Lord of War

Gestern habe ich den Film Lord of War gesehen, den ich bis dahin irgendwie ignoriert hatte, wohl weil ich den Hauptdarsteller Nicolas Cage nicht sehr mag. Ich finde, er hat kaum Ausstrahlung und spielt auch nicht sehr überzeugend – eher etwas hölzern. Schade, denn der Film ist sehr gut. Die Dialoge sind sehr gut geschrieben, manchmal jagen sich die Pointen so schnell, dass man vor Lachen die nächste Pointe fast überhört. Dabei ist es natürlich keine Komödie, sondern ein sehr informativer Film über den Waffenhandel. Besonders gelungen ist die Bildsprache: Ein schöner Kameraschwenk jagt den nächsten und der Filmschnitt ist sehr gelungen. Insbesondere im ukrainischen Waffendepot gibt es ein paar sehr gelungene Bilder, die Reise einer Patrone am Anfang des Films ist sehr eindrucksvoll und die Darstellung der Hochzeit der Hauptpersonen ist in der Endversion sehr gelungen. Text, Kamera und Schnitt sind geschickt aufeinander abgestimmt, so dass man wirklich erkennen kann, dass zwischen den beteiligten Künstlern zusammengearbeitet wurde und dass der Regisseur Andrew Niccol den Überblick behalten hat. Auch sein früherer Film Gattaca fiel ja schon sehr angenehm auf.

Besser als Cage spielt übrigens (erwartungsgemäß) Ethan Hawke, der allerdings leider im Drehbuch etwas zu kurz kommt. Niccol erwähnt in einem Interview, dass die Ambivalenz des von Hawke verkörperten Ermittlers so interessant fand. Das wird aber nicht wirklich herausgearbeitet.

Der Soundtrack ist auch sehr gelungen, besonders die Gitarrenmusik ist eindrucksvoll. Auf den Walkürenritt hätte ich allerdings verzichtet; aber vielleicht ist das nur für ein europäisches Publikum zu platt. Es sollte vielleicht nur an den Klassiker Apocalyse Now erinnern.

Eigentlich sollte es mehr solche Filme geben, die zugleich sehr unterhaltsam wie aufklärend sind. Es macht dann auch nichts aus, dass der Film zwei Stunden dauert. Die vergehen garantiert im Flug!

2 Responses to “Lord of War”

  1. Chris says:

    Kennst du “Leaving Las Vegas”? Ich stimme Dir ja zu, dass Nicolas Cage in vielen Rollen zumindest “merkwürdig” bzw. “ungewohnt” spielt (wenn auch nicht schlecht), aber den Oscar als besten Hauptdarsteller für “Leaving Las Vegas” hat er meiner Meinung nach uneingeschränkt verdient. Selten hat jemand besser einen Trinker dargestellt als Cage in diesem Film.

  2. michel says:

    sehr guter aber auch informativer film. das intro ist ja wohl eines der besten die ich kenne. allerdings ist er (leider) näher an der realität als man denkt. hochbrisantes thema
    hier noch eine weitere gute kritik zu dem film:
    http://www.res-dead.de/dailydead/lord_of_war_-_h%E4ndler_des_todes

Leave a Reply