Archive for April, 2006

München

Friday, April 28th, 2006

Am Montag war ich aus dienstlichen Gründen in München. Dort traf ich mich mit effpunkt. Wir gingen passenderweise ins Hackerbräu, wo das Essen allerdings nur mittelprächtig ist. Dann saßen wir vor dem Uni-Hauptgebäude auf dem Geschwister-Scholl-Platz und tranken noch einen Kaffee. Es war viel zu heiß, wenn man bedenkt, dass noch vor wenigen Tagen Schnee lag. Jedenfalls konnte ich es im T-Shirt kaum aushalten (im Schatten!).

Den Nachmittag verbrachte ich in einer Sitzung und abends ging es wieder heim. München wirkt bei gutem Wetter sehr schön, allerdings hat es immer den Flair einer eher kleinen Stadt, jedenfalls kann man alle wichtigen Gänge zu Fuß verrichten. Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat die Stadt einen neuen Werbefilm produzieren lassen, der allerdings an den Hut-Film nicht heranreicht. Die Idee mit dem Bayernhut ist schon recht passend und außerdem wird in dem Hut-Film von 2001 sogar ein schwules Paar gezeigt und das in Bayern! Der Hut-Film kommt auch lockerer rüber als der neue Werbefilm.

Easterhegg

Sunday, April 23rd, 2006

Tim und Angelo haben ja schon über den Easterhegg im neu eingerichteten metalab in Wien berichtet. Außerdem ist es inzwischen wahrscheinlich zu spät für einen ausführlichen Bericht, weil sich doch schon einiges rumgesprochen hat. Ich fand die Veranstaltung sehr gelungen und möchte hier mal meine persönlichen Programm-Highlights auflisten:

Man sieht schon, dass ich nicht viel vom Programm mitgenommen habe, was aber auch daran lag, dass ich die Stadt sehen und erleben wollte. Nett waren auch die spontanen metalab-Partys am Samstag und Sonntag. Überhaupt war die Atmosphäre sehr kuschelig. Die Location wird den Wiener Netz- und Cyber-Aktivisten sicher noch viel Freude machen.

Wiener Kaffeehauskultur

Monday, April 17th, 2006

Gestern habe ich mit „Starbug“ die Wiener Innenstadt mit der Bim umfahren. Das ging erstaunlich schnell, was beweist, dass Wien – zumindest die Innenstadt – gar nicht so groß ist. Anschließend waren wir im berühmten Café Landtmann neben dem Burgtheater. Dort haben wir jeder einen speziellen Wiener Kaffee gekostet: ich einen „Kaffee Maria Theresia“ mit Cointreau und Starbug einen „überstürzten Neumann“. Sehr lecker! Dazu aß ich eine Marroni-Blüte und Starbug eine Kardinalsschnitte, die wahrscheinlich so heißt, weil sie eine rote Kappe hat und rot-weiß gestreift ist (wie eben ein Kardinal).
Das Café Landtmann ist ja besonders bekannt für seine Pressekonferenzen. Also haben Starbug und ich dort auch über Pressearbeit gesprochen.

Heuriger

Sunday, April 16th, 2006

Am ersten Abend des Wiener Easterhegg wollte ich mal erfahren, wie eigentlich ein Heuriger funktioniert und verabredete mich mit einem österreichischen Kollegen und seiner Frau in Neustift am Walde zum Heurigen. Zusammen mit Salmannsdorf gibt es dort eine Reihe von nicht ganz so touristisch überlaufenen Heurigenlokalen wie in Grinzing. Da sich die beiden auskannten, fanden wir uns in einem sehr schönen Lokal am Kaminfeuer zusammen, nämlich beim Fuhrgassl-Huber. Dort gab es einen sehr frischen Neuburger aus den typischen großen Bechern (aus denen man anderswo eher Bier trinken würde), der sehr mundete. Dazu konnte man sich an einem Büffet Fleisch und Salat geben lassen: Ich kostete eine halbe Debreziner, ein Stück Schopfbraten (in Deutschland: Schweinenacken) und einen kleinen Streifen Geselchtes, das unserem Kasseler ähnelt. Zum Nachtisch gab es eine leckere Mehlspeise, nämlich eine Rumkugel.

Da Karfreitag war (in Österreich kein gesetzlicher Feiertag), gab es keine Musik, allerdings gab es im Nachbarraum eine Geburtstagsfeier und dort spielte jemand kurz auf dem Akkordeon. Das Fehlen der typischen Musik fand ich aber sehr positiv, da man sich besser unterhalten konnte. Natürlich konnte man wegen des anhaltend kalten Wetters leider noch nicht draußen im Weinberg sitzen. Das muss ich dann noch einmal bei einem sommerlicheren Besuch nachholen. Ich weiß ja jetzt, wo ich hingehen muss.

Sind Apple-Nutzer Terroristen?

