Archive for November, 2007

Schlechter Film von gutem Deutschen

Monday, November 26th, 2007

Von dem neuen Film noir The Good German hatte ich mir eigentlich viel versprochen: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire und der nicht unattraktive Christian Oliver, das Ganze in den Ruinen von Berlin, das konnte eigentlich nur gut werden! Wurde es aber nicht: Die ganze Handlung ist unrund! Zunächst wird der Fahrer (Tobey Maguire) als zweite Hauptfigur aufgebaut, um dann plötzlich zur Nebenfigur zu mutieren und durch einen anderen Fahrer ersetzt zu werden, obwohl es viel logischer gewesen wäre, wenn er später an entscheidender Stelle zur Waffe gegriffen hätte. Außerdem ist es völlig unplausibel, dass die weibliche Hauptperson auch vor Mord nicht zurückschreckt, um jemanden zu schützen, den sie eigentlich gar nicht schützen will, und dabei dann noch auf das Geld verzichtet, das sie dringend benötigt. Möglicherweise hat hier jemand nachträglich im Drehbuch herumgepfuscht. Anders lassen sich die Brüche wohl kaum erklären.

Die Geschichte geht überhaupt nicht auf! Sie ist im Grunde eine Mischung aus Casablanca und The Third Man; Casablanca wird am Ende sogar filmisch zitiert, möglicherweise um davon abzulenken, dass große Teile der Handlung aus The Third Man abgekupfert wurden, wobei der Film immer dann an Plausibilität verliert, wenn er von der Vorlage abweicht.

Ich kann nur allen empfehlen, diesen Film getrost zu ignorieren und stattdessen noch einmal The Third Man zu sehen. Vorher sollte man vielleicht die Doku zu den Wiener Örtlichkeiten noch lesen, dann kann man den Film ganz problemlos als Google Video genießen – am besten gefolgt von Citizen Kane (als Google Video), in dem Multitalent Orson Welles nicht nur eine Nebenrolle spielt, sondern die Hauptrolle und dazu noch Regie führt.

Meine erste Filmrolle

Monday, November 26th, 2007

Manchmal werde ich gefragt, was ich an Berlin so toll finde, dass ich dort gar nicht wegziehen will. Ein wichtiger Grund ist der kulturell-kreative Nährboden, der immer wieder für Überraschungen sorgt. So fragte mich neulich ein befreundeter Filmemacher, ob ich in seinem neuen Kurzfilm „Das Andere“ eine Mini-Rolle übernehmen wolle. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Der Auftritt ist nur wenige Sekunden lang: mein Text beschränkt sich auf den denkwürdigen Satz: „Das war ja mal wieder nichts, sechs!“ Aber ein durchgeknallter Lehrer ist auch schon mit wenigen Sekunden eine Traumrolle. :-) Jetzt wünsche ich dem Regisseur alles Gute, dass ihm der sicher sehr lustige Film die Aufnahme an eine Filmhochschule verschafft. Dann wird er sicher noch berühmt! Sein letzter Kurzfilm „Fremdkörper” war auch schon eine stattliche Leistung.

Für mich war die Filmerfahrung recht interessant. Ich glaube aber, dass Filmproduktion auf die Dauer nichts für mich wäre. Ich finde, es dauert einfach viel zu lang, ein paar Sekunden Film in den Kasten zu bekommen. Wir haben fast zwei Stunden für nicht mal zehn Sekunden gebraucht. Bei einer größeren Produktion ist es wahrscheinlich die Hauptaufgabe der Mitwirkenden zu warten. Da helfen ein gutes Buch und/oder ein iPod.

An diesem Wochenende habe ich auch eine neue Band entdeckt, die chillige Elektromusik mit Gesang macht, nämlich: Everything but the Girl. Sehr zu empfehlen ist ihr Album Like the Deserts Miss the Rain, das mir am Wochenende unterkam – das Richtige für Winterabende am heimischen Lagerfeuer!

