Archive for April, 2008

Eee PC

Tuesday, April 29th, 2008

Für meinen bevorstehenden Italienaufenthalt habe ich mir einen kleinen „Wegwerfcomputer‟ gekauft, nämlich den Asus Eee PC für € 303 in Schwarz. Die Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sonst läuft der Rechner nach einigem Finetuning sehr gut. Dazu habe ich mir noch eine 16GB-SD Memory Card geklickt, um etwas Speicherplatz zu haben. Hier mal ein paar Hinweise, wie man sich das Arbeiten erleichtern kann:

  • Um überhaupt etwas tun zu können, benötigt man eine Kommandozeile. Ein Terminal bekommt man mit Str+Alt+t. Dann geht es los: Erst mal den IceWM mit killall stoppen und neu starten. Von da an steht dann auch die volle Funktionalität zur Verfügung.
  • Die Schriften sind zu groß. Man muss an mehreren Stellen die Systemschriften verkleinern. Besonders wichtig ist es bei Firefox und Thunderbird, da man sonst die Einstellungen nicht richtig verändern kann. Hier muss man jeweils die UserChrome.css verändern. Außerdem muss man eine eigene .gtkrc einrichtigen und dort die Schriften der gtkrc verkleinern. Schließlich braucht noch der icewm (in der Datei preferences) kleinere Schriften. Dann läuft es schon.
  • Versteckt stehen eine Menge KDE-Programme zur Verfügung (z.B. Kate (KDE)). Leider werden sie nicht richtig im Programm-Menü von IceWM angezeigt, aber man findet sie leicht.
  • Es steht leider kein Bildschirmschoner zur Verfügung, mit dem man den Computer abschließen kann. Man sollte sich also xscreenserver besorgen und installieren. Dann hat man das Wichtigste zusammen.

Tempelhof

Sunday, April 27th, 2008

Heute findet der erste Volksentscheid in Berlin seit der entsprechenden Verfassungsänderung statt. Es geht um den Flughafen Tempelhof: Der Senat von Berlin hatte die Schließung beschlossen, weil sie eine Voraussetzung war für den Ausbau des Flughafens Berlin-Brandenburg-International (in offizieller englischer Orthografie ohne die im Deutschen erforderlichen Bindestriche). Flughafenbefürworter haben daraufhin über ein Volksbegehren den heutigen Volksentscheid durchgesetzt. Ihre Argumente kann ich nicht nachvollziehen:

  • Die Mehrheit der Berliner sei für den Erhalt des Flughafens: Das ist natürlich ein Scheinargument, denn das wird ja erst im Volksentscheid ermittelt, und mit der Masse zu schwimmen sollte keine Tugend sein.
  • Die Aufgabe des Flughafens zerstöre Arbeitsplätze: Dafür schafft dann eben der Flughafen BBI neue, zumal die auch in Brandenburg viel eher gebraucht werden; außerdem sind sie auch für Berliner erreichbar.
  • Tradition
  • Die Aufgabe eines Innenstadtflughafens mache Berlin provinziell, da auch andere große Städte einen Innenstadtflughafen hätten. Auch hier liegt ein Scheinargument vor: Provinzialität misst sich nicht an Flughäfen; zudem grenzt Schönefeld direkt an Berlin und ist – im Gegensatz zum Münchner Flughafen – problemlos in einer Viertelstunde vom Stadtzentrum aus erreichbar.

Viel schwerer wiegen die Gegenargumente:

  • Ein innerstädtischer Flughafen bringt lästigen Fluglärm in die Stadt; ich selbst habe darunter gelitten, als ich noch in Friedenau wohnte.
  • Die Einflugschneisen über Wohngebiete bergen ein erhebliche Risiken.
  • Der Flughafen ist unrentabel.
  • Die Beibehaltung des Flughafens könnte zu einem Ausbaustopp beim Flughafen BBI führen (das wäre zwar gut für die dortigen Anwohner und die Natur, aber schlecht für Berlin).
  • Anstelle des Flughafens könnte hier das Tempelhofer Feld mit einem Park und einer Gartenstadtsiedlung neu entstehen. Zudem würde das Flughafenmuseum zu einem Museum, das an den Flughafen und die Berliner Luftbrücke erinnern soll; das wäre eine vernünftige Art, mit Geschichte umzugehen.

