Archive for April, 2007

Technikmuseum und Historisches Museum

Saturday, April 21st, 2007

Heute habe ich einen Museumstag eingelegt. Erst war ich mit fh im Technikmuseum, denn er hatte bei twotickets zwei Eintrittskarten bekommen. Es war mein erster Besuch in diesem Museum (in fast zehn Jahren Berlin), und ich hatte wirklich etwas verpasst. Besonders gefallen hat mir die Schiffsnavigation. Sehr interessant ist auch die Ausstellung über Konrad Zuse und die derzeitige Ausstellung zur Geschichte der Fotografie. Das Museum kommt zwar nicht an das Deutsche Museum in München heran, aber Berlin kann ja nicht alles haben.

Anschließend haben wir auf der Terrasse des Opernpalais (eigentlich das Prinzessinnenpalais) den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, bevor wir weiter zum Deutschen Historischen Museum gegangen sind, um die Ausstellungen Kunst und Propaganda im Streit der Nationen und Parteidiktatur und Alltag in der DDR zu sehen. Die Propaganda-Ausstellung empfehle ich nachdrücklich. Sie ist nur noch bis zum 29. April zu sehen! Sie ist deshalb so interessant, weil die Propaganda von Deutschland, Italien, der SU und der USA in den Dreißigerjahren gegenübergestellt wird. Es ist erstaunlich, wie sich die Propaganda ähnelt! Einzig der italienische Futurismus fällt etwas heraus, obwohl er in der staatlichen Instrumentalisierung dann auch langweilig wird (besonders in der Architektur von EUR). Die DDR-Ausstellung ist hingegen allein dadurch, dass sie so klein ist, eher enttäuschend. Irgendwie erkennt man keinen roten Faden. Möglicherweise muss ein großes DDR-Museum irgendwo geschaffen werden, um der Sache gerecht zu werden.

Linux, mac und pc

Tuesday, April 17th, 2007

Dass die Zahl der Apple-Werbespots zugenommen hat, ist eigentlich keinen Blog-Eintrag mehr wert, weil die Luft aus der Idee irgendwie raus ist. Sie sind zwar immer noch ganz nett, aber die Ideen gehen den Machern aus. Dafür gibt es jetzt eine Antwort von Novell auf das Werbeformat – natürlich pro Linux (Direktlinks). Viel Spaß!

re:publica

Thursday, April 12th, 2007

Zur Zeit findet in der Berliner Kalkscheune die re:publica statt, eine Veranstaltung über Weblogs, podcasting, Web 2.0. Das Vortragsprogramm des ersten Tags hat mich nicht besonders überzeugt, denn es war eigentlich gar nicht visionär. Außerdem gab es zu viele Podiumsdiskussionen, so genannte Panels, eine Krankheit moderner Tagungen: drei bis vier Leute führen nacheinander ihre Folien vor und beantworten dann Fragen aus dem Publikum. Eine zu erwartende Diskussion unter den Podiumsmitgliedern findet meist nicht statt. Interessant ist es jedoch, am Rande des Programms viele Leute kennen zu lernen, die man zum größten Teil irgendwie schon kennt (aus Blogs und Podcasts), und das macht diese Veranstaltung aus!

Am zweiten Tag war ich dann selbst auf dem Podium: Es ging um die Zukunft der Wikipedia. Das Podium haben wir versucht, etwas alternativer zu gestalten, indem auch wirklich ein Gespräch stattfand. Eigentlich waren wir ja nur ein frühmorgendliches Vorprogramm für das Podium mit Udo Vetter, das erwartungsgemäß unterhaltsam und lehrreich war.

Miniatur-Wunderland

Tuesday, April 10th, 2007

Nachdem ich den Ostersamstag vor allem damit zugebracht hatte, meine diversen Kalender zusammenzuführen und ins iCal-Format zu überführen, wurde der Sonntag touristisch gestaltet, denn wir besuchten das Miniatur-Wunderland (Webauftritt). Das ist wirklich sehenswert, besonders für alle um die 8 bzw. 38 Jahre. Viel interessanter als die elektrische Eisenbahn fand ich die fahrenden Autos, die Schiffe und die vielen Details um die Modelleisenbahn herum. Besonders beeindruckend war, dass mittendrin auch ein Modell vom Haus des Lehrers stand mit einer Blinkenlights-Installation. Sehr gute Idee! Interessant war auch der Leitstand und die Baustellen für die Erweiterung der Miniaturwelt.

Anschließend waren wir noch in der benachbarten Kaffeerösterei in der Speicherstadt, an der ich kein besonderes Gefallen finden konnte, denn ich fand sie etwas hochpreisig, während der Service (Selbstbedienung!) nicht besonders überzeugte. Dazu ärgerte mich die verrauchte Luft, die man auf dem Weg zur Selbstbedienungstheke nicht vermeiden konnte. Da nützt dann auch eine Nichtraucherzone kaum. Da freut man sich jedenfalls auf den bevorstehenden verbesserten Nichtraucherschutz!

Nach einem Zwischenstopp auf den Landungsbrücken ging es dann mit der S-Bahn zurück zum Easterhegg.

