Lange Nacht der Museen in Berlin

Art Installation on Kulturforum

Gestern fand in Berlin die 202 Lange Nacht der Museen statt. Ich habe ja insgesamt höchstens 2 – 3 der „langen Nächte“ verpasst und auch diesmal war ich dabei. Das Besondere war, dass die Lange Nacht unter einem Thema stand, nämlich: As Time Goes By…

  1. Los ging es diesmal mit fh auf der Museumsinsel: Eigentlich wollten wir ja ins Bode-Museum, das aber (wie das Pergamonmuseum an der Langen Nacht diesmal nicht teilnahm. :-( Wir besuchten also das Alte Museum und dort zunächst die Kameen-Ausstellung Mythos und Macht. Die Ausstellung ist klein aber fein. In einem ziemlich kleinen Raum werden sehr schöne kleine Schmuckreliefs aus sehr alter Zeit gezeigt und zudem die Entwicklung der Kameen bis ins 19. Jahrhundert. Es ist spannend, die Nachwirkungen der Antike bis in die Neuzeit zu verfolgen.
  2. Die nächste Station befindet sich auch im Alten Museum, nämlich das Ägyptische Museum. Ich wollte schließlich die Nofretete mal an ihrem neuen Platz sehen. Schade ist, dass das monumentale Kalbscha-Tor vorerst nicht zu sehen ist. Es wird erst wieder im erweiterten Pergamonmuseum zu sehen sein.
  3. Da sich fh seit einiger Zeit für die Berliner Historiale engagiert, entschlossen wir uns, ins nahe gelegene Deutsche Historische Museum zu gehen und uns mal mit dem 19. Jahrhundert näher auseinanderzusetzen. Das passte ja auch zum Thema des 24. Chaos Communication Congress, der ganz im Zeichen des Steampunk stand. Wir machten dann gleich eine Führung über die Deutsche Revolution 1848/49 und die Industrielle Revolution. Diese Kurzführung gefiel mir so gut, dass ich gleich noch zwei weitere Kurzführung zu „Epochen- und Zeitenwenden“ besucht habe (Westfälischer Friede bis zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und „Vom Ende des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs“), sowie die Führung zur „Geschichte der Beschleunigung“. Ich hätte mich sicher noch länger dort aufhalten können und noch weitere Führungen machen können, aber der Sinn einer solchen Nacht ist es ja, verschiedene Museen zu besuchen. Das DHM hatte sich aber viel Mühe gegeben, mich zum Bleiben zu animieren: Auch die Gesangsbeiträge im Schlüterhof fand ich sehr passend.
  4. Die nächste Station war das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin auf dem Kulturforum Berlin. Die Ausstellung Disegno! – Der Zeichner im Bild war auch „sehr übersichtlich“, aber dank einer guten Führung sehr interessant. Wenn man die Ausstellung an einem normalen Tag ohne Führung besucht, wirkt sie wohl gar nicht, sofern man nicht Kupferstich-Experte ist. Eindrucksvoll war auch die Installation auf dem Museumsvorplatz, die ich hier abgelichtet habe: ein Beamer projizierte Wörter zum Thema Zeit auf die Passanten und den Boden.
  5. Danach begab ich mich in die unweit gelegene Neue Nationalgalerie zu einer Führung über Die aufregende Kunst des 20. Jahrhunderts. Leider war der Museumsführer nicht mehr so richtig fit – ich allerdings auch nicht! Fünf Museen in sieben Stunden fordert den Besucher schon sehr!

Die Lange Nacht (die ja gar nicht so lang ist, da sie nur bis 2 Uhr dauert) ist zwar anstrengend, aber immer erlebnisreich wegen der vielen Sonderveranstaltungen, die von Führungen über Filmvorführungen bis zu Musikveranstaltungen reichen. Im Sommer – am letzten Augustwochenende – bin ich sicher wieder dabei!

2 Responses to “Lange Nacht der Museen in Berlin”

  1. Marcus Cyron says:

    Viel Zeit die Nophretete an diesem Platz zu sehen hast du ja nicht mehr. Nächstes Jahr zieht die Antikensammlung aus dem Pergamonmuseum (abgesehen von den drei zentralen Architektursälen) ins komplette Alte museum, die Ägyptische Sammlung wird dann im wiedereröffneten Neuen Museum gezeigt. Wieder ein neuer Ort für Nofretete. Und was die Gemmenausstellung angeht hast du recht. Vor allem der Herstellungsprozeß im Video ist eindrucksvoll.

  2. maha says:

    Dann ist die Ägyptische Sammlung ja wieder an ihrem Vorkriegsplatz. Schön!

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