Archive for March, 2008

Österreich in der Bergmannstraße

Wednesday, March 5th, 2008

Schon vor ein paar Wochen hatte ich im Kaffeehaus Felix Austria in der Bergmannstraße 26 das Vergnügen, Marillenknödel zu essen und Melange zu trinken. Heute probierte ich das nahe gelegene Restaurant Austria (Bergmannstr. 30, direkt gegenüber der Passionskirche) am Marheinekeplatz.

Man sollte das Lokal frühzeitig besuchen oder reservieren. Ich entschied mich für die erste Variante: Als wir das Lokal betraten, sahen wir auf allen Tischen „Reserviert“-Schilder, obwohl das ganze Lokal (noch) leer war. Wir bekamen dann aber einen Platz zugewiesen. Ähnlich erging es allen weiteren Gästen, die offenbar samt und sonders nicht reserviert hatten, aber einen Platz zugewiesen bekamen. Offenbar dienten die Reservierungsschilder dazu, den Publikumsverkehr etwas zu kanalisieren – wie passend für ein österreichisches Lokal bei den Preußen!

Schau war auch der berlinernde Schani, der uns bediente und durchaus ins österreichische Ambiente passte (es gab auch eine wienernde Serviererin). Loben muss ich allerdings vor allem das leckere dunkle Kapsreiter Landbier aus Schärding und natürlich das Essen: Das Wiener Schnitzel war sehr lecker und auch mit großem Hunger nicht aufzuessen. Der Erdäpfelsalat wirkte hingegen nicht eher norddeutsch (Mayonnaise!), schmeckte mir aber trotzdem. Auch der Semmelknödel, von dem ich kostete, war sehr lecker. Da ich anschließend recht satt war, reichte es nur noch für einen kleinen Schwarzen, der auch recht kräftig war.

Das Austria ist zwar kein billiges, aber durchaus ein gutes Restaurant – vor allem für die Freunde der österreichischen Küche.

Guggenheim: Wahrer Norden

Monday, March 3rd, 2008

Dass montags Guggenheimtag ist, dürfte den Lesern meines Blogs nicht unbekannt sein: Montags hat man nämlich in der Deutschen Guggenheim in Berlin freien Eintritt, und da man ja nicht weiß, ob einen die modernen Kunstwerke in zweieinhalb Räumen wirklich gefallen, empfiehlt es sich das Risiko eines Besuchs nur montags einzugehen, damit sich zu einem ästhetischen Trauma nicht auch noch finanzieller Verlust gesellt. Auch die Ausstellung True North, die zur Zeit gezeigt wird, ist recht übersichtlich: Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es gerade mal sieben Werke. Gefallen hat mir davon eigentlich nur Nu*tka* von Stan Douglas, benannt nach dem Land der Nutka oder Nuu-chah-nulth. Die Idee, einen Film zeitweise in gleichzeitig seh- und hörbare Teilfilme aufzuteilen, fand ich sehr passend.

Auch die Deutsche Guggenheim hat inzwischen erkannt, dass es nur am Montag so richtig voll ist, und eine Kampagne unter dem Motto I Like Mondays gestartet: Kunstgeschichtsstudenten helfen den Zuschauern bei der Auseinandersetzung mit den Werken. Leider waren die heutigen Kunstgeschichtler mehr mit sich selbst als mit dem übrigen Publikum beschäftigt.

Brücke-Museum

Monday, March 3rd, 2008

Das Brücke-Museum Berlin stellt schon besondere Anforderungen an die Anreise. Es befindet sich nämlich am Rande des Grunewaldes an der Seitenstraße einer Seitenstraße einer Seitenstraße der Clayallee. Am besten reist man gleich selbstfahrend an, denn das Umsteigen zwischen U-Bahn und Buslinie 115 erweist sich wegen der knappen Zeiten und langen Wege am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz als nicht gerade leichtes Unterfangen.

Das Museum liegt natürlich nicht ganz zufällig mitten in der Natur und ist ein Sechziger-Jahre-Flachbau im Bauhausstil des Architekten Werner Düttmann, der auch die Akademie der Künste (Berlin) entwarf. Leider kommt der architektonische Grundgedanke nicht mehr so gut zum Tragen, weil aus konservatorischen Gründen die meisten Fenster verhängt wurden. Es ist aber erstaunlich, wie modern die Flachbau-Architektur der Sechziger noch heute wirkt.

Die Ausstellungen des Museums wechseln ständig. Gezeigt werden vor allem die Werke des Künstlerkreises Die Brücke, zur Zeit Pastellmalerei von Karl Schmidt-Rottluff unter dem etwas irrigen Titel Extase, Rhythmus, Stille. Leider überwiegt das Spätwerk, in dem sich der Künstler bisweilen wiederholt und das nicht den gleichen Eindruck hinterlässt wie das Frühwerk. Einzig das Bild Drei rote Häuser, das sich an ein gleichnamiges Bild von Erich Heckel anlehnt, ragte aus dem Spätwerk heraus. Die frühen Pastell-Werke (zum Beispiel die lesende Frau oder die Postkarten) hinterließen auf mich einen tieferen Eindruck – und natürlich die wenigen Ölgemälde, die zum Vergleich mit der Pastellmalerei zu sehen waren.

Die nächste Ausstellung, die ab Mai Ernst Ludwig Kirchner gewidmet sein wird, verspricht, interessanter zu werden. Ich werde mich also bei besserem Wetter auf mein Fahrrad schwingen und noch einmal ins Brücke-Museum fahren.