frei, nämlich 22 und 23. Da hab ich natürlich das Fach Dreiundzwanzig genommen. Als ich dann auch noch zufällig im Wagen 23 des InterCityExpress saß, dachte ich noch an einen witzigen Zufall, aber auf der Rückfahrt stand die 23 auch noch auf der automatischen Anzeige am Erlanger Bahnhof. Schon merkwürdig! Die Illuminaten sind los! ![]()
The Zone-H.org Comics Section
Monday, October 10th, 2005Thanks to the preparations for the Chaos Communication Congress I have come across Zone-H.org * Comics Section. Don’t miss it! I particularly like the second (DEF CON) episode, because of the really thrilling story. My favorite character is, of course, Evil Angelica, a powerful haeckse who can hack without a computer (you’ll know why if you read the Prologue/1st episode). The author characters are based on real hackers, among them the authors themselves, who will attend the Congress by the way! Chances are that there will be a special 22c3 issue.
22c3 Content Review
Monday, October 10th, 2005Am Wochenende fand das Treffen der Programmkommission des 22. Chaos Communication Congress. Es ging vor allem um die Entscheidung, welche Vorträge ins Programm aufgenommen werden sollen, welche weiter reviewt werden müssen und welche zurückzustellen sind. Da über 200 Vorträge im Review waren, dauerte die Veranstaltung erwartungsgemäß lang, war aber sehr effektiv und interessant. Die Atmosphäre war sehr kooperativ und konzentriert! Nicht zuletzt wegen des ausgefeilten Programms Pentabarf, mit dem die Veranstaltung verwaltet wird, orientierten sich alle an Kriterien (zum Beispiel: thematische Relevanz und Akzeptanz durch das nicht nur deutsche Publikum, internationales Niveau, Aktualität, Kompetenz und Performanz der Vortragenden). Ich denke, wir haben es geschafft, die Spreu vom Weizen zu trennen. Fast alle Entscheidungen, die gefällt wurden, erscheinen mir plausibel. Natürlich ist der Auswahlprozess noch nicht abgeschlossen, aber es gab schon Kritik in einem Chat des CCC – noch bevor den Vortragskandidaten etwas mitgeteilt wurde. Zusammenfassend lässt sich jedenfalls feststellen, dass uns ein wirklich außergewöhnliches Programm erwartet.
Mausefalle für Nerds
Sunday, October 9th, 2005
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Ein Nerd zeichnet sich dadurch aus, dass er auch in kleinen Details Perfektionismus an den Tag legt. Ein schönes Beispiel ist die Mausefalle im Chaos Computer Club Berlin: Obwohl die Existenz von Ratten oder Mäusen im Club bisher so etwas wie eine moderne Sage ist, sind einige Mitglieder schon tätig geworden, und so gibt es nicht nur eine Mausefalle, sondern gleich noch eine Anleitung dazu, die jede Art von „Verpeilung“ unmöglich macht.
Suchwörter und Zeitgeschichte
Friday, October 7th, 2005Es ist ziemlich interessante, über welche Suchwörter Leute auf mein Blog geraten. Das WordPress-Plugin StatTraq klärt mich darüber regelmäßig auf. Im August waren es 22c3 und Quadrophenia, The Who muss wohl gerade en vogue gewesen sein. Dann kamen viele Leute über eine Erwähnung des Lehrter Bahnhofs und meinen Beitrag zu Wahlplakaten auf mein Blog, denn im August wurden die Bügelbauten über dem Bahnhof abgesenkt und im September wurde gewählt. Gleich nach der Wahl schoss das Suchwort Schwampel nach oben und nun ist es das Fnordlicht für das „Licht der Öffentlichkeit“ verantwortlich. Ich bin gespannt, was demnächst kommt. Allein mit dem Suchwortranking kann man im Kleinen die Zeitgeschichte nachverfolgen.
