Archive for August, 2007

Bundestrojaner

Thursday, August 30th, 2007

Troianus ad portas

In den letzten Tagen war der Bundestrojaner sehr im Gespräch. Ich habe dazu mal ein Foto gemacht. Nicht nur Leute vom Chaos Computer Club kamen zu Wort, sondern auch Politiker, deren Kenntnisse über das Internet ja bekanntlich nicht wirklich überzeugen. Dieter Wiefelspütz, den ich als Demokrat schätze, forderte, dass das Schäuble 2.0 den Bundestrojaner mal vorführen solle. Eigentlich ist das unnötig, zumal die Chinesen ja schon gezeigt haben, wie es geht.

Im Nachtmagazin

Saturday, August 25th, 2007

Gerade bin ich zurück von der Wikipedia Academy 2007, die im Rahmen des Jahrs der Geisteswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur ebenda stattfand.

Insgesamt war es eine sehr stimulierende Veranstaltung, was am Veranstaltungsort, am Programm und an den Teilnehmern lag. Leider war die Zeit zu kurz, um mit allen ins Gespräch zu kommen, was ich in Hinblick auf einige Personen sehr bedauere. Ich war auch etwas eingespannt, denn an beiden Tagen musste ich der Presse zur Verfügung stehen (was diesmal eine eher angenehme Pflicht war) und an beiden Tagen war ich zudem auf dem Podium. Das Ergebnis war ein Fernsehauftritt im ARD-Nachtmagazin der Tagesschau, den ich allerdings nicht so besonders gelungen fand, und ein Radiobeitrag beim Deutschlandfunk morgen (Sonntag) um 17.30 Uhr bei Kultur Heute oder natürlich als gleichnamiger Podcast. Ich bin gespannt!

Update: Der Link zum Nachtmagazin hat sich geändert und wurde aktualisiert. Danke für den Hinweis!

Der Camp-Effekt

Friday, August 24th, 2007

Am Dienstag nach dem Chaos Communication Camp war ich mal wieder bei der Erlanger Computergruppe. Es waren zwei neue Erlanger dort, die auf dem Camp waren und nun auch plötzlich Interesse an lokalem „Erfahrungsaustausch“ hatten. Es ist ein interessantes Phänomen, dass manche Leute erst zu einer Großveranstaltung fahren, bevor sie auf lokaler Ebene aktiv werden. Man erwartet das ja eher umgekehrt, denn auf lokaler Ebene ist es ja viel einfacher, erst einmal Leute kennen zu lernen. In der Praxis beobachte ich aber eher die umgekehrte Verhaltensweise. Daher hat so ein Camp – wie auch der Chaos Communication Congress – auch eine positive Wirkung auf lokaler Ebene, und der einzelne Erfa-Kreis kann sich Werbemaßnahmen sparen. Das übernimmt dann schon heise.de und die sonstige computeraffine Presse.

Als ich nach dem Treffen noch Geschirr in die E-Werk-Kellerbühne zurückbrachte, fiel jemandem mein Nerd-T-Shirt auf und er fragte, ob ich auch auf dem Camp war. Als ich das bejahte, zeigte er mir das Camp-Armband, das er noch am Handgelenk trug. Offenbar gibt es noch eine größere „Dunkelziffer“…

Inzwischen läuft der flickr-Pool cccamp07 geradezu über, und es kommen immer mehr dazu, demnächst auch welche von mir. :-) Sehr schöne Fotos hat übrigens auch Sascha gemacht, man sollte allerdings lieber irgendwo bei den Nachtfotos beginnen, die doch sehr spektakulär sind und die Atmosphäre schön einfangen.

Camp Talks

Thursday, August 23rd, 2007

Here are some comments on the talks & workshops I attended at the Chaos Communication Camp. If you have missed some or all of them, you’ll be able to watch the camp video recordings that will be ready by the end of the year (and announced on the CCC events blog).

  • The first lecture was Constance & starbug’s talk on the avoidance of surveillance & biometrics which I liked, although it didn’t contain anything new to me, but of course, it was meant for a general public.
  • This talk was followed by Frank & Ron’s contribution on Stasi 2.0. Again, I didn’t learn so much and began to get a bit disappointed, because I had higher expectations. Nevertheless, their talk gave a good overview and will have some follow up at an upcoming CCC event.
  • I went to another talk by Frank (this time with erdgeist) with the somewhat misleading title How to (really) forget your secret crypto key. It dealt with security flaws of flash memory. I finally got some new information, but I recommend the lecturers to do their talks in German.
  • Levien’s lecture on Life & Complexity promised to be interesting. Unfortunately, the lecturer spent to much time on his introduction (more than 40 out of 50 minutes, including discussion time!). Somebody has to tell him that human beings (unlike Shiva) have but two hands, which wasn’t enough for holding a microphone and a manuscript while handling a computer and pointing to slides.
  • Hacking on the Nanoscale was a real highlight of the camp lectures. It has probably stimulated some new approaches to hardware hacking.
  • Dan Kaminsky’s Black Ops was an entertaining contribution to the Camp’s program, but unfortunately Dan hopped from one topic to the next which got me rather confused at about one o’clock in the morning, all the more that switched between his talk and the Taugshow, which wasn’t less confusing.
  • Aleχ’s workshop on Lojban was another highlight of my personal Camp program. I hope he’ll be offering a follow-up too.

