Archive for October, 2008

Ersatzzug

Tuesday, October 28th, 2008

First class compartment of the 1970s

Nach einem reichhaltigen Brunch im Lichtblick mit Open Source- und Esperanto-Adepten (was ja schon deshalb passt, weil Esperanto ja auch ein Open-Source-Projekt ist) wagte ich es, mit dem Zug zu fahren, obwohl schon klar war, dass das nicht so leicht sein würde, denn die ICE-T-Züge sind ja gerade fast alle zur Wartung.

Als Ersatz gab es einen Ersatzzug aus den 1970ern, der dann auch noch verspätet abfuhr. Ich hatte mir aber schlauerweise schon in Berlin Gesundbrunnen einen bequemen Erste-Klasse-Platz gesichert (dank eines Upgrades, das ich dann aber gar nicht benötigte) und konnte im Gegensatz zu vielen Reisenden im Sitzen reisen. Man versteht ja nicht so recht, warum die Deutsche Bahn einen Zug, der normalerweise 800 Plätze hat (zweiteiliger ICE) durch zwei D-Zug-Abteilwagen und drei Interregio-Wagen ersetzt. Da kann es schon mal etwas enger werden am Sonntagnachmittag.

Das Zugpersonal versprach, dass ein Entlastungszug in Lutherstadt Wittenberg warten würde, was aber wohl nur zur Beruhigung der Fahrgäste dienen sollte, denn der Entsatz-Zug hatte nicht gewartet. Dafür wandte sich die Transportleitung in Leipzig an die Sitzplatzlosen (die inzwischen in der Mehrheit waren, wenn man die Menschen auf dem Bahnsteig hinzurechnete, die den Zug belagerten) und flehte sie an, doch bitte auf den nächsten Zug zu warten, der wegen der Verspätung dieses Zugs wohl in weniger als einer halben Stunde in Leipzig eintreffen werde. Die Hoffnungslosen werden wohl auf diese Karte gesetzt haben, mit den anderen setzte sich der übervolle Zug nach einer weiteren Verzögerung gemächlich in Bewegung. Dass ich mein Ziel dann doch noch mit weniger als 50 Minuten Verspätung erreichte, war eine unverhoffte Meisterleistung des DB-Personals. Ausgehungert und durstig wie ich war (von wegen Service am Platz!), gönnte ich mir auf den Schreck erst einmal ein Gulasch und ein Ungespundetes.


Geburtstag

Tuesday, October 28th, 2008

Am Wochenende wurde ich mal wieder älter, konnte mich aber in lustiger Runde darüber hinwegtrösten. Die Feierlichkeiten begannen mit dem Einkauf im KaDeWe schon gegen 11 Uhr. Auch wenn es sich das KaDeWe nicht nehmen ließ uns mit einer Weinprobe, kostenlosem Kaffee und Schampus zu verwöhnen und wir uns unsererseits noch Bäckchen vom Chianina-Rind mit Pastinaken-Gemüse gönnten, war der Einkauf sehr anstrengend, denn die Feinschmeckerabteilung war von Schaulustigen überfüllt, die uns beim Einkaufen zusehen wollten. Zum Glück half uns ein hauseigener Träger, dem wir allerdings den Weg zum Aufzug zeigen mussten, weil er ihn gerade nicht fand. Bevor mir jetzt Konsumismus vorgeworfen wird, möchte ich gleich erklären, dass es in Berlin eigentlich nur im KaDeWe möglich ist, einen Lebensmittelgroßeinkauf für größere Kochaktionen in nur einem Geschäft zu erledigen. Andere Geschäfte wären vielleicht billiger, aber das herumfahren, die Parkgebühren usw. würden den Einkauf verteuern, verlängern und in Stress ausarten lassen.

Hier also nun die Menüfolge des Abends, die dank Chefkoch wuerfel und gregoas heldenhafter Hilfe zustande kam:

  1. knoblauchscharfe Kürbis-Suppe
  2. gepökelter Schinken und Prager Schinken mit Sauerkraut und Kartoffeln
  3. Zabaione mit Pfirsich
  4. Chunk

Dazu gab es Wein aus Valdepeñas, Berliner Pilsner und Veldensteiner Zwickelbier – natürlich vom Fass – sowie Club-Mate und Schorle.

Sicher lag es an den kulinarischen Genüssen, dass der Abend sehr angenehm verlief. Vor allem lag es aber an der Mischung der Leute, die gekommen waren. Ich fand die Zusammensetzung der Gäste ausgesprochen stimulierend, und es ergaben sich viele spannende Gespräche. Ein paar Leute hatten sich und mich auch länger nicht gesehen, so dass es auch ein paar interessante Neuigkeiten auszutauschen gab. Ich denke, das ist auch Sinn und Zweck solcher Feiern: Leute zusammenzubringen, die sich oft oder selten sehen, aber doch viel zu sagen haben.

Sommerbilder

Saturday, October 4th, 2008

Capital Beach

Endlich bin ich dazu gekommen, meine Sommerbilder bei flickr online zu stellen. Da bekommt man gleich eine richtige Sommernostalgie, die aber wohl noch bis zum nächsten Jahr anhalten muss, denn der Sommer wird in Deutschland vorher sicher nicht mehr spürbar sein.

Auf dem Foto sieht man das Spree-Ufer gegenüber vom Berliner Hauptbahnhof, von wo aus man einen schönen Blick auf diesen hat. Da ich ja begeisterter Bahnfahrer bin (und demnächst dann wohl auch Bahnaktionär), finde ich die Aussicht von hier besonders schön. Außerdem ist man so schnell am Zug. :-)