Bahn unterm Hammer

Als passionierter Bahnfahrer interessieren mich die Geschicke der Deutschen Bahn natürlich sehr. Zufällig erfuhr ich von der Premiere des Dokumentarfilms Bahn unterm Hammer im Berliner Kino Babylon (ein schönes Kino, das ich erst bei dieser Gelegenheit von innen kennen gelernt habe). Premiere und Film entstanden im Rahmen des Aktionsbündnisses Bahn für alle.

Der Film gegen die Privatisierung der Bahn enthielt ein paar sehr schöne Bilder: Hier die Highlights:

  • Nachdem Bahnchef Hartmut Mehdorn vollmundig verkündet hatte, dass man für Mobilität sei, wird eine stillgelegte Strecke mit Draisinenverkehr gezeigt.
  • Ein Zug rollt endlich in einen Bahnhof ein. Viele Leute warten darauf einsteigen zu dürfen (unter anderem ein Radfahrer); die Tür öffnet sich, und man sieht die Fahrgäste im Zug, die wie Sardinen im Zug stehen.
  • Nach einem Interview mit Minister Wolfgang Tiefensee sieht man den Bahnhof des gleichnamigen Orts samt stillgelegter Strecke.

Trotz dieser und anderer wirksamer „Bilder“ hat der Film in der derzeitigen Version viele Längen: Viele Informationen über die Situation in Großbritannien sind eigentlich überflüssig. Die länglichen Interviews mit klagenden Rangierern und Berliner S-Bahnern sind auch eher anstrengend. Lustig (wenn auch nicht besonders informativ) ist der deutsche Professor, der von der Schweizerische Bundesbahnen begeistert und fast im Loriot-Stil berichtet. Übrigens fällt auf, dass bis auf einen Journalisten nur alte Leute interviewt wurden. Vielleicht gewinnt der Film, wenn er von 90 Minuten auf 60 Minuten gekürzt wird.

One Response to “Bahn unterm Hammer”

  1. Hanfeld says:

    Erkunden Sie doch mal spielerisch
    die zu erwartenden Folgen der Bahnprivatisierung:

    http://www.campact.de/bahn/opoly/start

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