Archive for May, 2007

Beachvolleyball im Friedrichshain und Maibowle im Mauerpark

Thursday, May 31st, 2007

Pfingstferien sind was Feines, auch wenn sie eigentlich nur einen Tag dauern; den habe ich aber weidlich genutzt. Zunächst habe ich mich mit Freunden im Volkspark Friedrichshain getroffen. Dort gibt es ein Beachvolleyball-Feld, wo man bei köstlichem Beach-Cocktail den Spielern beim Spielen zuschauen kann. Das lohnt sich bei gutem Wetter, weil es dann offensichtlich zum guten Ton gehört, möglichst leicht bekleidet zu spielen. Gestern war es allerdings nicht ganz so schön, aber der Cocktail schmeckte trotzdem (Tequila + Vermouth + Orangensaft + Sekt). Anschließend sind wir dann noch in den Mauerpark, denn der von der Max-Schmeling-Halle abfallende Hügel ist nach Westen ausgerichtet und bekommt am Abend eine ideale Sonneneinstrahlung. So lagerten wir uns im lila blühenden Heidekraut des Parks und genossen noch etwas Maibowle und Club-Mate, eigentlich eine leckere Kombination! Dabei stellten wir fest, dass unsere Handys eigentlich auch zur Musikbeschallung taugen und hörten während eines phänomenalen Sonnenuntergangs den Sommerhit von 2003 „Berlin, du bist so wunderbar!“. Wunderbar!

Stöckchen zum persönlichen Onlinegang

Wednesday, May 23rd, 2007

Von FloSch bekam ich gerade ein Stöckchen zu den Anfängen meines persönlichen Online-Lebenslaufes zugeworfen, also darüber, wie ich zu meinem Online-Leben gefunden habe. Also dann nichts wie los:

Was war Deine erste „echte“ PC-Hardware?

1986 oder 1987 hat die Deutsche Esperanto-Jugend einen Atari ST gekauft für die Redaktion der Verbandszeitschrift. Der Stand dann im Bonner Büro der Esperanto-Jugend bzw. bei einem Freund. Ich habe dann selbst sehr oft darauf gearbeitet, vor allem mit einem Programm namens Signum.

…die erste Anwendung, die Du benutzt hast?

Signum ist eine grafische Textverarbeitung, mit der man für damalige Verhältnisse tolle Schriftsätze produzieren konnte. Ein Jahr später habe ich dann mit Microsoft Word auf einem PC in der Uni meine Magisterarbeit angefangen zu schreiben.

Aber eigentlich bin ich ja so alt, dass meine ersten Computererfahrungen in die Vor-PC-Zeit zurückreichen, so habe ich 1985 schon Pascal, LISP und (etwas später) Prolog gelernt – und zwar auf einer CDC Cyber noch mit Lochkarten, bei der man ewig auf die Ausdrucke warten musste, nur um festzustellen, dass man ein Semikolon vergessen hatte. :-( Außerdem habe ich als Hiwi auf einer Prime arbeiten dürfen mit dem für damalige Zeiten genialen PrimOS.

…Dein erstes Spiel?

Dort gab es ganz tolle Textadventure-Spiele auf Englisch, die insgesamt zu den einzigen Computerspielen gehören, die mich je wirklich interessiert haben. Ich freue mich schon, dass es auf dem Camp ein Revival dieses Genres geben wird (dazu werde ich dann einen Link nachliefern). Ansonsten habe ich nie auf dem Computer gespielt.

Hattest Du von Anfang an Spaß an der Materie?

Ja, immer!

Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?

1991 kam ich als Student an die University of California, Santa Cruz und bekam dort nicht nur eine Sozialversicherungsnummer, auf die ich aus unerfindlichen Gründen stolz war, sondern auch eine Karte, auf der mein Familienname stand und dahinter so ein komisches @-Zeichen und die Abkürzung ucsc.edu. Man erklärte mir, dass ich damit aus meinem Studentenwohnheim heraus Nachrichten an die anderen Studenten schicken könne. Das schien mir seltsam zu sein, da ich ja auch einen Zettel an deren Wohnheimstür heften konnte. Dann erklärte mir ein nicht-universitärer Freund, dass ich ihn auch im Büro damit erreichen könne und dass ein gemeinsamer Bekannter in Deutschland auch so eine Adresse habe. Das habe ich natürlich auch gleich ausprobiert. Dieser deutsche Freund erklärte mir dann auch das Chatten, und ich war plötzlich so richtig vernetzt.

