Archive for November, 2005

Diskordische Bibelstunde im Eschschloraque

Monday, November 28th, 2005

Anlässlich seines Geburtstags hatte Tim heute abend zu einer Diskordischen Bibelstunden ins „Eschschloraque Rümschrümp“ im Haus Schwarzenberg (neben den Hackeschen Höfen eingeladen. In dieser außergewöhnlichen Location gab eine sehr schöne Lesung begleitet von Antennes Visuals und Sound von Sven Dohse, einem Berliner Techno-DJ der Extraklasse. Auch wenn man einen Teil der Texte schon kannte (Texte des Diskordianismus, Zitate aus Umberto Ecos Der Name der Rose), war es interessant, sie von Tim vorgetragen zu hören. Besonders gut hat mir dabei das Zusammenspiel zwischen den (sehr textorientierten) Visuals und den Lesungen gefallen.

Die fette Ecke

Saturday, November 26th, 2005

Heute war ich bei der Eröffnungsparty der neuen Kreuzberger Eckkneipe Die fette Ecke (Schlesische Straße/Cuvrystraße), eines Ablegers der Bar 23 aus dem Umfeld der Pyonen bzw. von ArtEvent, alles Gruppen die mit dem Berliner Chaos Computer Club in einem wie auch immer gearteten Zusammenhang stehen. Der Name Die fette Ecke erinnert zunächst an Joseph Beuys oder an fette Hennen, ist also schon etwas ungewöhnlich für eine angesagte Kneipe, passt aber wohl besser nach Kreuzberg als Bar 23, was wiederum besser in den Prenzlberg passt.
Es war proppenvoll, und dazu gab es ziemlich lauten Humppa-Techno (dieses Kompositum ist von mir, trifft aber die Musikrichtung ziemlich gut), also eine wenig interessante Form der Technomusik. Das Publikum zerfiel in zwei Gruppen: es gab ein paar Zwanzig- bis Dreißig-Jährige, die überwiegend aus der „Chaosfamilie“ waren und zudem eine große Gruppe von gesichtsalten Über-Dreißig-Jährigen, die wahrscheinlich aus der goldenen Technozeit übriggeblieben waren. Die eine oder andere verwelkte Techno-Hippe hatte allerdings einen knackigen Jung-Lover im Schlepptau (wie machen die das bloß?).
Da dann bald die ersten Gläser umfielen, hab ich mich nach dem zweiten Pilsner Urquell abgesetzt. Ich werde Die fette Ecke aber noch einmal im Normalbetrieb aufsuchen; dann wird es sicher eine nette Eckkneipe sein. Übrigens: man sollte sich nicht durch das Pseudo-Fraktur-Schild über dem Eingang abschrecken lassen (auf dem die in einer Frakturschrift obligatorische ck-Ligatur fehlt); die Location ist schon cool.

Abenteuer mit der Deutschen Bahn

Friday, November 25th, 2005

Gestern sollte es mal wieder mit dem Siemens Venturio nach Berlin gehen, aber der Winter machte nicht nur den Autofahrern zu schaffen. Zwischen Probstzella und Saalfeld/Saale gab es einen Oberleitungsschaden, und so musste ich in Lichtenfels erfahren musste, dass es nicht weitergehen werde.
Stattdessen wurde ich über Bamberg und Würzburg umgeleitet, so dass sich meine planmäßige Ankunftszeit von 21.25 Uhr auf 23.33 Uhr verschob, woraus sich eine Verspätung von 128 Minuten ergab. Damit endeten die Schwierigkeiten aber nicht!
Bei der Ankunft in Göttingen ließ sich nur eine Tür im zweiten Zugteil des ICEs öffnen, so dass ich mit zahlreichen anderen Fahrgästen mit dem Gepäck im Schweinsgalopp durch drei Wagen laufen musste, um aussteigen zu können. (Ihr könnt euch schwer vorstellen, welche Panik in so einer Situation entsteht, da ja zu befürchten ist, dass der Zug weiterfährt, bevor man ausgestiegen ist.)
Der Anschlusszug ICE erreichte Berlin-Ostbahnhof um 00.05 Uhr am Folgetag, so dass sich eine Gesamtverspätung von 160 Minuten ergab. Außerdem gab es aufgrund von „logistischen und technischen Problemen“ im Bordrestaurant nur noch Kaltgetränke!

