Halloween

Neueren Erkenntnissen zufolge soll Halloween auf eine von Martin Luther gestiftete Tradition namens Halo Wahen zurückgehen. Das erklärt wohl auch den Feiertag in Brandenburg, den die S-Bahn Berlin in diesem Jahr bei der Planung des Sonderfahrplans offenbar übersehen hatte. Jedenfalls stapelten sich am Samstag gruselig gekleidete Brandenburger in Kurzzügen.

Jedes Jahr vergesse ich es wieder, mich aus dem Staub zu machen oder wenigstens mit genügend Schokolade einzudecken, um dem Trick-or-treating gewappnet zu sein. Ich habe ja im letzten Jahr der ersten Gruppe eine Tafel Milka gegeben, was sich wohl schnell herumgesprochen hatte, denn ich konnte mich des Ansturms danach nicht mehr erwehren. Irgendwann drohten meine Süßigkeiten dem Ende zuzugehen. Ich hatte noch einen Tux aus Schokolade, den mir begeisterte Linux-Freunde geschenkt hatten und dessen Verzehr ich nicht übers Herz gebracht hatte. Auch ihn musste ich preisgeben.

Dann hatte ich wirklich keine Süßigkeiten mehr, was nicht ganz so schlimm war, da das Alter der Halloweener gegen Abend allmählich stieg. Ich begann also, als Nächstes meine Sammlung bunter T-Shirts aufzulösen und gab ihnen noch ein paar AOL-CDs dazu (da die heute nicht mehr bekannt sind, wurden sie für wertvoll gehalten). Da ich befürchten musste, auch mein letztes Hemd herausgeben zu müssen, entschloss ich mich dann doch zur Flucht. Auf der Straße lief ich Freddy Krueger in die Arme, der mich zur Herausgabe meiner Halspastillen zwang; jetzt weiß ich auch, warum er relevant genug für die deutsche Wikipedia ist – leider ohne Bild. Unter den Linden (statt Unter den Ulmen) wirkte er kaum deplatziert.

In diesem Jahr liefen auffällig viele Leute mit Staubschutzanzügen herum (möglicherweise hatten sie ja andere Kleidungsstücke verschenken müssen). Die Staubschutzanzüge – zum Teil mit roter Farbe befleckt – waren wohl von der letzten Partie Killerschach übrig geblieben.

Den diesjährigen Halloween-Abend verbrachte ich im Café Voland, das ja – passend zum Tag – nach dem Voland aus Der Meister und Margarita benannt ist. Bei Live-Musik und einer ukrainischen Borschtsch-Spezialität stieß ich mit einem Балтика № 4 «Оригинальное» auf das Wohl der großartigen Verka Serduchka an. Das verlieh mir Mut für die Begegnungen mit Jason Voorhees, Angela Franklin, Imhotep und anderen „Irrelevanten“, die mir auf dem Rückweg nicht erspart blieben.

Mein Fazit: Nicht nur Hunde sollten Halloween meiden!

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