Ich vermute mal, die Flughafen-Befürworter werden sich nicht durchsetzen. Das ist aufgrund der oben angeführten Argumente auch zu hoffen.

„Neusprech“ in Dresden

Sunday, April 20th, 2008

Am Freitag bin ich nach Dresden gefahren, um dort beim c3d2 einen Vortrag über Neusprech im Schnüffelstaat zu halten. Dresden ist ja quasi ein Vorort von Berlin, denn mit dem Eurocity nach Prag ist man in zwei Stunden dort und kann dabei noch Velkopopovický Kozel und Palatschinken genießen. Am Bahnhof hat mich dann Leon abgeholt und mir noch einen Schnellrundgang durch Dresden geboten. (Leon hat auch über meinen Besuch ausführlich berichtet.) Dann sind wir zum Dresdner Hackerspace, ein kleines, aber feines Zweiraumbüro am Rande der Innenstadt (Plattenbau).

Später ging es dann zur Berufsakademie Dresden, wo ich meinen Vortrag hielt. Es waren relativ viele Leute gekommen (vielleicht auch wegen der guten Werbung, unter anderem dank Chaosradio Express 81), die Technik funktionierte erwartungsgemäß wie am Schnürchen und das Publikum diskutierte interessiert mit. Insgesamt hat es mir großen Spaß gemacht. Gegen Mitternacht brachte dann Sven meinen Gastgeber und mich in die Neustadt, wo wir noch was essen wollten. Aufgrund der vorgerückten Stunde gingen wir dann aber zum Bahnhof und fuhren in die Friedrichstadt, wo mein Gastgeber wohnte. Da er mich davor gewarnt hatte, dass es hier viele Neonazis gebe, fühlte ich mich schon etwas verunsichert, zumals einschlägige Graffiti zu sehen waren. In der Küche meines Gastgebers wurde es dann noch sehr spät, was aber wohl mehr an mir als an ihm lag, denn ich war eindeutig wacher, und anregende Gespräche über den Zusammenhang von Mathematik und Religion haben keinerlei ermüdende Wirkung auf mich. Am nächsten Mittag reiste ich dann wieder ab.

Wenn man mal von der rechten Gefahr absieht, ist Dresden eine sehr lebendige Stadt, wo man massenweise kreative und interessierte Leute treffen kann. Da komme ich doch gern wieder hin!

Radio & Fernsehen 2.0

Saturday, April 5th, 2008

Ich vergaß in meinem letzten Blogbeitrag, dass ich bei der re:publica auch noch an der Podiumsdiskussion über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Zuhörer teilgenommen habe. Erfreulich ist, dass der NDR gerade einen Feldversuch zu Creative Commons-Lizenzen durchführt. Weniger erfreulich ist jedoch der Vorschlag, dass die öffentlich-rechtlich produzierten Inhalte nur sieben Tage ins Internet gestellt und dann wieder gelöscht werden sollen. Da haben die Entscheider das Internet mal wieder nicht verstanden. Was da einmal publiziert wird, ist eben publiziert und kann nicht wieder zurückgezogen werden. Ich hoffe mal, dass solch eine weltfremde Regelung nicht getroffen wird. Es ist doch ziemlich klar: nur wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Weg ins Internet findet (und zwar ohne faule Kompromisse!), ist er überlebensfähig.

re:publica – Tag 2 & 3

Saturday, April 5th, 2008

Vom Programm des zweiten re:publica-Tages habe ich nicht soviel mitbekommen, weil ich mich überwiegend mit Leuten unterhalten haben, wozu eine solche Veranstaltung ja da ist, denn endlich sieht man mal die Gesichter, die hinter den Blogs stecken, die man so liest. Das ist sehr spannend! Höhepunkt des Tages war dann Verenas Vortrag über emergente Intelligenz, den ich sehr stimulierend fand – auch wenn die Diskussion danach etwas ins Metaphysische abglitt.