Die andere Art von Sex
Friday, October 7th, 2005Ich glaube, in Steven Levys Buch Hackers: Heroes of the Computer Revolution habe ich zum ersten Mal vom Hacker Mode gelesen, obwohl mir das Phänomen schon längst bekannt war. Man kann es im Chaos Computer Club ständig beobachten: Um drei Uhr in der Nacht sitzen da die Nerds an ihren Rechnern und versuchen noch schnell irgendwelche Programme zu kompilieren oder zu debuggen. Das kann dann schon mal länger dauern. Manche vergessen dabei sogar, zu schlafen oder zu essen – oder sie essen zuviel (passiert mir eher).
Nachdem mir Tim den Floh ins Ohr gesetzt hatte, ich bräuchte unbedingt den Firefox 1.5_beta 1 (Deer Park), hab ich mich mal wieder ins Howto von Gentoo Linux eingelesen und mich daran gemacht, die Beta-Version von Mozilla Firefox zu installieren. Das dauerte natürlich etwas länger. Zum Glück war ich gestärkt durch Wuerfels Kohlrabi mit Stampfkartoffeln (sehr lecker!). Dazu gab es einen Sausenheimer Höllenpfad Dornfelder Rotwein von 1995 (jetzt trinken, er ist gerade reif), der mir auch sehr gemundet hat. Zum Glück verfiel nicht sehr viel Wein auf mich (dafür mehr Essen), so dass ich für den Bau der neuen Browserversion noch einen einigermaßen klaren Kopf hatte. Natürlich gibt es beim Kompilieren immer viel Leerlauf, so gönnte ich mir zwischendurch eine weitere Folge Seinfeld (The Hamptons mit dem Retro-Soundtrack der Beach Boys). Ich kann die Folge sehr empfehlen.
Wenn man dann das neue Programm und der neue Kernel läuft, gibt es ein unheimlich tolles Gefühl der Befriedigung, das so ein bisschen an das Gefühl erinnert, das sich nach gutem Sex einstellt. Daher meine Erkenntnis, die bestimmt schon jemand anders hatte: Hacking – The other kind of sex. Das gleiche Gefühl tritt natürlich auch ein, wenn man ein Manuskript fertig gestellt oder ein anderes vertracktes Problem gelöst hat. Möglicherweise ist das ja auch der Grund, warum Hacker, Wissenschaftler, Schriftsteller und andere, die regelmäßig in den Hacker-Modus verfallen, eine gewisse Tendenz zur Asexualität haben.
(Ja, ich weiß – man darf nicht verallgemeinern – und es stimmt auch so pauschal nicht, wie man nicht zuletzt bei Su-shee lesen kann; ich muss eh ins Bett, denn ich schreibe schon Dornfeld statt Seinfelder und anderen Unsinn.)
Lob des Chaos
Wednesday, October 5th, 2005Heute hat Hukl geschrieben, warum er den Chaos Computer Club Berlin mag und Tim hat gleich zugestimmt. Da will ich nicht nachstehen und mich meinen Vorbloggern anschließen:
Ich bin ja im CCCB eher ein Newcomer, aber auch ich genieße die Berliner Clubatmosphäre sehr. Es ist immer sehr anregend, hier zu sein, denn immer entdecke ich Neues, und jeder Besuch ist eine Horizonterweiterung. Ich fühle mich hier sehr wohl! Da man praktisch immer irgendwelche Leute hier antrifft, erfüllt der CCCB eigentlich die Grundidee eines Clubs – so wie man sie manchmal in der britischen Literatur oder in britischen Filmen zu sehen bekommt (siehe Club in der englischen Wikipedia). Man kommt einfach rein und ist gleich zuhause. Besonders schön ist die Mischung aus Technik, Kultur (Filmabende!), Küche, Spaß und Politik (zum Beispiel: epass). Gerade die gesellschaftskritische Haltung liegt mir sehr. Kurz gesagt: Der Club ist intellektuell anregend in jeder Beziehung.
