Archive for May, 2009

Eurovision 2009

Sunday, May 17th, 2009

Gestern gab es anlässlich des Eurovision Song Contest 2009, den ich immer noch lieber „Grand Prix Eurovision“ nenne, wieder eine Grand-Prix-Party, an der ich teilnahm. Natürlich war es wieder spannend, der Entscheidung entgegenzufiebern. Diesmal lag ich beim Gewinner Alexander Rybak aus Norwegen vollig falsch, hatte ich ihn doch eher zwischen Platz 5 und 10 eingestuft. Dafür lag ich beim zweiten Platz genau richtig, denn auch ich fand den isländischen Beitrag sehr gut und hatte ihn auf meiner persönlichen Favoritenliste auf Platz 2 eingeordnet, gleich nach Patricia Kaas, die mich am meisten beeindruckt hatte, obwohl ich sicher war, dass sie bestenfalls auf Platz 5 gelangen würde (sie erreichte dann den achten Platz). Hingegen habe ich Sakis Rouvas gleich als Sieger gesehen (vor allem wegen der perfekten Show), Griechenland belegte aber nur den siebten Platz. Außerdem sah ich die Band Regina aus Bosnien unter den ersten fünf, es reichte aber nur für Platz 9.

Auf der anderen Seite der Skala habe ich Litauen (schließlich auf Platz 23) und Spanien platziert, letzteres Land erreichte dann Platz 24. Schlusslicht Finnland hatte ich auf Platz 18 erwartet. Den deutschen Beitrag hatte ich zwischen Platz 10 und 15 eingeordnet, er erreichte aber nur Platz 20. Es fehlen Deutschland wirklich verlässliche Unterstützer. Denn die spielen trotz einer Fachjury in allen Ländern immer noch eine wichtige Rolle. Leider ist mir nicht klar, wie das Juryurteil mit dem Publikumsurteil verrechnet wurde. Es war von einem hälftigen Verhältnis gesprochen worden, aber im Detail sind ja verschiedene Berechnungsmethoden denkbar.

Natürlich braucht Deutschland auch bessere Beiträge. Mit dem Sänger war ja schon ein guter Griff getan worden (er hätte nur vielleicht aus Russland kommen sollen!), aber der Beitrag selbst war nicht mitreißend genug, musikalisch eher Hausmannskost und unpassend für ein Schlagerfestival. Der neue deutsche Kommentator Tim Frühling ist ein würdiger Nachfolger von Peter Urban. Seine Kommentare waren treffend und auch immer wieder lustig.

Update: Hier fehlt noch ein Link auf die Übergriffe auf Schwule und Lesben durch staatliche Sonderpolizei auf dem Christopher Street Day, der zeitgleich mit dem Grand Prix in Moskau stattfand (aber nicht genehmigt war – wie auch, wenn der Moskauer Bürgermeister das nicht will – „gelenkte Demokratie“ eben!). Kunar hat ja schon einen schwedisch-mehrsprachigen Link gepostet, hier noch ein Erfahrungsbericht aus der taz.

Star Trek

Tuesday, May 12th, 2009

Today I finally had the opportunity to watch the new Star Trek movie, unfortunately in German. I liked it very much. I’ve never been a Trekkie, although Star Trek: The Original Series marked my childhood to a significant extent (in the beginning in black and white at my grandparents’ home). The real fans were perhaps unhappy about the changed timeline. On the other hand, changing the timeline (and thus the plot) is a good idea, especially to improve the suspense of the story, which takes place about the time between the last season of the television series and the first of the original series (set in the 2200s).

The film has to solve a difficult problem: it has to “marry” the poor optics of the original series with what is possible and expected from nowadays’ visual effects. In its plot, it introduces the main characters of the original series in their younger days (though in a changed timeline). Contrary to the original cowboy-like characters, they have a more down-to-earth love and sex life. Fortunately, this aspect is not too obnoxious. The actors are cute and play very professionally (again contrary to the original series). I liked Anton Yelchin best, who played the young Pavel Chekov.

All in all, this is a film that I can recommend to all who know the (original) series; for newcomers to Star Trek, the film is understandable, but a lot of fun is lost.

CCC Hannover & Hamburg & OSM

Saturday, May 9th, 2009

Gestern hatte ich dienstlich in Hannover zu tun und habe abends vor der Weiterfahrt noch einen Besuch im Hannoveraner „Erfahrungsaustauschkreis“ des Chaos Computer Clubs gemacht, was sehr nett war, einmal wegen der Leute natürlich und auch um die Location kennen zu lernen, die in einem Bürgerzentrum untergebracht ist. Die Hannoveraner haben einen schönen Raum, und auch hier fanden sich ein Foto von Wau Holland an der Wand und ein OpenBSD-Plakat, wie ich sie in fast allen Erfa-Kreisen vorgefunden habe.

Chaos Computer Club Hamburg

In Hamburg, wo es mich dann heute hinverschlagen hat, muss das obligate OpenBSD-Plakat kürzlich von der Wand gefallen sein. Auch Wau Holland fand sich nicht. Dafür gibt es einen eindrucksvollen Schriftzug über dem Eingang, den ich hier mal abgelichtet habe. Ein Café ist der Club natürlich nicht. Aber was ist er eigentlich? Bei OpenStreetMap (OSM) steht Amenity: Library, was es nicht wirklich trifft. Ich habe allerdings die Kategorie dann einfach mal für den Chaos Computer Club Berlin übernommen.

Das war dann auch mein erster Beitrag zum OpenStreetMap-Projekt. Ich habe gleich noch ein paar weitere Punkte hinzugefügt.

Archäologie, Glottopedia und die Wikipedia-Lizenz

Saturday, May 2nd, 2009

Wer wissen will, ob man auch staubige Geisteswissenschaften mit Mitmachangeboten im Web aufpeppen kann, sollte mal einen Blick auf www.praehistorische-archaeologie.de werfen. Diese neue Initiative macht richtig Lust, sich mit prähistorischer Archäologie zu beschäftigen. Es ist zu hoffen, dass da noch ein paar Inhalte folgen, insbesondere durch die Mitarbeit vieler Interessierter.

Nun ist natürlich die Archäologie immer schon keine wirklich staubige Geisteswissenschaft gewesen, weil sie ja viele technische und praktische Aspekte hat. Sie ist vielleicht die Geisteswissenschaft mit der stärksten Neigung zur Ingenieurwissenschaft – ähnlich wie die Linguistik eine starke Neigung zu mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern hat. Da tut sich ja auch was, wie die Glottopedia beweist, über die ich ja möglicherweise auf der nächsten Wikimania vortragen werde.

Wo ich gerade schon bei der Wikipedia angekommen bin, möchte ich noch etwas zur Wikipedia-Lizenz schreiben: Es wird ja gerade darüber abgestimmt, die Inhalte der Wikipedia auch unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen. Ich bin natürlich dafür, weil dadurch die Wikipedia freier wird, denn die engen Bestimmungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation müssen nicht mehr zwingend Anwendung finden, aber die neue CC-BY-SA-Lizenz ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Autorennennung ist bei einem Wiki einfach unhandlich. Viel sinnvoller wäre eine modifizierte CC0-Lizenz, der folgenden Art: Alle Inhalte können frei genutzt werden, sofern die Quelle mit einem zitierfähigen Versionslink (Permalink) angegeben ist. Bin mal gespannt, wie lang es noch dauert, bis sich diese einzige vernünftige Lösung durchsetzt.