Archive for August, 2006

Siegfried & Götterdämmerung

Thursday, August 31st, 2006

To cut a long story short here are my experiences from the last two Ring operas in Bayreuth this year. On Friday we saw Siegfried (opera) which I had always considered my least favorite Ring opera: If it hadn’t been for Siegfried killing the dragon, nothing much happens during the four-hour opera. But I liked the Bayreuth version very much. The director Trankred Dorst proved his mastery of very different styles: whereas the first act was very vivid, Wotan‘s dialogue with Erda (excellent singer!) was very static and the blue light added to the atmosphere.

The Ring cycle closed with Götterdämmerung, i.e. Twilight of the Gods, where the Gods don’t appear with the exception of the Norns who aren’t really Godesses, as far as I understand. Their singing was very good by the way. The last opera was the first that Richard Wagner composed, before he decided to make a whole cycle out of it. So the whole story is told which can be a bit repetitive. But I have to admit that the 6,5 hours (including two intervals) never became too long…

The Valkyrie

Thursday, August 24th, 2006

After Das Rheingold, the prelude to Richard Wagner‘s Der Ring des Nibelungen, we went to the first real Wagnerian opera of the trilogy yesterday: Die Walküre. It was a very dramatic night – not only where the opera’s contents were concerned. The leading tenor Endrik Wottrich (playing Siegmund) was “indisposed” and still wanted to sing his part in the first act. That turned out to be less fortunate. He was later replaced by Robert Dean Smith who then turned out to be one of the greatest singers of the night! Sometimes it is better to give up in time!

Again, it was fun to watch the audience: One elderly lady came dressed like a Valkyrie with a small helmet on her head. She looked a bit like Hamlet, the son of Häger the Horrible. All in all: a visit to this lengthy opera is worth every moment of it…

The Richard Wagner Experience 2006

Wednesday, August 23rd, 2006

I had been applying for tickets for the Wagner Festival for 8 years, before I got one last year. My mother was required to wait 10 years, before she got a ticket this year. So we got tickets for Der Ring des Nibelungen, i.e. the whole cycle of four operas. Today we saw the first, i.e. the comparatively short (2.5 hours) prelude to Richard Wagner‘s trilogy: Das Rheingold. To cut a long story short: I rather liked the experience, although critics
(NY Times review, podcast, Klassik heute, taz) were not very happy about Tankred Dorst‘s production.

The production was very “static”, but I’m convinced that this was a leading idea of the director, which doesn’t mean that I liked that particular idea, but the overall result was quite good. Two of the singers were less convincing (the alto Rheintochter and Froh whose voice was simply not strong enough), but the overall musical level was quite impressive.

The major attraction of the Bayreuth Festival is the main atmosphere: people from all over the world, dressed in fancy clothing, eating Bratwurst on Bayreuth’s green hill. This is so strange! Don’t miss it, this is extroordinary!

Bamberger Reiter

Tuesday, August 15th, 2006

Bis vor einigen Jahren galt das Restaurant Bamberger Reiter als eines der besten und teuersten in Berlin-Schöneberg. Leider hatte ich einen Besuch des Restaurants seinerzeit verpasst, bevor es schloss. Vor einiger Zeit habe ich dann entdeckt, dass es fast am selben Ort eine Neuauflage des Restaurants gibt unter dem Namen Neuer Bamberger Reiter. Das habe ich gestern an einem überraschend lauen Abend ausprobiert. Man konnte zwar ganz nett im Vorgarten sitzen und es gab Stoffservietten, aber leider auch Negatives: Auf der Karte wurde Château Landonnet, ein Entre-Deux-Mers-Wein des Jahrgangs 2003 angeboten (aus Soulignac), es gab ihn aber nur aus dem Jahr 2004 (natürlich zum gleichen Preis). Die Nudeln waren zu weich gekocht und die Pfifferlinge kamen aus dem Tiefkühlfach. Die Käseplatte war übersichtlich und mindestens der Chaumes war zu alt. Am schlimmsten fand ich jedoch, dass ein Restaurant, das sich Bamberger Reiter nennt, Heineken als Fassbier anbietet. Eigentlich wäre bei diesem Namen ja fränkisches Bier, wenn nicht gar fränkische Küche angemessen. Das Preis-Leistungsverhältnis lässt auch noch Wünsche offen.

Aber genug des Lamentierens! Das können andere besser, wie hukl gerade festgestellt hat. Sehr witzig!