Working with the Z shell

Friday, November 16th, 2007

Some days ago I thought it would be a good idea to copy the files I have created on my office computer to my laptop. This seems to be an easy task. I just had to find all recently changed files and copy them, if they are newer than any versions found on my laptop. I thought of a combination of the find command with rsync. After a quick look at the manual pages I typed the following command:

rsync -avuR `find ./* -user maha -mtime -300 -type f` maha@sputnik:

This means: first, find all the files (and only files, -type f) that belong to user maha and were modified within the last 300 days, then archive them (rsync -a) with their relative pathnames (-R) to maha’s home directory on sputnik (my laptop) without deleting files or overwriting existing newer versions (-u), and be verbose (-v). This worked fine for all file names which didn’t contain special characters or blanks. But unfortunately, I had quite some file names with blanks, umlaut characters, etc., and the find command does not escape special characters. :-(

I remembered that I usually use the Z shell on my computers, which makes use of extensive globbing that can tackle with blanks and other special characters. The commands became a lot easier, the only disadvantage being that I had to use two commands to get all files:

rsync -avuR ^[.]*/*(mM-10.u:maha:) maha@sputnik:

This command catches all files in subdirectories not beginning with a dot, since I wanted to exclude files in my .mozilla directory and the like; mM-10 stands for modified within the last 10 months (of 30 days), the dot prescribes that only files are to be transferred and they have to belong to user maha (I later found out that it works even without the u before :maha:).

rsync -avuR ^[.]*(mM-10.u:maha:) maha@sputnik:

This command catches all files in my home directory not beginning with a dot. (The find command ignores dotted files by default, Z-shell globbing doesn’t, which may sometimes be an advantage.)

I find the wildcard syntax of the Z shell quite straight forward. Unfortunately, I didn’t find out how to condense the two commands into one. Anyone got an idea?

It is very easy to avoid complicated find-command constructions in the Z shell. As a comparison of computer shells shows, Bash has caught up a lot, but I still prefer the command line completion of the Z shell and its easy-to-use command history: if I have begun to type a command I can browse through all variants of that command I typed in earlier (by just hitting the up-key). This is very useful for me who always forgets how commands work.

Eugène Atget & Roswitha Hecke

Sunday, November 11th, 2007

Heute habe ich mir zwei Foto-Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau angesehen. Zuerst die Retrospektive des fotografischen Werks von Eugène Atget mit ganz vielen Fotos über das alte Paris, was mir besonders viel Spaß gemacht hat, da ich zur Zeit Paris im 20. Jahrhundert von Jules Verne lese, das ja gerade unter dem Eindruck der Neugestaltung von Paris im 19. Jahrhundert (unter Georges-Eugène Haussmann) geschrieben wurde. Aus dem gleichen Grund fotografiert Atget das alte Paris. Die Fotos sind beeindruckend und so zahlreich, dass man sich viel Zeit nehmen muss für die Ausstellung, wenn man sich die Details auf den Bildern ansehen will. Besonders lohnend sind die fotografierten Werbeaufschriften. So wirbt eine Apotheke auf dem Foto Ecrivain publique (1899) für Kola-Koka.

Die zweite Ausstellung, die ich besucht habe, war auch sehr interessant: unter dem Titel Secret Views sind Fotografien von Roswitha Hecke zu sehen. Die Fotos haben mir sehr gut gefallen (besonders die Ruhrgebietsfotos). Die gezeigte Film-Dokumentation kann man sich allerdings sparen, da sie merkwürdig informationsarm ist.

Beide Ausstellungen möchte ich nachdrücklich empfehlen. Sie sind im Martin-Gropius-Bau noch bis Januar zu sehen.

This Is England

Tuesday, November 6th, 2007

This Is England (imdb) is a new British film that I watched last Sunday. It is about Margaret Thatcher’s England, the Falklands War, the Skinhead Movement and the British National Front. The film is not easy at all, but it gives a good insight into the England of the the ’80s (with a suitable soundtrack and British accents which are difficult to understand, if you aren’t used to them).