Euro-bill tracker

Monday, November 21st, 2005

Last week somebody draw my attention to an initiative that has been existing for more than three years without my noticing it (although mentioned in the Euro article on Wikipedia): The Euro-bill tracker. You can register the euro bills that you carry with you and it gives you all the details about them (where they come from, where they have been printed, if they have been sighted before) and what is more: as soon as somebody else comes across your notes and registers them with the system, you’ll get an email and can follow your bills around.
Of course, it is quite a nuisance to register your notes. Although the initiative is very interesting, I fear that I won’t have the time to take part in an efficient way. :-(

Harry Potter 4 im Kino

Monday, November 21st, 2005

Am Freitag war ich in der Spätvorstellung von Harry Potter und der Feuerkelch. Ich kann den Film durchaus empfehlen, denn es ist wirklich kein Kinderfilm mehr, sondern mehr eine Teenager- oder Coming of Age-Thriller. Ich denke auch, dass der Film für Kinder zu gruselig ist. Interessant ist, dass der Film insgesamt recht dunkel ist, dabei aber viel mehr Humor hat als Harry Potter und der Gefangene von Askaban, obwohl ich diesen für den ersten „richtigen“ Harry-Potter-Kinofilm halte, jedenfalls für den ersten, der mir richtig gefallen hat. Allerdings gefällt mir der neue Harry-Potter-Film sogar noch etwas besser. Er ist von Anfang an spannend und die Spannung reißt eigentlich nie ab, selbst in den ruhigen Passagen, wo es mehr um Zwischenmenschliches geht. Besonders witzig ist die Journalistin Rita Skeeter, die sich so richtig journalistisch verhält. Auch die etwas komplizierten Paarungsversuche der Jugendlichen sind recht unterhaltsam.
Es war sehr schwer, den sehr umfangreichen Roman in ein Drehbuch zu quetschen. Deshalb legt der Film am Anfang ein rasantes Tempo vor. Es gibt übrigens praktisch keine Unterrichtsszenen mehr. Die wichtigste Botschaft des Films ist wohl: Misstraue Autoritäten! Da kann man nur zustimmen!

Symbols of craftmanship

Friday, November 18th, 2005

Symbols of craftmanship

Although I had lots of other things to do today, I lost some time finding out what the symbols of craftmanship are, because some days ago I had posted a picture on Flickr with a lot of such signs and I wanted to know what they meant. I started on my own, but then I needed help. Fortunately, the German Wikipedia contained a not very informative entry on Zunftzeichen which had some helpful links. In the meantime I have annotated my photo.

Sprachtipp: Plural der Substantive auf -el

Friday, November 18th, 2005

Kürzlich habe ich in einer renommierten Zeitschrift einen Artikel über ein „Nano Zentrum“ gelesen (wir wissen inzwischen, dass die Schreibung Nano-Zentrum richtig wäre). Dort wurde über verschiedene „Partikel“ berichtet, die das Zentrum erforscht. Es muss in der deutschen Standardsprache allerdings Partikeln heißen. Hier die Regel:

Bei maskulinen Substantiven auf -el wird der Plural (außer im Dativ) ohne -n gebildet, bei femininen mit -n.

Beispiele: Maskulinum: der Apfel > die Äpfel, der Knödel > die Knödel (außer – wie schon berichtet – bei Karl Valentin), der Artikel > die Artikel; Femininum: die Regel > die Regeln, die Partikel > die Partikeln usw.

Hintergrund

Diese Regel ist einmal willkürlich festgelegt worden, um Singular und Plural bei den Feminina besser unterscheiden zu können, sonst würden nämlich Artikel und Substantiv die gleiche Form haben, und man wüsste nicht, ob von einer Partikel oder von mehreren Partikeln die Rede ist. Beim Maskulinum stellt sich das Problem aufgrund der unterschiedlichen Artikelformen nicht. Da aber Partikel so ähnlich klingt wie Artikel, dessen Plural eben ohne -n gebildet wird, kommt es hier häufig zu Fehlern.