Als ich dann nach Hamburg zurückgekehrt war, führte mich mein erster Weg ins Rechenzentrum. Dort fragte ich, ob ich eine E-Mail-Adresse bekommen könne und erntete nur erstaunte Blicke (es war – wie gesagt – 1991). Schließlich meinte jemand von den Hiwis, ich solle mich mal an den Herrn Graff wenden – das war so ein Richard Stallman-Typ, der für ausgefallene Probleme immer eine Lösung hatte. Und der verschaffte mir dann eine kryptische BITNET-Adresse auf einer alten Siemens-Maschine. Ausgehende Mail war da nicht abspeicherbar („Schreiben Sie Ihre E-Mails doch auf Lochkarten, dann können Sie sie mit nach Hause nehmen und abheften.“), und eingehende musste man schnell löschen, da man bei jedem Neustart des Mailprogramms immer alle Mails durchlaufen lassen musste (angefangen bei der ältesten). Dank Herrn Graffs Förderung durfte ich aber bald schon an eine Unix-Maschine, was eine echte Erleichterung, offenbar aber auch ein großes Privileg für einen Studenten darstellte.

Das Stöckchen werde ich jetzt niemandem aufdrängen, weil ich ein Kettenbrief-Massakrierer bin, aber wenn sich jemand berufen fühlt, seinen Online-Lebensweg zu beschreiben, würde mich das sehr interessieren.

Brahms an der Regnitz

Wednesday, May 23rd, 2007

Heute Abend war ich seit längerem mal wieder bei den Bamberger Symphonikern, und zwar zu einem Brahms-Abend unter Leitung von Herbert Blomstedt. Den Abend eröffnete die Tragische Ouvertüre, die sich unverkennbar an Beethoven anlehnt. Blomstedts Einspielung war sehr präzise und zugleich ausdrucksstark. Ich war sofort begeistert! Es folgten Vier ernste Gesänge op. 121 für eine Singstimme mit Orchester-Begleitung, die mich weder orchestral noch vom Sänger Rudolf Rosen her begeisterten. Dieser sang zwar präzise, jedoch ausdrucksschwach-technisch. Als Opernsänger wäre etwas mehr Ausdruckskraft und Blickkontakt zum Publikum schon wünschenswert; wenigistens sah er gut aus! Als er es dann aber für nötig hielt, die Ehrenjungfer zu küssen, die ihm Blumen überreichte, war er bei mir endgültig durchgefallen.

Nach der Pause wurde der Abend dann gerettet von der 3. Sinfonie, die mir gut gefallen hat, obwohl man das eine oder andere etwas romantischer hätte ausspielen können. Wieder erwies sich Blomstedts Einspielung als angenehm präzise. Den gefälligen Abschluss bildete die Akademische Festouvertüre. Obwohl das Stück sehr gefällig ist, wurde mir seine Genialität in der heutigen Interpretation so richtig klar: Im Grunde strebt das Stück auf einen Choral zu (das Gaudeamus igitur) – kurz zuvor jedoch wagt sich Johannes Brahms harmonisch sehr weit vor. Hier wird er für kurze Zeit doch wagneresque, was ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Wahrscheinlich habe ich Brahms einfach als Orchesterkomponisten verkannt, denn seine a cappella-Lieder gehören seit Jahren zu meinen Favoriten.

Der Ring in Dortmund

Tuesday, May 22nd, 2007

An den letzten beiden Wochenenden habe ich am Theater Dortmund den Ring des Nibelungen gesehen. Das ist ja immer etwas Besonderes: 18 Stunden Oper an vier Tagen! Ich kann das eigentlich nicht oft genug bekommen. Das nächste Mal im Juli im Staatstheater Nürnberg. Da kann man dann richtig schön vergleichen! Ich fand ja die Dortmunder Inszenierung von Christine Mielitz der Bayreuther Inszenierung von Tankred Dorst überlegen, weil sie viel dynamischer war. Dass die Bayreuther Inszenierung statisch war, wird einem richtig klar, wenn man die Dortmunder Inszenierung gesehen hat. Allerdings ist man dann die fallenden Vorhänge in Dortmund bald leid. An manchen Punkten war da die Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper noch besser. Auch das Bayerische Staatsorchester war leicht besser als das Dortmunder, während mir die Künstler gesanglich in Dortmund am besten gefallen haben. Das mag natürlich auch daran liegen, dass ich in der ersten Reihe saß.

