Archive for January, 2008

Lange Nacht der Museen in Berlin

Sunday, January 27th, 2008

Art Installation on Kulturforum

Gestern fand in Berlin die 202 Lange Nacht der Museen statt. Ich habe ja insgesamt höchstens 2 – 3 der „langen Nächte“ verpasst und auch diesmal war ich dabei. Das Besondere war, dass die Lange Nacht unter einem Thema stand, nämlich: As Time Goes By…

  1. Los ging es diesmal mit fh auf der Museumsinsel: Eigentlich wollten wir ja ins Bode-Museum, das aber (wie das Pergamonmuseum an der Langen Nacht diesmal nicht teilnahm. :-( Wir besuchten also das Alte Museum und dort zunächst die Kameen-Ausstellung Mythos und Macht. Die Ausstellung ist klein aber fein. In einem ziemlich kleinen Raum werden sehr schöne kleine Schmuckreliefs aus sehr alter Zeit gezeigt und zudem die Entwicklung der Kameen bis ins 19. Jahrhundert. Es ist spannend, die Nachwirkungen der Antike bis in die Neuzeit zu verfolgen.
  2. Die nächste Station befindet sich auch im Alten Museum, nämlich das Ägyptische Museum. Ich wollte schließlich die Nofretete mal an ihrem neuen Platz sehen. Schade ist, dass das monumentale Kalbscha-Tor vorerst nicht zu sehen ist. Es wird erst wieder im erweiterten Pergamonmuseum zu sehen sein.
  3. Da sich fh seit einiger Zeit für die Berliner Historiale engagiert, entschlossen wir uns, ins nahe gelegene Deutsche Historische Museum zu gehen und uns mal mit dem 19. Jahrhundert näher auseinanderzusetzen. Das passte ja auch zum Thema des 24. Chaos Communication Congress, der ganz im Zeichen des Steampunk stand. Wir machten dann gleich eine Führung über die Deutsche Revolution 1848/49 und die Industrielle Revolution. Diese Kurzführung gefiel mir so gut, dass ich gleich noch zwei weitere Kurzführung zu „Epochen- und Zeitenwenden“ besucht habe (Westfälischer Friede bis zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und „Vom Ende des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs“), sowie die Führung zur „Geschichte der Beschleunigung“. Ich hätte mich sicher noch länger dort aufhalten können und noch weitere Führungen machen können, aber der Sinn einer solchen Nacht ist es ja, verschiedene Museen zu besuchen. Das DHM hatte sich aber viel Mühe gegeben, mich zum Bleiben zu animieren: Auch die Gesangsbeiträge im Schlüterhof fand ich sehr passend.
  4. Die nächste Station war das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin auf dem Kulturforum Berlin. Die Ausstellung Disegno! – Der Zeichner im Bild war auch „sehr übersichtlich“, aber dank einer guten Führung sehr interessant. Wenn man die Ausstellung an einem normalen Tag ohne Führung besucht, wirkt sie wohl gar nicht, sofern man nicht Kupferstich-Experte ist. Eindrucksvoll war auch die Installation auf dem Museumsvorplatz, die ich hier abgelichtet habe: ein Beamer projizierte Wörter zum Thema Zeit auf die Passanten und den Boden.
  5. Danach begab ich mich in die unweit gelegene Neue Nationalgalerie zu einer Führung über Die aufregende Kunst des 20. Jahrhunderts. Leider war der Museumsführer nicht mehr so richtig fit – ich allerdings auch nicht! Fünf Museen in sieben Stunden fordert den Besucher schon sehr!

Die Lange Nacht (die ja gar nicht so lang ist, da sie nur bis 2 Uhr dauert) ist zwar anstrengend, aber immer erlebnisreich wegen der vielen Sonderveranstaltungen, die von Führungen über Filmvorführungen bis zu Musikveranstaltungen reichen. Im Sommer – am letzten Augustwochenende – bin ich sicher wieder dabei!