Easterhegg: WEP-Verschlüsselung unbrauchbar

Saturday, April 7th, 2007

Auf dem Weg zum Easterhegg 2007 ging es zunächst problemfrei mit dem Zug von Berlin nach Hamburg, zumal Verena daran gedacht hatte, rechtzeitig zu reservieren, denn am Karfreitag war der Zug bis auf den letzten Platz besetzt. Die Reise wurde erst in Hamburg zum Abenteuer: unser Gastgeber holte uns freundlicherweise von Hamburg Hauptbahnhof mit dem Auto ab; beim Beladen seines Peugeot 307 ließ er dann seinen Autoschlüssel im Kofferraum liegen und schlug diesen zu. Da es sich um ein Coupé-Cabriolet handelte, war der Kofferraum nun dicht verschlossen und er kam nicht mehr an den Schlüssel, obwohl das Fahrzeug ansonsten offen war. Zuerst versuchten wir es bei der Peugeot-Service-Hotline, wo man aber nicht helfen wollte. Der ADAC rückte nach ca. einer Stunde an und bemühte sich über eine Stunde lang nach Kräften, aber ohne Erfolg! Dann rückte ein Trupp Hacker an, konnte aber auch nichts ausrichten (trotz umfangreichen technischen Equipments). Schließlich half nur der ADAC-Abschleppdienst, der das Auto zu seinem Zweitschlüssel ins Hamburger Umland brachte. Das Ganze ereignete sich direkt vor dem Polizei-Container des Hamburger Hauptbahnhofs. Die regelmäßig vorbeiziehende Polizei-Streife interessierte sich aber überhaupt nicht für die äußerst verdächtigen Aktivitäten vor ihrer Tür.

Zum Glück erreichten wir den Easterhegg noch rechtzeitig für einen interessanten Vortrag aus dem Darmstädter Chaos: Der Darmstädter Erik Tews berichtete über seine Diplomarbeit, in der er auf der Basis von ein wenig Mathematik (Theorem von Klein) die Wired Equivalent Privacy-Verschlüsselung in weniger als einer Minute alles andere als wired equivalent aussehen lässt. Die Idee ist so einfach wie genial: In Erweiterung des Klein-Theorems berechnet Tews nicht einzelne Bytes, sondern deren Summen, und um genug Pakete zu haben, schickt er eine abgefangene (verschlüsselte) ARP-Anfrage ins Netz und sammelt damit Daten (ARP-Anfragen lassen sich auch verschlüsselt an ihrer Länge erkennen). An den vielen ARP-Anfragen kann man den Angriff auch erkennen (sofern das jemand überprüft!), allerdings wird zur Zeit an einer Passivstrategie gearbeitet, die dann den Angriff unbemerkbar macht, weil keine besonderen Anfragen ins Netz geschickt werden müssen.

Fazit: Es ist an der Zeit, sich von WEP zu verabschieden. Eigentlich sind ja WLAN-Verschlüsselungen eh unsinnig, denn nur eine end-to-end-Verschlüsselung hält, was sie verspricht. Es wäre viel besser, wenn man alle WLANs offen ließen, die eigenen Daten tunneln würde und so ganz nebenbei flächendeckendes Internet hätte.

Ich brauche einen Podcastfeed!

Saturday, April 7th, 2007

Noch bevor ich selbst einen eigenen Podcast starten konnte, bin ich schon wieder für einen Podcast interviewt worden – diesmal von Nicole Simon in ihrem Podcast zu re:publica. Wenn es jetzt schon so viele Audioauftritte von mir gibt, müsste ich mir eigentlich mal einen speziellen Podcast-Feed zulegen. Vorerst gibt es schon einmal eine Kategorie Podcasting. Viel Spaß beim Hören!

Das Wagner-Wochenende

Monday, April 2nd, 2007

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen von Richard Wagner: Am Samstag habe ich eine sehr eindrucksvolle konzertante Aufführung der Oper Das Rheingold durch die Bamberger Symphoniker gesehen unter Leitung von Jonathan Nott. Das war wirklich sehr schön! Die konzertante Aufführung hat mir fast besser gefallen als die richtige Vorstellung im Rahmen der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Sehr gut gefallen hat mir auch der Einführungsvortrag von Stefan Mickisch, der sehr geistreich war und sehr deutlich die Beziehungen zu anderen Werken hergestellt hat.

Am Sonntag bin ich dann nach München gefahren, um in der Bayerischen Staatsoper Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal zu sehen. Sicher war das eine Reise wert, allerdings bin ich nicht wirklich von der Inszenierung überzeugt. Es gab gute Ideen (zum Beispiel die erste Gralsenthüllung), aber irgendwie gab es immer störende Kleinigkeiten, so dass ich fast versucht bin, die Giftspritze zu zücken und zu sagen, dass das Eindrucksvollste der Sonnenuntergang auf der Treppe des Nationaltheaters in der ersten Pause war.

Da ich bis zur Rückfahrt dann noch etwas Zeit totschlagen musste, bin ich noch ins Andechser am Dom eingekehrt und habe mich dort als Ausländer geoutet, denn statt korrekt Fleischpflanzerl zu sagen, hab ich Fleischküchle gesagt. Der Kellner fragte dann gleich, ob ich aus Schwaben sei. Ich habe das verneint und gesagt, in Franken sage man auch so. Ich hätte ihm ja schlecht sagen können, dass das für mich eine Bulette oder hochdeutsch Frikadelle ist.

Mal sehen, am 6. Mai läuft an der Staatsoper Der Rosenkavalier von Richard Strauss. Ich denke, dazu werde ich die Reise nach München noch einmal antreten und hoffentlich tiefer beeindruckt sein. Ich kann ja in München nur sonntags ins Theater gehen, weil nur in der Nacht von Sonntag auf Montag noch ein später Intercity Express nach Norden fährt.