Archive for November, 2006

Wikimedia Deutschland in Frankfurt am Main

Wednesday, November 29th, 2006

Am Sonntag war Tag der offenen Tür bei Wikimedia Deutschland in Frankfurt-Höchst. Nach der Vorstandssitzung des Vereins in der Alten Schule in Neu-Anspach war ich zum ersten Mal im neuen Büro. Es ist komfortabel groß, schön hell, an der Wand hängen die Gewinnerfotos des Wikimedia-Commons-Bildwettbewerb 2006, unter anderem eins von flosch; an der anderen Wand ein schwedisch anmutendes Regal mit Uhren, die neben der Zeit in Florida und Berlin auch die Koordinierte Weltzeit anzeigen. Moderne Rechner und WLAN sind auch vorhanden. Da kann sicher gut gearbeitet werden. Außerdem sind die Schreibtische und auch der dazugehörige Konferenzraum der Bürogemeinschaft gut geeignet für solche Treffen wie das am Sonntag. Man könnte hier von Zeit zu Zeit kleinere Arbeitstreffen veranstalten. Aber vor allen Dingen gibt es jetzt ein festes Büro mit Arne Klempert als Geschäftsführer, den man leicht über die Vanity-Rufnummer 0700-WIKIMEDIA zu den üblichen Bürozeiten erreichen kann. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des freien Wissens erreicht.

Wenn ich mir die Situation der Wikipedia vor drei Jahren vorstelle, hat sich mächtig was getan. Und was besonders erfreulich ist: bisher wird das Ganze vor allem von den Wikipedianern getragen – auch finanziell. Der Verein könnte natürlich noch mehr Mitglieder und Spenden gebrauchen…

Götterdämmerung in München

Saturday, November 25th, 2006

Am letzten Sonntag bin ich nach München gefahren, um dort die Götterdämmerung von Richard Wagner in der Bayerischen Staatsoper zu sehen. Die Aufführung war sehr eindrucksvoll und hat mir sogar besser gefallen als die diesjährige Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen. Natürlich ist die Bayreuther Atmosphäre immer außergewöhnlich und unbedingt erlebenswert, aber die Personenregie, die Leistung des Bayerischen Staatsorchesters und möglicherweise die künstlerische Leistung einzelner Sänger war Bayreuth weit überlegen!

Es war mein zweiter Besuch im Nationaltheater München. Das Treppenhaus und die Vorräume zum Zuschauerraum haben eine abstoßende Fünfzigerjahre-Ausstrahlung, aber die vorderen Räume sind sehr repräsentativ. Interessant ist das Emblem mit den übereinander gesetzten Buchstaben M und i. Es steht für König Maximilian I.. Interessant ist, dass der erste Herrscher mit einem Namen schon zu Lebzeiten mit einer I signiert. Das liegt wohl daran, dass er damit seinen neuen Status als König unterstreichen will, denn vorher war er als Maximilian IV. Joseph Herzog von Bayern und Kurfürst.

Die Fahrt hat sich sehr gelohnt! Mit dem Zug geht das leider nur am Sonntag, weil es nur sonntagabends um Mitternacht (genau genommen am Montag um 0.01 Uhr) einen Zug gibt, mit dem man aus München wegkommt (der letzte davor fährt um 20.44 Uhr!). Vor der Aufführung habe ich lecker bei Hacker-Pschorr gegessen und zwischen Aufführung und Zug noch ein kühles Bier beim Augustiner-Bräu getrunken. München ist zwar teuer, aber durchaus lebenswert.

Indisches und Punkiges in Erlangen

Sunday, November 19th, 2006

Gestern war ich bei flip und daizy in Erlangen, um die Kasse des bits’n'bugs zu prüfen. Die Angelegenheit war relativ unproblematisch, weil es wenige Kontobewegungen gab. Nach getaner Arbeit gab es ein sehr leckeres indisches Essen, das daizy gekocht hatte. Es gab als Vorspeise Samosa und dann Sabzi Pulau mit Mogulsauce. Als Nachtisch gab es Bananensplit und zu trinken passender Weise Mango Lassi. Man kann sich unschwer vorstellen, wie voll wir danach waren.

Es ging dann ins E-Werk zum bits’n'bugs-Clubabend. Neben dem E-Werk ist ein großes Parkhaus, wo es abends eigentlich immer genügend Parkplätze gibt. Diesmal war alles voll, noch dazu mit überwiegend großen Autos, die so gar nicht dem E-Werk-Publikum entsprechen. Später wurde uns klar warum: Das Publikum war diesmal so jung, dass die Autos der Eltern herhalten mussten; es gab nämlich einen Newcomer-Abend und die Fans dieser Nachwuchs-Hardrock- und Punk-Bands waren überwiegend zwischen 16 und 20 Jahre alt; Jüngere scheiterten an den strengen Ausweiskontrollen – willkommen im Obrigkeitsstaat – und Ältere haben wohl einen besseren Musikgeschmack. Im Moment scheinen in dieser Szene Unterlippenpiercings sehr en vogue zu sein, leider auch ungepflegte (Erst-) Bärte und beim Outfit eine für die Punk-Bewegung untypische Stillosigkeit. Kein Wunder, denn es waren ja brave Nachwuchs-Punks aus der Provinz, die im elterlichen BMW gekommen waren!