Semmelnknödeln

Sunday, November 13th, 2005

Gestern konnte das übliche Treffen des Erlanger Chaos Computer Clubs nicht wie gewohnt im E-Werk statt, weil dort mal wieder eine FSK30-Party stattfand. Das ist eine Party für Über-30-Jährige, die offenbar der reinste Publikumsmagnet ist. Ich finde solche Altersbegrenzungen (nach oben wie nach unten) ja immer etwas sonderbar, denn Alter ist doch irgendwie kein wirklich relevantes Kriterium – na, die Partyveranstalter werden wissen, was sie tun.
Kurzerhand hat uns blackwing in sein Studentenwohnheim zum Essen eingeladen. Es gab Gulasch mit Semmelknödel (oder heißt es Semmelnknödeln?) :-) , und die waren sogar aus alten Brötchen handgemacht vom Meister persönlich! Das Fleisch war etwas zäh, aber die Soße und die Knödel dafür umso leckerer, und dafür muss man ja den Koch loben, zumal das Erstellen von Semmel(n)knödel(n) bestimmt eine Menge Arbeit macht.
Ich hatte als kleinen Beitrag einen leckeren Wein mitgebracht, einen Garnacha von 2002 aus dem Hause Príncipe de Viana (benannt nach dem Príncipe de Viana, dem Titel der Erben des Königreiches Navarra. Leider war eine Flasche für uns alle dann doch etwas knapp. Ich habe dann später noch ein lokales Kellerbier getrunken, das auch gut geschmeckt hat, aber an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere. :-(
Zum Nachtisch gab es dann noch Maronen und blackwings Einführung in GNU Screen. Nebenbei habe ich vom Gastgeber einen Buchtipp bekommen (von dem ich später berichten werde) und einen Hinweis auf das 23-Wiki, das ich noch nicht kannte, obwohl ich ja schon über die 23 berichtet habe.

Lungarno

Saturday, November 12th, 2005

Lungarno

Eigentlich ist der Herbst ja dieses Jahr ausgesprochen angenehm; dennoch ist mir diese lichtlose Jahreszeit eher unangenehm, und so habe ich mich wehmütig an meinen Forschungsaufenthalt in Italien im letzten Jahr erinnert. Unter anderem war ich in der Toskana und bis Mitte November war dort bestes Wetter, wie das beiligende Foto aus Florenz (mit dem Ponte Vecchio und dem Ufer des Arnos, italienisch Lungarno) beweist. Genau vor einem Jahr bin ich dann nach Deutschland zurückgekommen und habe mich gefragt, warum unsere Vorfahren eigentlich in diesen Kühlschrank gezogen sind.

Bürgernetz

Friday, November 11th, 2005

Heute abend war ich beim Stammtisch des hiesigen Bürgernetzes in einer sehr netten Kneipe, die ich noch nicht kannte, dem Stöhrenkeller. Es ist ein Bierkeller, in dem man nicht im Freien sitzen kann (ist eh zu kalt) und der untypischerweise vor allem junges Publikum anzieht. Die Atmosphäre ist ganz nett, aber ich fand den Service unzureichend und das Essen doch etwas zu schlecht angesichts des hohen Preises.
Unter anderem habe ich das Gespräch auf das Problem der Vorratsdatenspeicherung gebracht, aber offenbar scheint man durch die erfolglosen Aktionen des letzten Jahres gegen die TKÜV bereits derart aufgerieben zu haben, dass nun eine eher phlegmatische Einstellung dominiert, was natürlich der falsche Ansatz ist, denn selbst wenn pro Woche nur 300 GB Daten anfallen sollten, sind das pro Monat 1,2 TB, und das ist einfach zuviel für so einen kleinen Verein wie das Bürgernetz. Die Frage ist auch, was dieses Datensammeln bringen soll.
Ich hoffe mal, dass die Vorratsdatenspeicherung letztlich scheitern wird, denn sie verschafft uns wenig Sicherheit, aber dafür gewaltigen Aufwand!