Grand Prix Eurovision 2008

Am Samstag gab es den Eurovision Song Contest 2008, für den ich ja die ältere französische Bezeichnung schöner finde, nämlich Grand Prix Eurovision de la Chanson. Außerdem klingt Allemagne deux points nobler als Germany two points, aber inzwischen hält wohl nur noch Frankreich an der französischen Sprache fest. Mehr als zwei Punkte hatte der deutsche Beitrag übrigens wirklich nicht verdient. Die No Angels klangen irgendwie schräg, und der Auftritt mit den Flatterkleidern wirkte unbeholfen.

Mein persönlicher Favorit war Ani Lorak aus der Ukraine, deren Shady Lady musikalisch interessant war. Zudem beeindruckte mich auch die Choreographie (und ganz persönlich: :-) der kleine blond[iert]e Tänzer mit der eindrucksvollen Körperbeherrschung *dahinschmelz*). Offenbar kam der ukrainische Beitrag auch sonst gut an, denn er belegte den zweiten Platz.

Wie man der Punktetabelle leicht entnehmen kann, hätte die Ukraine übrigens gewonnen, wenn Russland nicht so viele Punkte aus (ehemaligen) Satellitenstaaten bekommen hätte. Es ist eigentlich sehr ärgerlich, dass solche äußeren Umstände eine doch entscheidende Rolle spielen, und Nationalismus wichtiger ist als Kunst.

3 Responses to “Grand Prix Eurovision 2008”

  1. Kunar says:

    Das habe ich nicht ganz verstanden. Die ehemaligen Satellitenstaaten sind inzwischen vom früheren großen Bruder unabhängig. Wieso ist es Nationalismus, wenn sie ihm in einem Wettbewerb viele Punkte geben? Ich hätte da die gegenteilige Reaktion erwartet.

  2. maha says:

    In den ehemaligen Satellitenstaaten wohnen viele Russen, oft als starke Minderheit, die natürlich auch sehr nationalistisch gesinnt ist (wie es Minderheiten so an sich haben). Die rufen dann für den russischen Beitrag an. Die Sprecherin von – ich glaube – Estland wirkte auch gar nicht so glücklich, als sie verkündete, dass ihr Land (aber eben die ungeliebte Minderheit) Russland 12 Punkte zubilligte.

  3. gerd says:

    Also ich stimme da Thomas Hermanns zu: die ganze Punktevergabe im Grand Prix Eurovision ist mittlerweile nur noch frustrierend. So geht der gute Grand Prix, den ich über viele Jahre verfolgt habe, “leider den Bach runter”.

    Zwar gab es das früher auch schon: die skandinavischen Staaten haben sich immer die Punkte gegenseitig zugeschoben und machen dies heute immer noch so. Aber da wirkte sich das noch nicht so massiv aus. Das ist mit dem Zusammenburch der Sowjetuntion und des Ostblocks mittlerweile anders geworden. Nicht die Musik steht im Vordergrund der Punktevergabe, sondern wieviele Ausländer in einem anderen Staat beheimatet sind. Schade…

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