Dr. Seltsam

Als ich am Freitag erzählte, dass ich den Kultfilm Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben noch nie gesehen hatte, wurde er sofort hervorgekramt, und es kam zu einem spontanen Videoabend. So konnte ich gleich feststellen, warum dieser Film Kultstatus errungen hat: Einige Szenen (zum Beispiel die am öffentlichen Telefon) sind derart absurd, dass man den Film einfach lieben muss. Wenn Peter Sellers anfängt zu improvisieren, gelingen besonders interessante Szenen, so zum Beispiel die Szene, in der er als US-Präsident mit seinem russischen Kollegen telefoniert. Obwohl man nur seine Worte hört, kann man ziemlich genau erschließen, was auf der anderen Seite gesagt wird. Das ist schon aus gesprächsanalytischer Sicht einfach großartig. Man erkennt sehr deutlich, dass hier improvisiert ist, weil deutlicher mehr Merkmale gesprochener Sprache auftreten als im Drehbuch-Text.

Der Film ist übrigens eine Quelle von Filmzitaten, was mir aber erst klar wurde, als ich jetzt das Original gesehen habe; bisher dachte ich der Film Dark Star sei vor allem eine Parodie des Films 2001: Odyssee im Weltraum (ebenfalls von Stanley Kubrick), aber er enthält mehr Bezüge zu Dr. Seltsam. Es ist sicher ein Film, der sehr hilfreich ist, um das 20. Jahrhundert besser zu verstehen.

3 Responses to “Dr. Seltsam”

  1. kriss says:

    Hi

    Ja, toller Film, ich hoffe du hast die englischsprachige Version gesehen.

  2. Christoph says:

    Are you willing to entertain a few concepts? ;-)

  3. maha says:

    @kriss: klar!

    @Christoph: I’m always receptive to suggestions. 8-)

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