Archive for May, 2008

Indiana Jones & Michael Clayton

Monday, May 26th, 2008

Nach den Anstrengungen der letzten Woche (allein 47 Klausuren, deren Korrektur mich viele Stunden und eine Nacht gekostet hat) habe ich mir am Wochenende eine kleine Auszeit genommen und gleich zwei Kinofilme angeschaut: zum einen den neuen Indiana Jones-Film Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels und Michael Clayton. Der Indiana-Jones-Film ist natürlich seichtes Popcorn-Kino und war trotz der haarsträubenden Geschichte durchaus amüsant: besonders witzig waren die Überblendung vom Paramount-Logo auf die allererste Einstellung des Films und die linguistischen Bemerkungen des Helden (zum Beispiel über die verdunkelten Vokale der Ostukraine). Ansonsten kann man sich den Film auch schenken (da ist Indiana Jones und der letzte Kreuzzug schon besser).

Nicht schenken sollte man sich jedoch Michael Clayton. Dass mir der Film besonders gefallen hat, liegt allein schon daran, dass der Film nicht linear erzählt und – was ich besonders mag – ein Teil der Geschichte zweimal erzählt wird, und zwar beim zweiten Mal mit einer dazwischen geschnittenen Parallelhandlung, die Ereignisse der Haupthandlung erklärt. Zudem ist die schauspielerische Leistung von George Clooney und in einer heimlichen Hauptrolle Tilda Swinton eindrucksvoll. Letztere bekam dafür zurecht einen Oscar als beste Nebendarstellerin.

Da ich den ersten der beiden Filme im Berliner Cubix gesehen habe, gleich noch ein paar Worte zum Kino: Ich mag ja Multiplex-Kinos nicht so, aber der Ausblick aus dem obersten Stock des Cubix ist atemberaubend (insbesondere wenn man in der verglasten Ecke steht!) und die Beschallung im großen Saal 9 (ganz oben) ist nicht von schlechten Eltern. Warum man allerdings am Eingang unaufgefordert eine Packung Kondome erhält, selbst wenn man auf einem gut einsehbaren Platz am Mittelgang sitzt, entzieht sich meinem Verständnis.

Grand Prix Eurovision 2008

Monday, May 26th, 2008

Am Samstag gab es den Eurovision Song Contest 2008, für den ich ja die ältere französische Bezeichnung schöner finde, nämlich Grand Prix Eurovision de la Chanson. Außerdem klingt Allemagne deux points nobler als Germany two points, aber inzwischen hält wohl nur noch Frankreich an der französischen Sprache fest. Mehr als zwei Punkte hatte der deutsche Beitrag übrigens wirklich nicht verdient. Die No Angels klangen irgendwie schräg, und der Auftritt mit den Flatterkleidern wirkte unbeholfen.

Mein persönlicher Favorit war Ani Lorak aus der Ukraine, deren Shady Lady musikalisch interessant war. Zudem beeindruckte mich auch die Choreographie (und ganz persönlich: :-) der kleine blond[iert]e Tänzer mit der eindrucksvollen Körperbeherrschung *dahinschmelz*). Offenbar kam der ukrainische Beitrag auch sonst gut an, denn er belegte den zweiten Platz.

Wie man der Punktetabelle leicht entnehmen kann, hätte die Ukraine übrigens gewonnen, wenn Russland nicht so viele Punkte aus (ehemaligen) Satellitenstaaten bekommen hätte. Es ist eigentlich sehr ärgerlich, dass solche äußeren Umstände eine doch entscheidende Rolle spielen, und Nationalismus wichtiger ist als Kunst.

Sizilien

Sunday, May 25th, 2008

Sicily

In der letzten Woche war ich auf einer Exkursion auf Sizilien, was sehr eindrucksvoll war. Das Foto zeigt die sizilianische Fahne: ein geflügeltes Medusenhaupt mit drei Beinen vor rot-gelben Grund. Die drei Beine sollen die drei Spitzen Siziliens symbolisieren.

Monreale Christus Pantokrator

Die Rundreise begann in Palermo: Die Stadt machte auf mich einen sehr entspannten und aufgeräumten Eindruck (trotz des lauten Verkehrs und des gleichzeitig dort gastierenden Giro d’Italia). Nach allem, was ich gelesen hatte, wirkte Palermo auf mich ganz anders: Im Vergleich zu Catania wirkt Palermo geradezu sauber und es zeigt sich auch, dass Sizilien nicht nur Emigrations-, sondern auch Immigrationsgebiet ist. Durch die Nähe zu Afrika überrascht es vielleicht nicht, hier viele Afrikaner zu sehen, aber die Große Zahl von Indern fand ich dann doch auffällig.

Scala dei turchi

Der nächste Aufenthalt war Agrigent, was aber als Stadt wenig zu bieten hat. Das Tal der Tempel fand ich nicht besonders beeindruckend, dann schon eher die Scala dei Turchi (‚Türkentreppe‘), imposante Kreidefelsen im nahen Realmonte, und das Haus von Luigi Pirandello im Nachbarort Porto Empedocle.

Bikini girls

Von dort ging es ins Landesinnere: die römischen Mosaiken von Piazza Armerina sind sehr eindrucksvoll, während der mittelalterliche Ort, eine norditalienische Sprachinsel mitten in Sizilien, außer für Linguisten wenig Interessantes zu bieten hat.

Taormina

Die nächste Station war Catania, das durch die Vulkanasche des Ätna etwas schmutzig wirkt, aber eine sehr lebendige Stadt ist. Ein Ausflug ins nahe gelegene Taormina, das zwar malerische, aber leider auch sehr touristisch ist, durfte natürlich nicht fehlen.

Mount Etna

Höhepunkt war allerdings die Besteigung des Ätna, der rechtzeitig ausgebrochen war, was den Besuch geradezu spektakulär machte. Immer wieder donnerte der Vulkan, während wir ihn im Nebel bestiegen. Es ist schon ein besonderes Gefühl, den Naturgewalten so nahe zu sein.