Saturday, April 15th, 2006

Auf dem Weg zum Easterhegg in Wien wurde mir auf dem Flughafen Berlin-Tegel die volle Wucht preußischen Sicherheitsfanatismus bewusst gemacht. Ich war mit meinem Apple PowerBook ja schon in und durch die sicherheitsfanatischen USA gereist, aber noch nirgends war mein Apple-Netzteil zum Stein des Anstoßes geworden. Anders in Berlin: Beim Apple-Netzteil kann man die Schnur an einem Ende aufwickeln. So hatte ich das auch immer gemacht. Bei der Sicherheitskontrolle in Berlin wurde mein Rucksack dreimal durch die Durchleuchtungsmaschine geschickt, danach musste ich alles auspacken. Dummerweise hatte ich einen ziemlich unaufgeräumten Kulturbeutel, und es war mir schon sehr peinlich, meine Kondome in der Öffentlichkeit auszupacken, zumal nicht nur mir bewusst wurde, dass deren Verfallsdatum schon längst überschritten war…

Schließlich gab der Sicherheitsbeamte zu, dass er nach einer Spule suchte, und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: er meinte mein Apple-Netzteil. Als ich es ihm aus dem Rucksack holte, beäugte er es kritisch und ließ mich endlich weiterziehen.

Ich gebe zu, Apple-Nutzer sind nicht manchmal etwas seltsam, aber Terroristen nutzen doch sicher weniger auffällige Hardware…

Das Porträt im 20. Jahrhundert

Tuesday, April 4th, 2006

Nur damit hinterher niemand sagt, er oder sie habe es nicht gewusst: Im Deutschen Historischen Museum findet noch bis zum 9. April 2006 eine interessante Fotoausstellung statt mit dem Titel Das Porträt im XX. Jahrhundert: Fotografien aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums & Die Fotografen Theo und Hans Schafgans. Natürlich befinden sich in der Sammlung des Museums überwiegend Fotografien, die etwas mit der deutschen Geschichte zu tun haben, vor allem offizielle Porträtfotos von Staatsmännern und dergleichen. Allerdings sind auch ein paar schöne dokumentarische Porträts dabei, zum Beispiel einige von August Sander. Der allgemeine Teil hat mir sehr gut gefallen, die Schafgans-Porträts hingegen haben etwas vom Mief der Bonner Republik und sind am Ende etwas monoton. Dennoch sind auch sie interessant. In der anderen Ausstellung steckt eine sehr große Vielfalt in den Porträts und man kann sogar gewisse Entwicklungen in der Porträt-Fotografie erkennen, zum Beispiel dahingehend, Gesichter immer stärker anzuschneiden. Es handelt sich auf jeden Fall um eine sehenswerte Ausstellung.

Filmempfehlung: Ray

Monday, April 3rd, 2006

Ich muss gleich wieder einen Film empfehlen, nämlich Ray, einen biographischen Film über den blinden Musiker Ray Charles (mit viel guter Musik, imdb), für dessen Überlänge man allerdings etwas Zeit mitbringen sollte. Ich habe den Film durch einen dummen Zufall entdeckt, denn eigentlich wollte ich aus der Videothek meines Vertrauens den Film Red Eye ausleihen, bekam aber stattdessen – ohne es zu merken – den Film Ray. Normalerweise kontrolliere ich immer, ob ich den richtigen Film habe. Diesmal habe ich den Kontrollblick vergessen und hatte prompt den falschen. Möglicherweise ist es auch der Typ in der Filmgalerie in Schuld gewesen, weil er mir einen möglicherweise deutlich schlechteren Film ersparen wollte oder weil ich ihm zu tief in die Augen geschaut hatte.

Der Film ist sehr mitreißend und vermittelt einen deutlichen Eindruck in das Verhältnis zwischen Weißen und Afro-Amerikanern im Amerika der 1950er und 60er Jahren – letztlich auch noch aus einer Zeit (60er), in der ich schon auf der Welt war. Das ist sehr beeindruckend. Leider musste ich ja kürzlich erfahren, dass es zwar keine offizielle Diskriminierung mehr gibt, dass aber das Problem immer noch nicht überwunden ist. So wirkte der Film, der zum Teil in Houston spielt, noch stärker auf mich. Vielen Dank also an den unbekannten Mitarbeiter der Filmgalerie!

Mid-West roadtrip pics online

Monday, April 3rd, 2006

Jefferson Westward Expansion Arch

I finally managed to get my pics of our mid-west roadtrip online. Take a look at my flickr photo set.

On the left, you see part of the Jefferson National Expansion Memorial in St. Louis, Missouri, which may be a good symbol for our road trip.

Filmtipp: Waking Life

Sunday, April 2nd, 2006

Heute abend wurde im Club der Animationsfilm Waking Life gezeigt (ich hab hier die Wikipedia verlinkt, weil imdb nicht viel hergibt, dafür aber die Film-Homepage und das sehr nützliche Textbuch). Der Film verarbeitet eine Unmenge an philosophischen Themen, besonders schön ist der Abschnitt über den Freien Willen. Man beachte dabei auch den Hintergrund (Schiefer Turm von Pisa). Interessant ist, dass sich die graphischen Darstellungen bisweilen anpassen an den Kunststil der Zeit aus dem die besprochenen Philosophen stammen. Es handelt sich eindeutig um einen Film, den man mehrmals sehen sollte. Ich gebe ihm fünf von fünf Sternen!