Jahresrückblick 2007

Das Jahr 2007 begann sehr arbeitsintensiv mit der Erstellung des Manuskripts meiner Einführung in die italienische Sprachwissenschaft, die im März erschienen ist. Ich hatte die Arbeit an meinem Buchmanuskript etwas unterschätzt und musste schließlich so manche Nachtschicht einlegen, um das Buch rechtzeitig fertig zu stellen, bin aber mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, sofern man überhaupt mit einem Buch zufrieden sein kann, denn nach Erscheinen stellt man ja immer fest, was man hätte besser machen können.

Meine produktive Phase endete aber nicht mit der Fertigstellung des Buchmanuskripts. Anfang 2007 habe ich mit Tim Pritlove gleich zwei Podcasts für Chaosradio Express produziert, nämlich einen über Sprache und einen zweiten über die Wikipedia. Ich war über das viele Feedback durchaus beeindruckt. Leider habe ich dann aber doch keine Zeit gefunden, die Podcast-Erfahrung fortzusetzen. Das habe ich mir aber für 2008 vorgenommen. Mal schauen!

Bis zur Jahresmitte war ich im Vorstand von Wikimedia Deutschland und auch sonst auf verschiedenen Veranstaltungen rund um die Wikipedia, z.B. beim Workshop Köln oder bei der Wikipedia Academy. Eine außergewöhnliche, aber umso interessantere Veranstaltung re:publica, auf der es um die Blogo- und Podosphäre ging, und natürlich auch um die Wikipedia. Im Sommer konnte ich mich auf dem Chaos Communication Camp in Niederfinow ein wenig vom Stress des Sommersemesters erholen und natürlich auch wieder ausgiebig über Netzpolitik und Verwandtes diskutieren. Auf diesem Gebiet ist ja 2007 eh eine Menge passiert.

2007 war für mich auch ein Wagner-Jahr: Ich habe Parsifal in München gesehen, den Ring des Nibelungen in Dortmund und Nürnberg (jeweils komplett) und Siegfried bei den Bayreuther Festspielen. Es war schon sehr interessant, die verschiedenen Inszenierungen zu vergleichen. Erstaunlicherweise steht Dortmund im Vergleich sehr gut da.

Gegen Ende des Sommers gönnte ich mir dann eine neue Kamera: die Canon EOS 40D. Ich habe damit schon eine Reihe sehr schöner Fotos machen können, obwohl ich sagen muss, dass für Gelegenheitsfotos eine kleine Kamera wie meine Olympus µ 810 durchaus vorteilhaft ist.

2007 war ja auch documenta-Jahr. Auf letzten Drücker bin ich dann auch nach Kassel gefahren, um einen Blick auf die documenta 12 zu werfen. Kurz danach fuhr ich nach Wien zu einer Tagung und war zum zweiten Mal im Metalab, wo ich die Wiener Netzkultur genießen konnte. Von Wien aus ging es fast direkt nach Amsterdam, wo ich an einer Promotionsfeier teilnehmen konnte, und zwar im Talar. Inzwischen gibt es sogar Fotos davon.

Im November habe ich mich schließlich aufgerafft, etwas gegen meine Sehschwäche zu tun und mit Kontaktlinsen zu experimentieren. Ich kann mit formstabilen Kontaktlinsen 20% mehr sehen als mit meiner Brille, was doch sehr erfolgreich ist. Auch die Gewöhnung ging sehr rasch und problemlos.

Das Jahr endete dann mit einem weiteren Höhepunkt, dem Chaos Communication Congress, wo ich selbst auch einen Vortrag über Linguistik (Text, Folien) gehalten habe. Es war schon sehr nett, das Jahr mit so einer eindrucksvollen Großveranstaltung zu beschließen, zumal es dort wieder sehr viele neue Eindrücke zu gewinnen gab.

3 Responses to “Jahresrückblick 2007”

  1. Kunar says:

    Den ersten Chaosradiobeitrag habe ich mir heute abend angehört. Trotz einiger Längen (und viel vom Inhalt kannte ich schon) sehr hörenswert. Als der Moderator allerdings von einer “panslawischen Schrift” schwärmte und dann als Beispielbevölkerung Ungarn und Rumänen aufführte, musste ich doch zusammenzucken. Immerhin wird das Thema “Wikipedia” schön am Ende angeschnitten und der Hörer so mit Informationen angefüttert, dass man sich auch den zweiten Beitrag einfach anhören muss (was ich noch vor mir habe).

    Was ist eigentlich mit Deinem älteren Auftritt im Deutschlandradio? Das wollte ich mir schon seit Monaten mal anhören.

  2. Kunar says:

    Der Chaosradiobeitrag rund um die Wikipedia und Schwesternprojekte hat mich positiv überrascht. Vieles war mir schon bekannt, aber es macht viel aus, ob die Leute vernünftig und angenehm darüber reden können. Eine schöne Spitze war der Kommentar zur neuen Bildungspolitik, in dem der ketzerische Gedanke geäußert wurde, es könnte ja jemand etwas lernen, ohne vorher dafür gezahlt zu haben.

  3. maha says:

    Der Deutschlandfunk hat ein weiteres Interview mit mir gemacht, allerdings werde ich einmal mit Markus Müller verwechselt, das wirst du aber heraushören. Das Gespräch bei Deutschlandradio, das du meinst, ist ja schon einige Zeit her.

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