Rehrücken

Gestern war ich zum Rehrückenessen eingeladen, denn meine Gastgeber hatten von einem befreundeten Jäger ein frisch geschossenes Reh an Land gezogen. Als Vorsuppe gab es eine klare Tomaten-Consommé mit Tomaten aus dem eigenen Garten, dazu einen Rotling vom prämierten Winzer Sauer aus Franken und einen Handthaler Kerner), der mit dem Jahrgang 1997 fast schon an der Grenze war. Zum Hauptgang genossen wir zunächst einen Château Haut-Bages Libéral, der vielleicht mit seinen sechs Jahren noch zu jung war, mir aber dennoch sehr gut schmeckte. Mindestens vergleichbar war dann der 1985er Château d’Armailhac, der noch unter dem Namen Mouton-Baronne Philippe de Rothschild firmierte (wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Château Mouton-Rothschild wurde dieser Wein in Château d’Armailhac zurückbenannt). Beide Weine kommen übrigens aus Pauillac, dem Ort mit dem „längsten Marathon der Welt“. Es folgte dann noch ein Wein aus Burgund, der mir vergleichsweise wenig gemundet hat. Ich hatte eh schon genug Wein intus und trank dann nur noch einen Calvados zum Dessert, das aus einem Soufflé bestand.

Insgesamt ein tolles Essen mit hervorragenden Weinen, das mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird, zumal die „Mitesser“ waren interessante Leute waren, von denen fast alle gerade ein Buch schreiben oder publiziert hatten, sogar ein Krimiautor war dabei, von dem ich leider bisher noch nichts gelesen habe; das muss sich ändern! Am Einheitstag habe ich dann erst mal kräftig ausgeschlafen, um ausgeruht wieder an mein eigenes Buch gehen zu können.

2 Responses to “Rehrücken”

  1. gerd says:

    Naja…Rehrücken, da kann man geteilter Ansicht sein. Insbesondere wenn der Vater Jäger war und einen die ganze Kindheit Hasen, Rehe, Taubensuppe, … serviert wurden.

    Dann mag man als Erwachsener später lieber moderne Küche mit Lasagne, Auflaufgerichten und Pizzen (ist jedenfalls meine Erfahrung in Essgewohnheiten). Da hätte ich lieber den Wein getrunken, denn den gab es in meiner Kindheit nicht.

  2. maha says:

    Als Großstadtkind hab ich eben kein Wild mitbekommen…

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