Eurovision 2009

Gestern gab es anlässlich des Eurovision Song Contest 2009, den ich immer noch lieber „Grand Prix Eurovision“ nenne, wieder eine Grand-Prix-Party, an der ich teilnahm. Natürlich war es wieder spannend, der Entscheidung entgegenzufiebern. Diesmal lag ich beim Gewinner Alexander Rybak aus Norwegen vollig falsch, hatte ich ihn doch eher zwischen Platz 5 und 10 eingestuft. Dafür lag ich beim zweiten Platz genau richtig, denn auch ich fand den isländischen Beitrag sehr gut und hatte ihn auf meiner persönlichen Favoritenliste auf Platz 2 eingeordnet, gleich nach Patricia Kaas, die mich am meisten beeindruckt hatte, obwohl ich sicher war, dass sie bestenfalls auf Platz 5 gelangen würde (sie erreichte dann den achten Platz). Hingegen habe ich Sakis Rouvas gleich als Sieger gesehen (vor allem wegen der perfekten Show), Griechenland belegte aber nur den siebten Platz. Außerdem sah ich die Band Regina aus Bosnien unter den ersten fünf, es reichte aber nur für Platz 9.

Auf der anderen Seite der Skala habe ich Litauen (schließlich auf Platz 23) und Spanien platziert, letzteres Land erreichte dann Platz 24. Schlusslicht Finnland hatte ich auf Platz 18 erwartet. Den deutschen Beitrag hatte ich zwischen Platz 10 und 15 eingeordnet, er erreichte aber nur Platz 20. Es fehlen Deutschland wirklich verlässliche Unterstützer. Denn die spielen trotz einer Fachjury in allen Ländern immer noch eine wichtige Rolle. Leider ist mir nicht klar, wie das Juryurteil mit dem Publikumsurteil verrechnet wurde. Es war von einem hälftigen Verhältnis gesprochen worden, aber im Detail sind ja verschiedene Berechnungsmethoden denkbar.

Natürlich braucht Deutschland auch bessere Beiträge. Mit dem Sänger war ja schon ein guter Griff getan worden (er hätte nur vielleicht aus Russland kommen sollen!), aber der Beitrag selbst war nicht mitreißend genug, musikalisch eher Hausmannskost und unpassend für ein Schlagerfestival. Der neue deutsche Kommentator Tim Frühling ist ein würdiger Nachfolger von Peter Urban. Seine Kommentare waren treffend und auch immer wieder lustig.

Update: Hier fehlt noch ein Link auf die Übergriffe auf Schwule und Lesben durch staatliche Sonderpolizei auf dem Christopher Street Day, der zeitgleich mit dem Grand Prix in Moskau stattfand (aber nicht genehmigt war – wie auch, wenn der Moskauer Bürgermeister das nicht will – „gelenkte Demokratie“ eben!). Kunar hat ja schon einen schwedisch-mehrsprachigen Link gepostet, hier noch ein Erfahrungsbericht aus der taz.

7 Responses to “Eurovision 2009”

  1. [...] war ein interessanter Contest, der zunächst sehr abwechslungsreich begann (Frankreich: Chanson, Schweden: Opern-Pop, Portugal: [...]

  2. Kunar says:

    Der Grand Prix kann einem ja egal sein. Unschön war, was am Rande passierte: Bei einer (nicht genehmigten) Demonstration für die Rechte von Homosexuellen in Moskau ist eine Bekannte von mir von der Polizei verhaftet worden. Dabei hat sie sich am Kopf verletzt. Zum Thema gibt’s Artikel in mehreren Sprachen (ganz oben: Schwedisch).

  3. maha says:

    Danke für den Link! Ich hab darüber eigentlich auch schreiben wollen, aber nicht gleich einen guten Text auf Deutsch gefunden.

  4. Torsten says:

    Ich bevorzuge ja die Bezeichnungen “Festival des schlechten Geschmacks” und “Moderatione de muerte”.

  5. maha says:

    @torsten: *lach*, wenn schon, dann moderación de muerte

  6. Markus says:

    ich finde der russe hat verdiehnt gewonnen

  7. [...] war ein interessanter Contest, der zunächst sehr abwechslungsreich begann (Frankreich: Chanson, Schweden: Opern-Pop, Portugal: [...]

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