Am dritten Tag gab ich mir dann fast die gesamte Subkonferenz der Hard Bloggin’ Scientists. Das gelegentliche Professorenbashing fand ich zwar etwas unwissenschaftlich, aber ich konnte doch eine Menge lernen. Danach folgte dann nur noch die Abschlussveranstaltung und free beer, das aber knapp und eher mittelmäßig im Geschmack war.

Insgesamt hat mir die re:publica 08 vor allem wegen der netten persönlichen Kontakte gefallen. Da kommt man gern wieder!

Re:publica – Tag 1

Thursday, April 3rd, 2008

Heute war der erste Tag der re:publica 08. Die Eröffnungsveranstaltung hatte ich wegen der Schlange vorm Eingang (im Regen!) verpasst. :-) Dann kam gleich die Keynote über Nützliches Vergessen von Viktor Mayer-Schönberger, die ich nicht besonders gut fand, denn ich halte die Forderung, das Internet müsse vergessen für weltfremd und unpraktikabel. Wer so etwas fordert, lebt in der Tat noch im Web 1.0, denn wenn alle User vernetzt sind und das Netz dezentral ist, kann man nicht auf Vergessen setzen, weil man nie weiß, wer was gespeichert hat. Es müssen andere Wege gefunden werden, und vor allem kann man keine Forderungen an eine zentrale Instanz stellen, denn das Netz funktioniert so einfach nicht.

Die Zukunft der sozialen Netze fand ich zwar unterhaltsam, was besonders an Tim Pritlove lag, der versuchte, die Podiumsdiskussion noch irgendwie zu retten, aber das Panel war viel zu groß, und es kam keine substanzielle Information rüber. Der Vertreter von StudiVZ kam ständig argumentativ ins Schwimmen und der von MySpace dreschte nur PR-Phrasen. Unerträglich! Mir wurde schlagartig klar, dass Twitter, das natürlich kein soziales Netzwerk ist, die sozialen Netzwerke vernetzen und wahrscheinlich beerben wird. So trug ich wenigstens eine Erkenntnis davon.

Dem entsprechend war natürlich der kleine Workshop-Raum für den Vortrag über die Twitterwelt zu klein. Der Vortrag war interessant und noch interessanter die Publikumsreaktionen; vor allem war zu beobachten, dass Twitter selbst von neophilen Menschen noch unterschätzt wird.

Erwartungsgemäß unterhaltsam fiel die Web Side Story aus, deren Aufzeichnung ich jedem empfehlen kann: eine gelungene Satire auf das Web 2.0 und seine Nutzer! Markus Beckedahls Vortrag über die digitale Gesellschaft brachte wenig Neues. Tim Pritloves Live-Podcast mit Peter Glaser war unterhaltsam; ich bedauere jedoch, dass das Publikum nicht einbezogen wurde. Das wäre doch die Herausforderung gewesen!

Der Vortrag über Porno2.0 von Torsten Kleinz war für mich auch recht interessant, weil Hetero-Pr0n für mich bisher eine völlig unbekannte Welt war, zumal Torsten einen gefällig trockenen Vortragsstil hat.

Ich ließ mich dann noch per Mikro.fm in die Zeit der Piratensender zurückversetzen, die ebenfalls eine 2.0-Phase erreichen: Sendungen werden per Internet verteilt und dann von verschiedenen Nahsendern ausgestrahlt (dank Vernetzung über eine große Fläche hinweg). Das war schon sehr spannend! Danach war ich noch mit ein paar Extrembloggern in einem Slow Food-Fastfood-Restaurant an der Tram-Haltestelle Zionskirchplatz.