Um Entzugserscheinungen entgegenzuwirken, gibt es zum Glück den Chaos Computer Club auch in anderen Städten. Mir gefällt der Chaos Computer Club Cologne sehr gut, weil es dort auch sehr schöne Klubräume gibt. Die Atmosphäre dort ist ganz anders, aber auf ihre Art auch sehr schön, vielleicht sogar kommunikativer als die Berliner (aber weniger clubartig). Man kann die beiden nur schwer vergleichen. Noch anders ist die Situation im Erlanger Club oder im Würzburger Chaostreff. Beide sind auch wieder sehr unterschiedlich. Ich mag den Erlanger Club auch sehr gern, weil dort ein paar sehr nette Leute aktiv sind. Allerdings ist Erlangen sehr viel technischer als der Berliner (oder auch der Kölner) Club.
Um gleich ein aktuelles Beispiel für die Horizonterweiterung im Club zu berichten: Heute hat mich hukl zum Beispiel auf Seinfeld hingewiesen, und ich habe mir eine Folge angesehen (“The Marine Biologist”). Sehr witzig! Ich mag es, wenn sich absurde Situationen aufbauen, so dass alles schiefgehen muss, und die Spannung in der Frage besteht, wie sich alles wohl wieder auflösen wird. Als „Nicht-Fernseher“ wäre mir diese Serie völlig entgangen.
Außerdem habe ich dazu Eierschaum mit Zimt an Vanillesauce genießen dürfen, eine Kreation von Club-Mitglied Wuerfel. Auch diese kulinarische Horizonterweiterung soll nicht unerwähnt bleiben! Wie Antenne so treffend sagte, als ich mit dem Fahrrad beim Club ankam und sie mich erst nicht erkannt hatte: „Ich dachte, du wärst ein Hausbewohner, obwohl… bist du ja eigentlich auch – irgendwie…“ – Chaos Computer Club: Willkommen zuhause!
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Wednesday, October 5th, 2005Thanks to Dominik’s Homepage, who has replied to my soccer article, I have found a page where Micro$oft explains Leet: A parent’s primer to computer slang – Understand how your kids communicate online to help protect them.
Some time ago I was asked to write an article on leetspeak from a linguistic point of view. So if you happen to have more (even less funny) references, please let me know.
And those of you who read German and have never heard about bitchchecker, don’t miss the 127.0.0.1 exploit, also linked on Dominik’s page.
Fußballhass
Tuesday, October 4th, 2005Ein Freund hat mich gefragt, ob ich an einem Buch mitschreiben möchte, das zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erscheinen soll und sich literarisch mit Fußball – insbesondere mit Fußballhass – auseinandersetzen soll. Ich bin zwar Fußballhasser, aber was ich dazu zu sagen haben, ist kaum abendfüllend; also schreibe ich es hier:
Mein Fußballhass geht auf meine Schulzeit zurück. Ich war damals ziemlich unsportlich und schon immer schwachsichtig. Daher war ich ein sehr schlechter Fußballspieler. Für die meisten meiner Mitschüler gehörte es dagegen zu den Höhepunkten des Schulunterrichts, wenn im Sportunterricht Fußballspielen angesagt war. Ganz anders bei mir: Das schlimmste war die Mannschaftsbildung, die geschah durch Kooptation; das heißt: zwei Mannschaftskapitäne wählten je ein Mitglied für ihr Team aus, dann wählten die Zweierteams aus allen je ein weiteres Teammitglied aus usw. Übrig blieben genau zwei Mitschüler, die keiner haben wollte; einer davon war ich. Freundschaften waren vergessen, und wenn der Sportlehrer uns dann zwangsweise zuteilte, war das Geschrei groß, denn der eine oder der andere von uns wurde als große Katastrophe für die Mannschaft angesehen. Das war jedes Mal eine schlimme Demütigung, die sich dann während des Spiels fortsetzte: Wenn ich mich zurückhielt, bekam ich eine schlechte Note, und wenn ich mich einsetzte, wurde mir von meinen Mitschülern teils zu Recht teils zu Unrecht ein Misserfolg zugeschrieben (Ballverlust, verpasste Torchance, gegnerischer Vorteil usw.) und ich bekam auch eine schlechte Note. Der Abneigung übertrug sich dann auch auf das „passive Fußballspiel“ – also das Zuschauen.

