Troja

Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, den Film Troja zu sehen, und dann gleich in der englischen Originalfassung. Der Film löste nicht gerade Begeisterungsstürme bei den anderen Zuschauern aus. Ich war aber doch relativ zufrieden. Der Film folgt zwar nicht in allen Punkten genau der Ilias, aber die wichtigsten Elemente sind vorhanden. So reiht sich auch der Film in den Troja-Mythos ein. Ich möchte ihn daher auch empfehlen!
Zudem war er ein guter Anlass, meinen Homer wieder hervorzukramen. Ich brauche allerdings mal eine modernere Ausgabe. Am liebsten wäre mir ja eine Interlinearübersetzung, denn meine Kenntnisse des Griechischen sind doch ziemlich verblasst und die Glossen in meiner alten Ausgabe reichen nicht mehr hin.

3 Responses to “Troja”

  1. Pylon says:

    Ich hätte Troja gerne im altgriechischen Original gesehen — mit deutschem/englischem Untertitel ;-)

    Mich hat es echt erstaunt, dass die Macher des Films die Illusion geschafft haben, dass die Belagerung Trojas nur ein paar Tage, allemal Wochen gedauert habe, wo es doch bei Homer zehn Jahre sind. Auch, dass Paris den Pfeil mit Apollos Hilfe auf Achilles ziehlt, bleibt im Verborgenen. Bei Achilles wurde ganz vergessen zu berichten, dass er (bis auf die Fersen) unverwundbar ist. Um nur ein paar Kleinigkeiten zu aufzuzählen, die mir aufgefallen sind. Generell kommt der Mythos zu kurz — vielleicht hätte es zu viele Special Effecs gekostet.

    Dennoch ist es ein sehr eindrucksvoller Film mit einigen atemberaubenden Szenen.

  2. maha says:

    Altgriechische Fassung: gern… Ja, dass sie den Krieg so kurz dargestellt haben, fand ich auch nicht gut. Man hätte es wohl so machen sollen wie Homer, nämlich im 10. Jahr anfangen und die Vorgeschichte in Rückblenden erzählen. Die Mythologie wegzulassen, war übrigens erklärtes Ziel der Filmemacher. Das finde ich auch legitim.

  3. Kunar says:

    Die Mythologie wegzulassen verändert aber die Bedeutungen einiger Handlungen völlig. Während man in der Sage gleich weiß “Das gibt Ärger!”, wenn Achilles die Götter erzürnt, bleiben im Film die Tempelentweihung, die Ermordung der Priester usw. ungesühnt. Offenbar folgt der Film “Troja” einer atheistischen Weltsicht, nach der man sich nicht vor den Göttern, sondern höchstens ihren Anhängern zu fürchten braucht. Die Arroganz und Respektlosigkeit des Achilles wird im Film an anderen Stellen deutlich; jedoch fehlt der Zusammenhang, daß er sich den vergifteten Pfeil letzten Endes selbst eingebrockt hat.

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