Coen-Brüder-Filme

Friday, January 25th, 2008

In der letzten Woche habe ich zwei Filme von Joel und Ethan Coen gesehen: ihren neusten: No Country for Old Men und ihren ersten: Blood Simple. Der erste hat mir fast etwas besser gefallen, weil die Geschichte irgendwie witziger ist (und auch sehr gut erzählt). Der andere Film, ihr neuster, ist schwer zu verstehen – vor allem auf Englisch; für das texanische Genuschel benötigt man eigentlich Untertitel. Die Geschichte ist am Ende nicht recht schlüssig. Man hat den Eindruck, dass der Film eine Botschaft hat, die aber letztlich offen ist – möglicherweise der Art: „Niemand kann seinem Schicksal entrinnen!“

Dennoch hat mir auch der neue Coen-Film gefallen. Besonders die schönen Landschaftsaufnahmen am Rio Grande haben es in sich, und so mancher Dialog ist witzig, außerdem ist der Film immer spannend. Schönes Kino für die große Leinwand!

Radiohörverhalten

Sunday, January 20th, 2008

Dank ISDN verfüge ich über eine Reihe von MSNs: Ruft jemand ohne Rufnummernübertragung auf meiner öffentlichen Nummer an, so beantworte ich den Anruf nicht, um mir so alle Werbe- und Anpreiseanrufe vom Halse zu halten. Die meisten meiner Anrufer (Freunde, Familie) lassen ja die Rufnummer übertragen. Für diejenigen, die es einfach nicht lassen können, ihre Rufnummer zu unterdrücken, habe ich spezielle Rufnummern, bei denen sonst niemand anruft. Auf einer solchen Telefonnummer bekam ich neulich doch einen unerwünschten Anruf: Man wollte mich über meine Radiogewohnheiten befragen, und da mich diese Frage selbst interessierte, hab ich ausnahmsweise zugestimmt und wurde in eine sehr langwierige Befragung verwickelt.

Bei der ersten Frage wurde ich gefragt, welche Radiosender ich kenne. Dass der Hessische Rundfunk nicht auf der Liste der Befragerin war, konnte ich ja noch einsehen, weil die Befragung sich auf Berlin bezog. Offensichtlich ging es nicht um Podcasts, sondern um terrestrisches Radio. Als ich dann aber Deutschlandradio Kultur nannte, war die Befragerin wieder überfordert und fragte schließlich, ob ich „Deutschlandradio Berlin“ meine. Ich musste sie dann darüber aufklären, dass der Sender schon seit März 2002 nicht mehr so heißt, sondern eben „Deutschlandradio Kultur“. Die Befragerin verteidigte sich damit, dass die Umfrage ganz neu sei (2008!), was doch ziemlich erstaunlich ist. Und es ging munter weiter: Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) war nicht auf der Liste der Radiosender, obwohl er schon seit dem 1. Mai 2003 existiert. Ich fand dann heraus, dass die Befragerin zwar nach Sendern gefragt hatte, aber Programme meinte, denn Fritz und Kulturradio fanden sich auf ihrer Liste.

Der weitere Verlauf der Befragung zeigte dann, dass ich irgendwie gar nicht zur Zielgruppe der Befragung gehöre, denn die Musik, die mir gefällt (Klassische Musik, Jazz, Elektronische Musik), wurde gar nicht thematisiert. Es wurden mir lediglich Popmusik-Ausschnitte vorgespielt und ich sollte sagen, was mir am besten gefällt, und eigentlich gefiel mir gar nichts. Es wurde zwar nach „alter Musik“ gefragt, aber aus dem Kontext war erkenntlich, dass es sich um ältere Popmusik handelte. Die Befragerin fiel aus allen Wolken, als ich ihr erklärte, dass Alte Musik für mich – wie wohl für viele Menschen – die Musik vor 1750 ist.

