Datenspuren

Am letzten Wochenende fanden in Dresden mal wieder die Datenspuren statt. Das ist eine (nicht ganz so große) zweitägige Veranstaltung des CCC Dresden (c3d2). Ich mag die Veranstaltung sehr gern, denn es gibt immer sehr interessante Vorträge und Workshops und die Veranstaltung ist zudem sehr familiär und übersichtlich, das heißt: man trifft viele alte Bekannte und lernt immer neue Leute kennen, mit denen man dann auch die Zeit findet, sich in Ruhe zu unterhalten. Zudem ist die Veranstaltung kostenlos und um die Ecke gibt es auch gutes Essen, falls noch jemand nach guten Gründen sucht, in die Dresdner Neustadt zu fahren.

Besondere gut fand ich, dass die Debatte um Killerspiele und Gewalt am Samstag noch einmal von verschiedenen Seiten noch einmal beleuchtet wurde, denn die politische Diskussion (einschließlich der bekannten Studien) ist doch sehr vorurteilsbehaftet. Wenn man sich näher damit beschäftigt, wird schnell klar, dass es keinen zwingenden Zusammenhang gibt. Interessant war auch die statistische Auswertung der von Wikileaks publizierten Irak-Krieg-Daten. Da wird schnell deutlich, was man mit Statistik alles so machen kann.

Weniger gelungen war die Grünen-Werbeveranstaltung am Samstagabend. Hintereinander sprachen zwei Grünenpolitiker, von denen der erste die Vorschläge der Grünen-Landtagsfraktion nach dem Dresdner Handygate propagieren wollte. Das kam natürlich nicht gut an, zumal deutlich wurde, dass die Fraktion in Bezug auf Bürgerrechte etwas halbherzig ist, wenn sie Funkzellenabfragen prinzipiell für verfassungsgemäß hält. Das Beispiel mit den Gorleben-Sabotagen klang für mich etwas konstruiert und nicht wirklich überzeugend. Malte Spitz kam da deutlich radikaler und überzeugender rüber, allerdings kannte ich den Inhalt seines Vortrags schon.

Am Sonntag hatte ich ein Regiotreffen der Erfa-Kreise und Chaostreffs, weshalb ich den sicher interessante Vortrag von Peponi zu Bitcoins verpasst habe. Dann habe ich mir noch angehört, wie man Clouds selbst baut. Während des letzten Vortrags über den Staatstrojaner musste ich dann aber schon das Feld räumen, um den letzten bequemen Zug zu erwischen.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, zu der ich gern wieder komme. Dann wird es hoffentlich nicht wieder eine Parallelität mit der OpenMind geben, so dass ich dort auch teilnehmen kann. Vielleicht hilft ja der Grid-Calendar bei der Koordination von Veranstaltungen (Übersicht über alle möglichen Kalender im Bereich freier Software usw.).

4 Responses to “Datenspuren”

  1. _john (c3d2) says:

    Vielen Dank für Deinen Post. Wir ( c3d2 ) freuen uns immer über Feedback zu den datenspuren. Wie Du Dir sicher denken kannst, ist das mit solchen Terminen immer nicht so einfach in der frühen Planungsphase in der ein solcher Termin gesetzt wird Infos über gleichzeitige Veranstaltungen zu bekommen. Aber vll. kann der Grid-Calendar sich in Zukunft für solche Absprachen sehr nützlich sein. Also, vielen Dank nochmal für Feedback und den Tip mit dem GridCalendar. … Bist auf den nächsten ds auch wieder sehr wilkommen.

  2. klobs says:

    Danke für das Feedback.

    Im Bezug auf die Grünen-Veranstaltung hast Du natürlich recht. Allerdings muss man zu unserer Verteidigung sagen, dass sich beim Thema Handygate leider niemand so stark profiliert, wie der Lichdi. Von den anderen Seiten kommt da quasi nix zu diesem Thema. (Auch wenn die Linke Julia Bonk das nicht wahrhaben möchte und ‘ne Gegenveranstaltung am gleichen Tag organisiert…)

  3. Astro says:

    Danke für diesen schönen Rückblick und die netten Worte. Vom Vortrag von Peponi gibts auch schon einen Videomitschnitt.

  4. morphium says:

    Die Mitschnitte gibts unter http://ftp.c3d2.de :)

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