Solaris, K-Pax, Ewiger Gärtner, V

Nachdem uns der Sommer verlassen hatte, habe ich mal wieder ein Kino-Wochenende eingelegt. Das wurde auch mal wieder Zeit, denn Sommer, Sonne und Arbeit haben mich ziemlich davon abgehalten, mit dem Filmprogramm hinterher zu kommen. Am Samstag sah ich mit Keks zwei Science Fiction-Filme: Solaris von Steven Soderbergh und K-PAX. Beide haben Romanvorlagen, die ich mal lesen sollte. Schade nur, dass Solaris im Original auf Polnisch verfasst ist, das zu lernen ich erst wieder Lust haben werde, wenn es in Polen wieder einen politischen Frühling gibt. Ich bin sicher, dass das geschehen wird…

Der Film Solaris ist jedenfalls etwas zu langsam für meinen Geschmack, und ich habe das Gefühl, dass die Grundidee der Geschichte reduziert wird auf das Verhältnis zwischen dem Protagonisten und seiner Frau. Das ist irgendwie schade. In den Romanen von Stanisław Lem geht es ja meist um mehr. Das ist der Grund, warum ich ihn lesen muss.

Der Film K-Pax reicht künstlerisch wahrscheinlich nicht an Solaris heran, ist aber gut gemacht und unterhaltsam. Man kann sich sogar danach noch darüber unterhalten, was eigentlich passiert ist. Ein sehr schöner Vorläufer dieser Geschichte ist die Erzählung Lokis von Prosper Mérimée, zumal ein Sprachwissenschaftler hier im Mittelpunkt steht.

Am Sonntag habe ich den Film Der ewige Gärtner (imdb-Eintrag, Webpräsenz) gesehen, der auch etwas langsam beginnt, dann aber plötzlich unheimlich an Geschwindigkeit gewinnt. Besonders schön ist seine nicht-lineare Erzählstruktur. So etwas mag ich ja. Auch wenn mir das Ende nicht wirklich gefällt, möchte ich den Film unbedingt empfehlen. Danach gab es dann noch V wie Vendetta (imdb-Eintrag, ofdb-Eintrag, Webpräsenz), sozusagen als schweren Nachtisch. Der Film oder seine Comic-Vorlage verquicken mehrere Dystopien (den totalitären Überwachungsstaat, manipulative Gentechnik, Wasserkrise) mit einer Mischung aus Messianismus, Phantom der Oper und Robin Hood. Das ist letztlich zuviel des Guten. Hinzu kommt die Last der vielen Spezialeffekte und Visual Effects. Weniger wäre mehr!

2 Responses to “Solaris, K-Pax, Ewiger Gärtner, V”

  1. mawa says:

    Schade, dass Du nicht die Ur-Version “Solaris” von Tarkowski geschaut hast: die russische Seele kommt da viel näher an die Romanvorlage heran! Und es gibt bereits hrevorragende deutsche Übersetzungen des Romans.

    “Solaris” ist ein Sciencefiction-Opus, das Andrej Tarkowski 1972 nach seinem skandal-umwitterten Film “Andrej Rubljow” drehte. Es ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stanislaw Lem, der 1961 erschien. Während Kritiker den Roman als einen der “intelligentesten und hintergründigsten Beiträge zu Sciencefiction-Literatur” zählen, werten sie Tarkowskis Inszenierung als “eine der grüblerischsten und faszinierendsten dieses Genres” (Reclam-Filmführer 1996).”

  2. maha says:

    Ja, ich werde die Lem-Erzählung mal lesen. Ich glaube, ich habe sie sogar schon in meinem Bücherschrank (zwischen den Büchern, die ich von meinem Vater geerbt habe). Den Tarkowski-Film sehe ich auf alle Fälle, weil Sven ihn mir mitbringen will (dank meines hiesigen Eintrags…)

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