Musenstadt Berlin

Dieses Wochenende stand für mich ganz im Zeichen der Kultur: Von Samstag auf Sonntag gab es mal wieder die Lange Nacht der Museen in Berlin:

  1. Ich startete mal wieder beim Schwulen Museum, obwohl mich die Ausstellung über Lesben in Berlin nicht so sonderlich interessierte. Sie war jedoch erwartungsgemäß gut gemacht. Bedauerlich war bloß, dass die übliche Führung um 17 Uhr nicht stattfand, mit der ich eigentlich gerechnet hatte. Die Dauerausstellung des Museums hatte ich seit längerem nicht gesehen und muss zugeben, dass sie enorm an Umfang gewonnen hat und fast schon beängstigend voll ist.
  2. Danach ging es zur Museumsinsel, wo wir zunächst im Alten Museum der Nofretete unsere Aufwartung machten. Da war ich zwar erst bei der letzten langen Nacht, aber das Ägyptische Museum ist ja immer einen Besuch wert und passte so wunderbar zu unserem nächsten Ziel, dem Pergamonmuseum
  3. Dort findet zur Zeit die Ausstellung Babylon – Mythos und Wahrheit statt. Ich hatte mir zum Glück zuvor ein kostenloses so genanntes „Zeitfensterticket“ besorgt, das es ermöglichte, an der doch sehr langen Schlange vorbeizukommen. Die Ausstellung ist wirklich sehr eindrucksvoll. Ich finde es zwar gewöhnungsbedürftig, dass Ausstellungsgegenstände aus den unterschiedlichsten Epochen zusammenstehen, aber museumspädagogisch ist diese Ausstellung so gut aufbereitet, dass man mit Spannung so lange dort herumlaufen kann, bis die Füße wehtun.
  4. Nachdem wir viel Zeit in der Babylonausstellung verbracht hatten, besuchte ich anschließend das Bode-Museum, das mich aber nicht so beeindruckte. Irgendwie wirken die mittelalterlichen Skulpturen nach der großartigen Ausstellung im Pergamonmuseum nicht so richtig. Der Aufenthalt im Bode-Museum war auch deshalb so kurz, weil ein Wärter meine Begleiterin wegen ihrer Handtasche nicht ins Museum lassen wollte, obwohl wir anstandslos in die anderen Museen gekommen waren (wo es zum Teil viel strikter zuging). Außerdem gab es andere Besucher mit viel größeren Taschen (und sogar einem Rucksack!).
  5. Leider mussten wir den Weg bis zum Medizinhistorischen Museum zu Fuß zurücklegen, weil die Bus- und Tramverbindung vom Bode-Museum zum BMM nicht berauschend ist. Ich finde ja die Präparatesammlung nicht so angenehm zu betrachten und sparte sie mir dann auch. Unser eigentliches Ziel war die Sonderausstellung über Magnus Hirschfeld und sein Institut für Sexualwissenschaft, sowie dessen Schicksal im Zusammenhang mit der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland (ausführliche Information zur Ausstellung).

Bekanntlich fand die Bücherverbrennung der Nazis (mit dem Bestand von Hirschfelds Bibliothek) ja auf dem heutigen Bebelplatz
neben der Staatsoper Unter den Linden statt. Dort führten mich meine Wege am Sonntag hin, denn es wurde dort ein Freiluftkonzert von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim. Die Symphonie ist schon sehr mitreißend und entfaltet auf dem Forum Fridericianum so richtig seine Wirkung. (Ich empfehle die Beschreibung der Symphonie in der Wikipedia!) Leider verhielt sich das Publikum etwas störend: Manche klatschten zwischen den Sätzen und einige sogar mitten im letzten Satz in der Generalpause.

4 Responses to “Musenstadt Berlin”

  1. janwo says:

    Inwiefern “beängstigend voll”? Informationsüberflutung?

  2. maha says:

    Ja, genau: man wird von Information erschlagen, außerdem stehen die Wände so dicht, dass man fast Platzangst bekommt, aber ich meinte hier die Informationsüberflutung.

  3. wuerfel says:

    Applaus zwischen den Sätzen muss man vielleicht bei einem Freiluftkonzert mit Zufallspublikum hinnehmen, aber in der Generalpause ist es peinlich, obwohl ich es schon bei einem Brahms-Konzert in der Philharmonie erlebt habe, was der Dirigent aber mit einer Handbewegung unterband.

  4. gerd says:

    Sehr interessant: war mir nicht bekannt, das gerade eine Sonderausstellung über Magnus Hirschfeld in Berlin stattfindet.

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