Die fette Ecke

Heute war ich bei der Eröffnungsparty der neuen Kreuzberger Eckkneipe Die fette Ecke (Schlesische Straße/Cuvrystraße), eines Ablegers der Bar 23 aus dem Umfeld der Pyonen bzw. von ArtEvent, alles Gruppen die mit dem Berliner Chaos Computer Club in einem wie auch immer gearteten Zusammenhang stehen. Der Name Die fette Ecke erinnert zunächst an Joseph Beuys oder an fette Hennen, ist also schon etwas ungewöhnlich für eine angesagte Kneipe, passt aber wohl besser nach Kreuzberg als Bar 23, was wiederum besser in den Prenzlberg passt.
Es war proppenvoll, und dazu gab es ziemlich lauten Humppa-Techno (dieses Kompositum ist von mir, trifft aber die Musikrichtung ziemlich gut), also eine wenig interessante Form der Technomusik. Das Publikum zerfiel in zwei Gruppen: es gab ein paar Zwanzig- bis Dreißig-Jährige, die überwiegend aus der „Chaosfamilie“ waren und zudem eine große Gruppe von gesichtsalten Über-Dreißig-Jährigen, die wahrscheinlich aus der goldenen Technozeit übriggeblieben waren. Die eine oder andere verwelkte Techno-Hippe hatte allerdings einen knackigen Jung-Lover im Schlepptau (wie machen die das bloß?).
Da dann bald die ersten Gläser umfielen, hab ich mich nach dem zweiten Pilsner Urquell abgesetzt. Ich werde Die fette Ecke aber noch einmal im Normalbetrieb aufsuchen; dann wird es sicher eine nette Eckkneipe sein. Übrigens: man sollte sich nicht durch das Pseudo-Fraktur-Schild über dem Eingang abschrecken lassen (auf dem die in einer Frakturschrift obligatorische ck-Ligatur fehlt); die Location ist schon cool.

One Response to “Die fette Ecke”

  1. blogkobold says:

    “Alter ist doch irgendwie kein wirklich relevantes Kriterium”…???
    Außer vielleicht bei “gesichtsalten Über-Dreißig-Jährigen” und “verwelkten Techno-Hippen”. Mmh. Muss ich mal drüber nachdenken. Hat der Jugendwahn zugeschlagen? Oder waren auch Über-Vierzig-Jährige da?

Leave a Reply