As you can see from the program schedule, I missed quite a lot of interesting stuff. That’s why I’m desperately waiting for the video documentation.

Chaos Communication Camp: Atmosphärisches

Monday, August 13th, 2007

Es gibt Ereignisse, die eine ungeheuere Wirkung auf diejenigen haben, die an ihnen beteiligt sind. Ein solches Ereignis ist das Chaos Communication Camp (Website, Wiki, Blog), das in diesem Jahr in Finowfurt stattfand und von dem ich gerade zurückgekehrt bin. Sicher spreche ich da nicht nur für mich, sondern auch für andere Teilnehmer. Genau genommen besteht das Camp ja darin, mit ein paar Nerds unter widrigen Umständen ein paar Tage auf dem Acker (auf des Heiligen Reiches Streusandbüchse) zu campen. Was ist daran faszinierend?

  • Zunächst ist es faszinierend, wie im Nirgendwo die Infrastruktur einer mittleren Kleinstadt entsteht (mit Abstrichen bei der Sanitärtechnik, die im Wesentlichen vom Luftfahrtmuseum übernommen wurde). Es gab Strom und Internet für alle und eine vorbildliche Essens- und Getränkeversorgung.
  • Die nächtliche Beleuchtung und Beschallung trugen zudem sehr zur Camp-Atmosphäre bei. So ein Freiluftcamp vermittelt ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit.
  • Was aber besonders fasziniert, sind die Teilnehmer: Hier gibt es nur wenige Spießer, die sich selbstzufrieden zurücklehnen. Die meisten Camp-Teilnehmer sind vielseitig interessiert und ständig auf der Suche nach Neuem. So kann man mitten in der Nacht am Lagerfeuer oder in der Hängematte über die Heisenbergsche Unschärferelation, über Achilles und die Schildkröte oder Schrödingers Katze diskutieren und dabei noch etwas Neues lernen. Auch alte und neue Bücher, der Unwahrscheinlichkeitsantrieb und was die Welt im Innersten zusammenhält sind durchaus Themen, die diskutiert werden.

Für mich war das Camp besonders deshalb so bemerkenswert, weil ich eine Menge neuer und sehr netter Leute kennen gelernt habe: zum einen durch meine Mitarbeit bei der Betreuung der Vortragenden (hochtrabend „Konferenzleitung“ genannt), wo sich nicht nur unter den Vortragenden, sondern auch bei den Helfern interessante Leute einfanden, zum anderen durch das eigentlich gar nicht vorhandene GayVillage: Ein Unbekannter mit dem Nickname Darkstar hatte im Wiki ein schwul-lesbisches Village eingetragen. Bei dem Versuch, das nicht-vorhandene GayVillage zu finden, trafen sich immerhin nicht weniger als zehn Leute, was man durchaus als Erfolg werten kann, denn darunter waren ein paar sehr nette Nerds, mit denen ich gern weiter in Kontakt bleiben werde.

Natürlich gab es auch ein Programm, von dem ich trotz lauter Chill-Möglichkeiten durchaus das eine oder andere Highlight besucht habe, aber dazu werde ich später einen Eintrag schreiben.

Kin-dza-dza!

Friday, August 3rd, 2007

Thanks to Pavel’s initiative, I watched Кин-Дза-Дза (imdb) again. It is an outstanding movie! In order to really appreciate it, I had to see it twice. One of the themes is the Soviet Perestroika, but a lot of other themes are treated: friendship, social & cultural rituals, racism, bureaucracy, communication and many others. Moreover, the film is very sound from a Sci-Fi perspective: The machines look a bit old-fashioned, but there is nothing that isn’t convincing. The behavior of the aliens seems to be odd at first sight, but after some time (and esp. if you watch the film more than once) it has a certain logic. The dialogues are very funny. The Moscovites’ strategies how to tackle with the aliens and their culture are quite interesting.

Megatokyo

Friday, August 3rd, 2007

Ich bin ja eigentlich nicht so wirklich ein Comic-Fan, dennoch möchte ich hier jetzt mal eine Comic-Empfehlung abgeben, auf die mich
Dapete, ein Wikipedianer, gebracht hat: nämlich Megatokyo. Da ich kein Gamer bin, habe ich manchmal etwas Probleme mit dem Computerspieler-Jargon und kenne das eine oder andere Computerspiel nicht, aber der Comic ist sehr gut gemacht. Ich mag natürlich die sprachliche Seite besonders (vor allem den spielerischen Einsatz von Leetspeak), außerdem gefällt mir der Durchgriff auf die Metaebene sehr, wie zum Beispiel in Episode 22. Es ist ein wirklich intelligentes Comic. Wer sich einarbeiten will, der kann auch mal ins Megatokyo-Wiki schauen, das sehr hilfreich ist. Auf dem Chaos Communication Camp werde ich vielleicht etwas Zeit haben, mir noch ein paar Folgen des Comic reinzuziehen. Für die Offline-Zeit habe ich mir den neuen Harry Potter 7 mitgenommen.