MetaRheinMain

Am letzten Wochenende war ich auf einer Veranstaltung des Chaos Computer Clubs Darmstadt (einschließlich Mainz und dem Umfeld aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet), die weil sie eben das Rhein-Main-Gebiet umfasst, den klangvollen Namen MetaRheinMain Chaos Days hat. Für mich war es vor allem eine Möglichkeit, Leute zu treffen, mit denen ich normalerweise nur virtuell zu tun habe. Daher habe ich mir auch gar nicht viele Veranstaltungen angesehen, sondern mehr mit anderen Teilnehmern gequatscht, zumal ich hoffe, dass viele Vorträge dann auch noch online zu haben sind.

Gleich am ersten Abend gab es einen Höhepunkt im Programm: Ein Podiumsgespräch zwischen padeluun, Julius Mittenzwei (CCC) und Brigitte Zypries. Anders als ich erwartet hatte, gab es kaum Politiker-Geschwurbel, dafür mehr Clownerien von padeluun. Hätte der Moderator Holger Klein ihn mehr gezügelt, wäre die Veranstaltung weniger unterhaltsam gewesen, dafür wäre Julius’ sachliche Argumentation besser zur Geltung gekommen. Überhaupt wurde deutlich, dass Politiker und Aktivisten gute Moderatoren brauchen, Holger ist sicher ein solcher! Schade war bloß, dass aus dem Publikum keine Fragen gestellt werden konnten.

Der Vortrag von Jörg Tauss am nächsten Tag hat mich etwas enttäuscht, denn es fehlte eine klare Linie. Er hat sehr assoziativ über alle möglichen Themen gesprochen, die ihm am Herzen liegen. Zum Glück waren die Fragen aus dem Publikum überwiegend sehr interessant. Den Auftritt von Franziska Heine habe ich leider verpasst, weil ich selbst einen Programmbeitrag parallel geleitet habe.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr politiklastig. Ich frage mich auch, ob Politiker wirklich auf CCC-Veranstaltungen so prominent auftreten sollten. Sicher ist der CCC ein Bürgerrechtsverein, in dem es um die Verbindung von Technik und Politik geht, aber hier stand die Politik sehr im Vordergrund, was ja in den heutigen Zeiten auch nicht überrascht.

4 Responses to “MetaRheinMain”

  1. Markus says:

    Ich fand bei der Diskussion, dass padeluun zu wenige Argumente gebracht hat (etwa gegen die Vorratsdatenspeicherung, wogegen es ja beileibe genug gibt). Ich persönlich finde, man kann durchaus wie padeluun moralische Urteile fällen und sagen, dass die Vorratsdatenspeicherung etwas Böses ist. Das sollte man dann aber auch begründen, v.a. für das Publikum. Denn Karrierepolitikern ist so etwas in der Regel egal. Frau Zypries kam für meine Ansicht mal wieder recht unsympathisch und gereizt rüber (gut ausgedrückt hat sich das z.B. an der aggressiven Reaktion darauf, dass die Diskussion – für alle anderen im Saal offensichtlich – gefilmt wurde). Julius Mittenzwei hatte sich etwas zu sehr zurück gehalten.

    Der Vortrag von Tauss war sicher nicht so klar strukturiert, aber er hatte doch ein paar interessante Dinge zu berichten. Aber es stmmt, die Diskussionsrunde war deutlich besser.

  2. phreaze says:

    hi maha,

    ich war auch am We auf der mrmcd: war es bewusst gewollt, dass niemand aus dem Publikum am FR Fragen stellen durfte ?
    ist mir nachtraeglich am selben Abend waehrend Diskussionen im Auto auf der Rueckfahrt auch aufgefallen

    cu
    peace phreaze

  3. alech says:

    Also ich würde sechs von 56 Veranstaltungen in den Politikbereich einordnen (Deinen Vortrag eingeschlossen), das finde ich ja noch nicht “sehr im Vordergrund”. Klar waren die politik(er)lastigen Veranstaltungen auch prominent platziert, die Besucherzahl sprach aber dafür, dass das die richtige Entscheidung war – gerade die Podiumsdiskussion hat einiges an Nicht-Nerdpublikum angezogen, von denen einige wenige dann wohl auch am nächsten Tag da waren.

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