Solaris, K-Pax, Ewiger Gärtner, V

Monday, August 14th, 2006

Nachdem uns der Sommer verlassen hatte, habe ich mal wieder ein Kino-Wochenende eingelegt. Das wurde auch mal wieder Zeit, denn Sommer, Sonne und Arbeit haben mich ziemlich davon abgehalten, mit dem Filmprogramm hinterher zu kommen. Am Samstag sah ich mit Keks zwei Science Fiction-Filme: Solaris von Steven Soderbergh und K-PAX. Beide haben Romanvorlagen, die ich mal lesen sollte. Schade nur, dass Solaris im Original auf Polnisch verfasst ist, das zu lernen ich erst wieder Lust haben werde, wenn es in Polen wieder einen politischen Frühling gibt. Ich bin sicher, dass das geschehen wird…

Der Film Solaris ist jedenfalls etwas zu langsam für meinen Geschmack, und ich habe das Gefühl, dass die Grundidee der Geschichte reduziert wird auf das Verhältnis zwischen dem Protagonisten und seiner Frau. Das ist irgendwie schade. In den Romanen von Stanisław Lem geht es ja meist um mehr. Das ist der Grund, warum ich ihn lesen muss.

Der Film K-Pax reicht künstlerisch wahrscheinlich nicht an Solaris heran, ist aber gut gemacht und unterhaltsam. Man kann sich sogar danach noch darüber unterhalten, was eigentlich passiert ist. Ein sehr schöner Vorläufer dieser Geschichte ist die Erzählung Lokis von Prosper Mérimée, zumal ein Sprachwissenschaftler hier im Mittelpunkt steht.

Am Sonntag habe ich den Film Der ewige Gärtner (imdb-Eintrag, Webpräsenz) gesehen, der auch etwas langsam beginnt, dann aber plötzlich unheimlich an Geschwindigkeit gewinnt. Besonders schön ist seine nicht-lineare Erzählstruktur. So etwas mag ich ja. Auch wenn mir das Ende nicht wirklich gefällt, möchte ich den Film unbedingt empfehlen. Danach gab es dann noch V wie Vendetta (imdb-Eintrag, ofdb-Eintrag, Webpräsenz), sozusagen als schweren Nachtisch. Der Film oder seine Comic-Vorlage verquicken mehrere Dystopien (den totalitären Überwachungsstaat, manipulative Gentechnik, Wasserkrise) mit einer Mischung aus Messianismus, Phantom der Oper und Robin Hood. Das ist letztlich zuviel des Guten. Hinzu kommt die Last der vielen Spezialeffekte und Visual Effects. Weniger wäre mehr!

H4x0r-Quiz

Monday, August 7th, 2006

Gestern fand ein 1337es H4x0r-Quiz auf der ICMP statt. Die Macher hatten wirklich ein gutes Händchen, denn so ziemlich alle Themenbereiche waren vertreten. Da man in Gruppen teilnahm, konnten sich alle Gruppenmitglieder einbringen. Wir, das Orga-Team, haben auch ganz gut abgeschnitten, allerdings gab es zwei bessere Teams. An der Schnitzeljagd habe ich mich nicht beteiligt, weil mir das Wetter einfach nicht zusagte, denn gestern gab es dann doch den befürchteten Starkregen, und um das Hauptzelt mussten Gräben ausgehoben werden. Daher das Hinweisschild: „Du stehst vor einem Graben“ (in Anlehnung an das Telefon-Labyrinth des POC, wo es immer heißt: „Du stehst vor einer Wand.“)

Abends wurde noch heftig Geburtstag gefeiert, denn um Mitternacht gab es zwei Geburtstagskinder und damit Rotkäppchen (Sekt) und Chunk; beides regt ja an und so war ich bis drei Uhr wach, um dann aber umso besser zu schlafen.

Schwein gehabt

Sunday, August 6th, 2006

Der dritte Tag der ICMP stand ganz im Zeichen des Schweins, denn tox und wuerfel hatten ein Spanferkel besorgt und auf den Spieß gespannt. Der musste dann von Hand gedreht werden, bis das Schwein nach fast neun Stunden gar war und ziemlich gut schmeckte. So ein Schwein selbst zu grillen, zeigt sehr schön, wie schwer es ist, gutes Essen zuzubereiten. Dazu gab es Krugbräu aus Waischenfeld-Breitenlesau und Hetzelsdorfer von Penning-Zeißler aus Pretzfeld-Hetzelsdorf. Beide Biere schmeckten sehr gut, allerdings schmeckte mir das dunkle Krugbräu doch eine Spur besser.

