Ich habe ja seit vielen Jahren schon keinen Fernseher mehr, aber das macht ja nichts, denn die wirklich interessanten Sachen findet man für gewöhnlich im Internet: so zum Beispiel die sehr interessante und aufschlussreiche Doku Water makes Money über die Wassergeschäfte von Veolia und GDF Suez oder Alles im Griff/Rien à signaler über die unhaltbaren Zustände in europäischen Atomkraftwerken. Leider stehen diese Angebote nur sieben Tage zur Verfügung aufgrund der völlig hirnrissigen Regelung des Depublizierens – bei ARTE übrigens auch in Frankreich, obwohl da der deutsche Rundfunkstaatsvertrag gar nicht gilt.
Da ich gerade in Frankreich bin und nur in dem Forschungszentrum, in dem ich gastiere, Internet habe, wollte ich mir die Dokus herunterladen, um sie mir offline anzusehen. Das ist auch meist besser, als sie mit so einem grottigen Adobe Flash-Player im Browser-Fenster zu sehen. Ich suchte also verzweifelt den Download-Button auf den Arte-Seite – Fehlanzeige! Nun gut, dachte ich, der Downloadhelper (ein Firefox-Plugin) wird’s schon richten. Pustekuchen! Es gelang mir nicht, diese Videos herunterzuladen. Auch Programme wie Mediathek halfen nicht. Schließlich fand ich helfende Hinweise in einem Ubuntu-Forum. Mit dem Programm rtmpdump gelang es mir endlich an das Material heranzukommen. Dabei fällt auf, dass man zunächst im Quelltext der Arte-Seite nach einer xml-Datei suchen muss (die ist dort ziemlich gut versteckt), die einen weiteren Link auf eine andere xml-Datei enthält, die dann erst die rtmp-Informationen enthält. Dann muss die noch mit dem richtigen Player verknüpft mit rtmpdump abspielen (im ersten Quelltext genannt, kurz vor der xml-Datei). Es geht, aber es ist schon eine ziemliche Zumutung. Ich habe schließlich meine Gebühren bezahlt und möchte das mit einem Download-Button herunterladen können. Jeder Videorekorder kann so etwas aufnehmen und viele digitale Geräte ermöglichen das zeitversetzte Fernsehen. Warum kann das nicht im Internet möglich sein? Ich halte das wirklich für eine Gängelei, die verboten gehört. Das Depublizieren nach sieben Tagen ist schon eine Zumutung, aber das man selbst in dieser Frist nicht ohne Flash und kaum zumutbare Umstände an die Sachen herankommt, ist schlicht eine Unverschämtheit. Und das angesichts der bevorstehenden Haushaltsabgabe, die für mich (zwei Haushalte, bisher nur Rundfunk) eine ca. 600% Erhöhung mit sich bringen wird. Ich zahle meine Rundfunkgebühren ja gerne, weil mir der öffentlich-rechtliche Rundfunk wichtig ist, aber wenn sie dazu verwendet werden, den Zugang zu Informationen und Wissen zu erschweren, fühle ich mich in meinen Grundrechten verletzt.