Freiheit statt Angst

Tuesday, November 6th, 2007

Heute fanden überall in Deutschland Demos und Kundgebungen gegen die Vorratsdatenspeicherung statt (das Wiki dazu). Vielleicht auch wegen des schlechten Wetters waren nicht besonders viele Leute zu mobilisieren, aber mit 50 Teilnehmern (auf 60000 Einwohner) kann man in der fränkischen Provinz schon zufrieden sein. In Erlangen waren es ein paar Hundert und in Berlin auch nicht viel mehr als tausend Teilnehmer, wie ich telefonisch erfuhr.Ein wenig wirkte die Veranstaltung wie eine Kundgebung der F.D.P., was ich etwas schade fand, denn so konnten Passanten, denen die Problematik unbekannt war, nicht richtig angesprochen werden. Neben einem Hochglanz-Flugblatt der Jungen Liberalen (mit zahlreichen sprachlichen Fehlern und Tippos) :-( bekam ich auch das sehr informative Flugblatt des FoeBuD. Leider gab es auch noch Flugblätter einer obskuren christlich-fundamentalistischen Gruppe, die in RFID ein Mittel zur Christenverfolgung sieht. Das war schon sehr seltsam!Einer der smarten Jungliberalen trug sogar ein grünes (!) Tor-T-Shirt. Wenn das nicht ein gutes Zeichen ist! Ich glaube, ich kann Frank zustimmen, wir sind auf dem besten Weg, einen Kampf zu gewinnen.

Interactive Fiction

Saturday, November 3rd, 2007

In my last posting, I told my readers that my first computer game was a text adventure, probably Zork. I have just looked deeper into the matter and my memory, and I’m pretty sure now that it wasn’t Zork, but the Colossal Cave Adventure, running on a Prime Computer under PRIMOS. It was then simply called “Adventure” and was highly addictive, possibly the only computer game I got somewhat addicted to. Fortunately, the addiction didn’t last too long and I managed to finish my Master thesis in the end. 8-)
And now comes the good news: You can still play it! There is a Flash version (which seems to me very close to what I remember of the game) and a Java version (with annoying ads). Have fun!

Mein erstes Mal – Stöckchen beantwortet

Saturday, November 3rd, 2007

Ich muss noch mein Geburtstagsstöckchen selbst beantworten und habe mich sehr über die eingegangenen Antworten gefreut (leider waren sie nicht sehr zahlreich). Über weitere Antworten auf mein Stöckchen freue ich mich natürlich auch! Zur Inspiration hier meine Antworten:

  1. Mein erstes Digitalfoto – oder besser eines meiner ersten (es trägt die Nummer 4):

    .

    Ich wollte halt mein neues „Spielzeug“ vorstellen und so eine Art Selbstportrait versuchen, was offenbar schiefgegangen ist.

  2. Mein erster Online-Chat fand irgendwann über BITNET bereits 1991 statt; einer meiner ersten Chat-Partner arbeitete in einer Atomforschungsanlage in Südfrankreich.
  3. Mein erstes Handy war ein Philips fizz, ein ganz schöner „Knochen“, den ich nicht in jede Hosentasche bekam. ;-)
  4. Mein erster Mailprovider: war die University of California, Santa Cruz, meine erste Mailadresse: endete also auf @ucsc.edu; was vor dem @-Zeichen genau stand, weiß ich nicht mehr so genau. Ich habe irgendwo noch eine Diskette mit meinen damaligen Mails.
  5. Meine erste Musik-CD war eine Einspielung von Gustav Mahlers erster Sinfonie.
  6. Mein erster Podcast war natürlich Chaosradio; der erste Podcast, in dem ich selber gesprochen habe, war Chaosradio Express 41.
  7. Mein erster Loginname auf einem Computer lautete am007 – warum weiß ich auch nicht, ich war wohl der 7., der sich für den Pascal-Programmierkurs angemeldet hatte (noch mit Lochkarten auf einer CDC Cyber 170 unter NOS/BE). Ziemlich gleichzeitig hatte ich mir auf einem anderen Computer den Nick maha zugelegt (ich glaube es war ein Prime Computer).
  8. Das Thema meines ersten Beitrags im Usenet war eine Frage nach Aspartam auf sci.chem. Nach ein paar Tagen war ich ungefähr auf dem Stand, den man heute in drei Minuten aus der Wikipedia bekommt.
  9. Mein erstes Computerspiel war ein Textadventure, wahrscheinlich Zork (ich bin nicht sicher, aber es war zumindest zorkartig).
  10. Meine erste Homepage ist bei GeoCities immer noch erreichbar (wenn auch in einer neueren, nicht mehr ganz aktuellen Version) über die Weiterleitungsadresse: http://home.pages.de/~maha/.