Am Sonntagvormittag folgte dann eine Brauereiführung bei Loscher, die ich allerdings wegen der frühen Stunde verpasste. (Eigentlich war ich schon wach, aber ich wollte bei Regen nicht aus dem Zelt.) Am Nachmittag war das Wetter dann frisch, aber trocken. Mal sehen, ob es so bleibt. Dann hätten wir auch im übertragenen Sinn Schwein. :-)

Forensik

Friday, August 4th, 2006

Der Abend des ersten Tages der ICMP brachte noch einen interessanten Vortrag mit sich über Computer- und Netzwerk-Forensik. Der Vortrag sollte Folgen für den zweiten Tag haben, denn es gab eine Hausaufgabe (sozusagen einen kleinen Wettbewerb). Die erste Forensik-Aufgabe konnte ich sogar lösen (nach fünf Stunden und mit Hilfe): es ging darum, aus log-Dateien, den Ablauf eines Angriffs herauszubekommen. Die zweite, in der es darum ging, die Rohdaten eines Image zu analysieren, war mir dann doch zu schwer, oder besser: zu anstrengend. Die dritte Aufgabe ist ein richtiger Hack auf einem SCO Unix-Server. Das ist mir allerdings zu hoch.

Das Wetter des zweiten Tage ließ nach einem guten Start etwas zu wünschen übrig. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. blackwing hat leckeren Couscous zubereitet, dazu gab es Spätburgunder aus der Pfalz.

CSU im Grunde gegen Videoüberwachung?

Friday, August 4th, 2006

Nachdem der CSU-Generalsekretär Markus Söder gestern in der Tagesschau über die Vorteile der Videoüberwachung sinniert hatte (Beitrag, Diskussion), schloss er seine Ausführungen mit den folgenden Worten:

Insofern gibt es überhaupt keinen Grund, der dagegen sprechen könnte, nicht eine Videoüberwachung zu machen.

Moment, nicht eine bedeutet ,keine‘, also spricht nichts dagegen, keine Videoüberwachung zu machen, oder noch anders formuliert: es spricht nichts dagegen, auf Videoüberwachung zu verzichten. Ob das ein Freudscher Versprecher war? Ich vermute ja, dass auch führende CSU-Politiker schlau genug sind, zu verstehen, dass Videoüberwachung kein einziges Attentat verhindern konnte noch können wird, schon gar kein Selbstmordattentat. Lediglich bei der Aufklärung von Attentaten könnten sie hilfreich sein, aber sie bieten keinen Schutz vor Attentaten, wie man uns glauben lassen will. Mehr allgemeine Aufmerksamkeit, mehr Personal auf Bahnhöfen und in Zügen (damit sind keine Gorillas gemeint, sondern echte Dienstleister) wäre viel wirkungsvoller und würde zudem die Bequemlichkeit der Reisenden steigern. Die Tagesschau-Journalisten scheinen das verstanden zu haben, denn sie stellten die Meinung des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar hinter die CSU-Meinung. Da kann man hoffen, dass sich eine kritischere Haltung zur Videoüberwachung auch sonst verbreitet.

Frühquatscher

Thursday, August 3rd, 2006

Gestern bin ich auf der ICMP eingetroffen. Obwohl es erst der nullte Tag der Veranstaltung war, wirkte der Zeltplatz am Abend schon ziemlich voll. Das Wetter ließ auch kaum etwas zu wünschen übrig, obwohl es nachts einen Tick wärmer sein könnte. Mein neues Vaude-Zelt baute sich fast von selbst auf (vor allem weil mir blackwing tatkräftig unter die Arme gegriffen hat). Abends wurde lecker gegrillt und ich habe gleich ein paar nette Leute (wieder) getroffen. Auch dank der Getränkeversorgung durch die Brauerei Loscher wurde der Abend etwas länger und ich hätte deshalb auch gern länger geschlafen. Das war aber nicht möglich, weil man sich im Nachbarzelt angeregt unterhalten wollte: Da ging es nämlich um 8.45 Uhr rund. Einer der Frühquatscher hatte genau die richtige Stimmlage, um auch noch durch meine Ohrenstöpsel durchzudringen. Vielleicht sollte man ihn als Wunderwaffe einsetzen. Um 11 Uhr gab ich schließlich auf, nachdem nebenan der Subwoofer in Betrieb genommen wurde.

Der erste Tag verlief dann recht chillig und mit genügend Sonne. Zum Glück war es aber nicht zu heiß. Abends begannen dann die Vorträge und ich gönne mir gerade Erste Hilfe für Nerds, während ich diese Zeilen schreibe und eine Club-Mate trinke.