Ich muss ausdrücklich sagen, dass mir die Künstler nur gesanglich gefallen haben, denn ich finde die jugendlichen Helden waren alle entweder zu alt besetzt oder zu dick. Im Zeitalter des Castings sollten auch Opernsänger mehr fürs Auge bieten, aber wahrscheinlich verlange ich da zu viel.

Wegen der Leitmotiv-Technik muss man Richard Wagner oft hören, um ihm auf die Schliche zu kommen. Dann ist es wirklich beeindruckend, wieviel Information in der Musik steckt. Das ist natürlich für mich faszinierend, weil es zeigt, dass Musik durchaus funktional aufladbar ist, also Zeichen-Charakter bekommen kann.

Grand Prix Eurovision

Monday, May 14th, 2007

Den Grand Prix Eurovision konnte ich diesmal aufgrund von Terminschwierigkeiten nicht – wie in den vergangenen Jahren – auf einer Grand-Prix-Party begehen, aber ich habe den Sängerwettstreit zumindest zeitversetzt verfolgen können, und ich muss sagen: es war sehr spannend und hat mir aufgrund der Vielfalt sehr gut gefallen. Mein Tipp war:

  1. Serbien
  2. Ukraine
  3. Weißrussland

Abgesehen von Weißrussland lag ich damit auch goldrichtig: Während ich im letzten Jahr mit Lordi (oder 2004 mit Ruslana) nur den ersten Platz vorhersagen konnte, gelang mir diesmal sogar die Vorhersage des zweiten Platzes, was aber auch nicht wirklich schwierig war. Dass die Serbinnen gewinnen war mir deshalb gleich klar, weil es nicht nur ein schönes und wirklich gut vorgetragenes Lied ist, was natürlich Punkte besonders bei den Nachbarstaaten bringt, sondern weil viele auch den lesbischen Aspekt des Auftritts gut finden.

Vielleicht kann ich mich ja wirklich als Nachfolger von Peter Urban) ins Gespräch bringen, wenn ich jetzt auch noch sage, was mein Tipp für die letzten Plätze war:

  1. Frankreich
  2. Irland
  3. Vereinigtes Königreich

OK, ich habe Irland und Großbritannien vertauscht, aber sonst kam das doch dem richtigen Ergebnis ziemlich nahe.

Die Kritik am Abstimmungssystem kann ich übrigens nicht so richtig nachvollziehen, denn obwohl es unschöne Abstimmungskartelle gibt, wurden die ersten und letzten Plätze verdientermaßen besetzt. Und gern würde ich auch noch mehr von Mikko Leppilampi, dem Grand-Prix-Moderator, sehen.

Spider-Man 3

Tuesday, May 1st, 2007

Da ich noch Kinogutscheine habe, gönnte ich mir gestern die Premiere von Spider-Man 3. Das war besonders schick, weil der Film ja offiziell erst am 1. Mai in die Kinos kommt, ich ihn aber schon am 30. April sehen konnte, noch dazu im Cubix am Alexanderplatz. Das ist ja wirklich ein schönes Gebäude, vor allem wenn man von innen aus dem vierten Stock rausschaut und die Sonne hinter dem Berliner Dom versinkt. Der Film hat mir besser gefallen als der relativ schwache zweite Teil der Spider-Man-Film-Trilogie. Man kann den zweiten Teil auch gut verpassen, denn der dritte Teil schließt eigentlich ganz gut an den ersten an. Es gibt ein paar witzige Szenen, die Kamerafahrten sind wie immer rasant, und die Story mit der bösen Seite des Guten ist auch originell. Erwartungsgemäß siegt das Gute. Leute, die sich den Film noch ansehen wollen, sollten übrigens den nächsten Abschnitt überspringen, weil dort etwas vom Ende verraten wird.

Spoiler

Schade finde ich, dass Harry Osborn, der Konkurrent von Peter, ausscheidet, denn selbst nach der Gesichtsverletzung ist er noch deutlich hübscher als Peter und spielt auch besser, aber es soll ja eh keinen vierten Teil geben (wer’s glaubt!).

Gesamtwertung

Im Film wird übrigens das US-amerikanische Rechtssystem unterschwellig leicht kritisiert. Natürlich darf man von so einem Film keinen wirklichen Tiefgang erwarten. Es ist halt gut gemachte Unterhaltung! Insgesamt war es also ein gelungener Kinoabend – nicht zuletzt auch dank des recht guten Soundtracks.