Vielleicht klinge ich etwas oberlehrerhaft, aber diese Umfrage ist einfach schlecht vorbereitet. Leider habe ich nicht herausfinden können, wer dahinter steht. Erschreckend ist auch, dass moderne Distributionsformen überhaupt keine Rolle spielten, obwohl ich sicher bin, dass Radio-Angebote im Internet schon jetzt einen erheblichen Anteil haben.

Besuch auf der Museumsinsel

Saturday, January 19th, 2008

Old National Gallery

Gestern war ich mit Flosch auf bzw. an der Museumsinsel unterwegs. Zunächst waren wir im Deutschen Historischen Museum, wo es drei sehr interessante Sonderausstellungen gibt:

  • die Karl-May-Ausstellung, die interessante Einblicke in die Exotik-Begeisterung der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zeigt. Ich fand das sehr interessant, weil es mir vor Augen geführt hat, woher die empirische Sprachwissenschaft ihre Inspiration gewonnen hat.
  • Noch interessanter ist jedoch die Ausstellung Eye on Time mit Fotos von Michael Ruetz. Die Zeit so zu betrachten, ist sehr spannend. Beinahe hätte ich mir den Katalog gekauft. Leider sind die Fotos aber nicht spektakulär genug. Da gibt es einen schöneren Zeitraffer vom Potsdamer Platz, den ich leider in den Weiten des Internets nicht wiederfinde. :-(
  • Die dritte Sonderausstellung, über die Portugiesische Expansion unter dem TitelNovos Mundos hat mich vor allem wegen eines Aspekts interessiert: die Geschichte der Kartografierung der Welt. Die alten Karten und Globen sind wirklich sehr spannend!

Nach dem Besuch im Pei-Bau und im Zeughaus besuchten wir die Tadschikische Teestube im Palais am Festungsgraben und spazierten noch etwas über die Museumsinsel, wo ich ein paar Fotos schoss vom abendlichen Spreeathen.

Es ist immer gut, in Berlin mal Besuch zu bekommen, um die Stadt zu erkunden und auf Fotosafari zu gehen.

My 2007 favorites

Friday, January 11th, 2008

2007 was a very busy year for me; nevertheless, I managed to read some books, watch movies, listen to music and go to the theater. Here are my last year’s favorites:

And please, let me know what you liked in 2007.

Kreisleriana

Friday, January 11th, 2008

Vor zwei Tagen habe ich in Erinnerung an meinen Wien-Aufenthalt die Lieder von Georg Kreisler wiederentdeckt und bin auch gleich bei YouTube fündig geworden (Texte, Kreislers Homepage). Dort gibt es sogar eine sehr schöne Doku. Meine Lieblingslieder sind „Was für’n Ticker ist ein Politiker“ und – natürlich – „Tauben vergiften im Park“. Besonders schön ist das Anarchistische an Kreislers Texten und die sehr zum Text passende Musik.

Jahresrückblick 2007

Wednesday, January 9th, 2008

Das Jahr 2007 begann sehr arbeitsintensiv mit der Erstellung des Manuskripts meiner Einführung in die italienische Sprachwissenschaft, die im März erschienen ist. Ich hatte die Arbeit an meinem Buchmanuskript etwas unterschätzt und musste schließlich so manche Nachtschicht einlegen, um das Buch rechtzeitig fertig zu stellen, bin aber mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, sofern man überhaupt mit einem Buch zufrieden sein kann, denn nach Erscheinen stellt man ja immer fest, was man hätte besser machen können.

Meine produktive Phase endete aber nicht mit der Fertigstellung des Buchmanuskripts. Anfang 2007 habe ich mit Tim Pritlove gleich zwei Podcasts für Chaosradio Express produziert, nämlich einen über Sprache und einen zweiten über die Wikipedia. Ich war über das viele Feedback durchaus beeindruckt. Leider habe ich dann aber doch keine Zeit gefunden, die Podcast-Erfahrung fortzusetzen. Das habe ich mir aber für 2008 vorgenommen. Mal schauen!