Andy-Warhol-Filmabend

Tuesday, November 7th, 2006

Neulich war ich zu einem privaten Andy-Warhol-Filmabend eingeladen. Zunächst haben wir uns eine Dokumentation über Andy Warhol angesehen. Die war leider etwas schwer erträglich, weil die O-Töne zu leise und die deutschen Kommentare zu laut waren. Dann gab es Trash mit dem meist nackten Joe Dallesandro (in der englischen Wikipedia auch mit Bildern). Das ist schon ein schräger Film! Ich hätte ja auch noch gern Flesh gesehen, aber der war nicht vorrätig. Stattdessen gab es zum Schluss I Shot Andy Warhol, auch ein sehr interessanter Film über Valerie Solanas, die Andy Warhol angeschossen hat. Das ist schon seltsam: eine männerhassende Feministin schießt auf einen Mann, der bestimmt einer der untypischsten Vertreter des Machismus ist.

Hier noch zwei wichtige Hinweise: Die Andy-Warhol-Filme sind nicht wirklich von Andy Warhol, der lediglich als Produzent mitwirkte (und sich offenbar gar nicht besonders darum gekümmert hat). Der eigentliche Regisseur ist Paul Morrissey. Die Filme sind nur deshalb unterhaltsam, weil sie so schräg sind. Ihre Handlung ist eher dürftig. Joe Dallesandro ist alles andere als ein großer Schauspieler, was dem Film Trash fast dokumentarischen Charakter gibt. Für den Junkie, den er im Film spielt, sieht er allerdings viel zu gesund aus.

Geburtstag im Club

Friday, November 3rd, 2006

Am unverdienten Allerheiligen-Feiertag habe ich meinen Geburtstag im Chaos Computer Club Berlin nachgefeiert. Schon mittags hatte ich mich mit wuerfel zum Einkaufen ins KaDeWe begeben. Da ist es zwar nicht ganz billig, aber man bekommt hervorragende Qualität und alles unter einem Dach. Zunächst gönnten wir uns eine kleine Stärkung an einem der dortigen Essensstände: Wir verspiesen fileto d'agnello auf Salaten der Saison, worunter sich auch Eisperlensalat befand, eine Salatart, die aussieht wie Tomaten-Stiele und -Blätter. Das Geschmackserlebnis war annehmbar, wenn auch nicht überragend. Dazu gab es leckeren Salcheto aus der Toskana.

Dann kam der eigentliche Einkauf, der nach etwa fünf Käufen zur Sperrung meiner Debitkarte führte. Offenbar war es der Postbank suspekt, dass ich zum ersten Mal in fünfzehn Jahren Lebensmittel mit der Karte bezahlte, und das gleich amokartig. Nachdem wir es dann doch geschafft hatten, fuhren wir zum Kochen in den Club: Es gab die folgende Menüfolge: Rinderbraten in Rotweinsoße an Rotkohl, dazu Thüringer Klöße, die mir beim Reiben der Kartoffeln einen richtigen Muskelkater bescheren sollten. Der Nachtisch bestand aus flambierten Feigen in Grünem Veltliner an Vanilleeis. Nach dem Essen gab es zudem auch noch Chunk.

Everything is illuminated & Death of a President

Thursday, November 2nd, 2006

Am Sonntag gab es beim traditionellen Videoabend gleich zwei Highlights: Der erste Film war Everything Is Illuminated. Trotz Shoa-Thematik ist das ein schöner und irgendwie märchenhafter Film, den ich sehr empfehle! Er ist zwar traurig, enthält aber sehr viel intelligenten Humor, zumal es ja eigentlich um das Verhältnis zwischen mythischem Amerika und der ukrainischer Realität geht. Dass Elijah Wood ständig nur den Frodo Baggins-Blick drauf hat, passt eigentlich sehr gut für diese Rolle (die blauen Augen sind ja auch wirklich hübsch!). Der Film ist wirklich sehenswert!

Anschließend gab es einen weiteren beeindruckenden Film, der noch dazu nicht unumstritten ist: Death of a President. Der Film wird von manchen Leuten als Geschmacklosigkeit angesehen, weil es um ein erfolgreiches Attentat auf George W. Bush geht, aber eigentlich geht es um ganz andere Fragen: Vor allem steht die Rolle der Medien im Vordergrund. Insofern schließt der Film an Wag the Dog an, ist aber ganz anders, da es sich um ein Mockumentary handelt. Zudem wird hier auch sehr schön deutlich, dass nicht die Medien die Menschen manipulieren, sondern das bringen, was die Menschen hören wollen. Daher ist der Film hochgradig aufklärerisch. Außerdem ist er wahnsinnig gut gemacht und schon deshalb ausgesprochen sehenswert!