Bis zur Jahresmitte war ich im Vorstand von Wikimedia Deutschland und auch sonst auf verschiedenen Veranstaltungen rund um die Wikipedia, z.B. beim Workshop Köln oder bei der Wikipedia Academy. Eine außergewöhnliche, aber umso interessantere Veranstaltung re:publica, auf der es um die Blogo- und Podosphäre ging, und natürlich auch um die Wikipedia. Im Sommer konnte ich mich auf dem Chaos Communication Camp in Niederfinow ein wenig vom Stress des Sommersemesters erholen und natürlich auch wieder ausgiebig über Netzpolitik und Verwandtes diskutieren. Auf diesem Gebiet ist ja 2007 eh eine Menge passiert.

2007 war für mich auch ein Wagner-Jahr: Ich habe Parsifal in München gesehen, den Ring des Nibelungen in Dortmund und Nürnberg (jeweils komplett) und Siegfried bei den Bayreuther Festspielen. Es war schon sehr interessant, die verschiedenen Inszenierungen zu vergleichen. Erstaunlicherweise steht Dortmund im Vergleich sehr gut da.

Gegen Ende des Sommers gönnte ich mir dann eine neue Kamera: die Canon EOS 40D. Ich habe damit schon eine Reihe sehr schöner Fotos machen können, obwohl ich sagen muss, dass für Gelegenheitsfotos eine kleine Kamera wie meine Olympus µ 810 durchaus vorteilhaft ist.

2007 war ja auch documenta-Jahr. Auf letzten Drücker bin ich dann auch nach Kassel gefahren, um einen Blick auf die documenta 12 zu werfen. Kurz danach fuhr ich nach Wien zu einer Tagung und war zum zweiten Mal im Metalab, wo ich die Wiener Netzkultur genießen konnte. Von Wien aus ging es fast direkt nach Amsterdam, wo ich an einer Promotionsfeier teilnehmen konnte, und zwar im Talar. Inzwischen gibt es sogar Fotos davon.

Im November habe ich mich schließlich aufgerafft, etwas gegen meine Sehschwäche zu tun und mit Kontaktlinsen zu experimentieren. Ich kann mit formstabilen Kontaktlinsen 20% mehr sehen als mit meiner Brille, was doch sehr erfolgreich ist. Auch die Gewöhnung ging sehr rasch und problemlos.

Das Jahr endete dann mit einem weiteren Höhepunkt, dem Chaos Communication Congress, wo ich selbst auch einen Vortrag über Linguistik (Text, Folien) gehalten habe. Es war schon sehr nett, das Jahr mit so einer eindrucksvollen Großveranstaltung zu beschließen, zumal es dort wieder sehr viele neue Eindrücke zu gewinnen gab.

Kurztrip nach Hamburg

Sunday, January 6th, 2008

Hamburg

Da ich in der ersten Januarwoche wenigstens noch etwas urlaubsartigen Tapetenwechsel benötigte, bin ich in dieser Woche mal nach Hamburg gefahren, wo man ja praktisch im S-Bahn-Verkehr von Berlin aus hingelangt. Leider war es sehr kalt und diesig, weshalb ich nicht so gut fotografieren konnte und das Interesse an Museen höher war als an Outdoor-Aktivitäten.

Zunächst besuchten wir den Stuhlmannbrunnen, was aber die einzige Outdoor-Aktivität war, und dann das Altonaer Rathaus. Von Hamburg-Altona aus fuhren wir zu Hafencity, um das dortige Museum im ehemaligen Kesselhaus des Hafens (Volldampf voraus!) zu besuchen.

Dann ging es zum Museum für Hamburgische Geschichte, wo wir uns weitere Stadtmodelle ansahen, und nach einem kurzen Abstecher zum Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin ging es dann mit der „S-Bahn-Linie“ Hamburg-Berlin wieder zurück in die Hauptstadt.