Archive for the ‘CCC’ Category

Datenspuren in Dresden

Tuesday, October 13th, 2009
Dresden

Am ersten Oktoberwochenende fanden in Dresden mal wieder die Datenspuren statt. Das ist eine schöne kleine Veranstaltung des Chaos Computer Clubs Dresden (C3D2) über Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung usw. Am Samstag und Sonntag gab es unter dem Titel Privacy off Vorträge und Workshops zu dieser Thematik – zum Teil von eingeladenen Experten, zum Teil von Dresdnern.

Hier ein paar Highlights: Peter Bittners Vortrag Wider das unauslöschliche Siegel über die Entfernung von Fingerabdrücken in Wissenschaft und Literatur war sehr kurzweilig und interessant. Ich konnte mir sogar ein paar Literatur- und Filmempfehlungen notieren. Das Jeopardy über Politikerzitate war auch sehr erhellend. Etwas trockener, aber sehr interessant waren zwei Vorträge über rechtliche Aspekte der Privacy-Thematik.

Statt Workshops zu besuchen, habe ich vor allem das Gespräch mit anderen Teilnehmern gesucht und gefunden. Allerdings sah der Workshop über OpenStreetMap sehr interessant aus.

Insgesamt waren die Datenspuren wie immer sehr besuchenswert. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass das Programm zwischendurch immer mal geändert wird. Das birgt das Risiko, dass man vorher ausgeguckte Vorträge eventuell kurzfristig verpasst, aber letztlich müssen Veranstalter und Teilnehmer einer kleinen Veranstaltung flexibel sein.

MetaRheinMain

Tuesday, September 8th, 2009

Am letzten Wochenende war ich auf einer Veranstaltung des Chaos Computer Clubs Darmstadt (einschließlich Mainz und dem Umfeld aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet), die weil sie eben das Rhein-Main-Gebiet umfasst, den klangvollen Namen MetaRheinMain Chaos Days hat. Für mich war es vor allem eine Möglichkeit, Leute zu treffen, mit denen ich normalerweise nur virtuell zu tun habe. Daher habe ich mir auch gar nicht viele Veranstaltungen angesehen, sondern mehr mit anderen Teilnehmern gequatscht, zumal ich hoffe, dass viele Vorträge dann auch noch online zu haben sind.

Gleich am ersten Abend gab es einen Höhepunkt im Programm: Ein Podiumsgespräch zwischen padeluun, Julius Mittenzwei (CCC) und Brigitte Zypries. Anders als ich erwartet hatte, gab es kaum Politiker-Geschwurbel, dafür mehr Clownerien von padeluun. Hätte der Moderator Holger Klein ihn mehr gezügelt, wäre die Veranstaltung weniger unterhaltsam gewesen, dafür wäre Julius’ sachliche Argumentation besser zur Geltung gekommen. Überhaupt wurde deutlich, dass Politiker und Aktivisten gute Moderatoren brauchen, Holger ist sicher ein solcher! Schade war bloß, dass aus dem Publikum keine Fragen gestellt werden konnten.

Der Vortrag von Jörg Tauss am nächsten Tag hat mich etwas enttäuscht, denn es fehlte eine klare Linie. Er hat sehr assoziativ über alle möglichen Themen gesprochen, die ihm am Herzen liegen. Zum Glück waren die Fragen aus dem Publikum überwiegend sehr interessant. Den Auftritt von Franziska Heine habe ich leider verpasst, weil ich selbst einen Programmbeitrag parallel geleitet habe.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr politiklastig. Ich frage mich auch, ob Politiker wirklich auf CCC-Veranstaltungen so prominent auftreten sollten. Sicher ist der CCC ein Bürgerrechtsverein, in dem es um die Verbindung von Technik und Politik geht, aber hier stand die Politik sehr im Vordergrund, was ja in den heutigen Zeiten auch nicht überrascht.

Gulasch-Programmiernacht in Karlsruhe

Sunday, June 28th, 2009

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An diesem Wochenende war ich zum ersten Mal in Karlsruhe und auch zum ersten Mal auf einer Gulasch-Programmiernacht. Ich fand die Veranstaltung sehr angenehm, weil ich endlich mal Zeit hatte, mich mit Leuten zu unterhalten, mit denen ich viel zu selten Gelegenheit habe, eben das zu tun. Die Hochschule für Gestaltung ist übrigens ein schöner Standort für solche Veranstaltungen.

Der Name der Veranstaltung stimmt übrigens überhaupt nicht:

  • Es gab zwar Gulasch, aber nur sehr wenig, so dass ich nur einen Teller abbekam und wahrscheinlich ein Kilogramm Körpergewicht verloren habe, was aber auch positiv ist. :-)
  • Ich habe nicht programmiert, und die Gespräche kreisten aus gegebenem Anlass auch mehr um Politik als ums Programmieren.
  • Das Programm fand überwiegend zu den hellen Tagesstunden statt.

Ich komme sicher zurück nach Karlsruhe; schließlich blieb keine Zeit, die Sehenswürdigkeiten zu würdigen: schließlich gibt es da eine Universität, ein Schloss, das – wenn ich nicht irre – in Hoffmanns Roman Die Elixiere des Teufels eine Rolle spielt, die Bundesanwaltschaft (die ich von außen gesehen habe), den Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht, das hoffentlich noch die Vorratsdatenspeicherung und das Zugangserschwerungsgesetz verhindern wird.

Das beiliegende Foto ist unscharf, um die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Teilnehmer zu schützen.

CCC Hannover & Hamburg & OSM

Saturday, May 9th, 2009

Gestern hatte ich dienstlich in Hannover zu tun und habe abends vor der Weiterfahrt noch einen Besuch im Hannoveraner „Erfahrungsaustauschkreis“ des Chaos Computer Clubs gemacht, was sehr nett war, einmal wegen der Leute natürlich und auch um die Location kennen zu lernen, die in einem Bürgerzentrum untergebracht ist. Die Hannoveraner haben einen schönen Raum, und auch hier fanden sich ein Foto von Wau Holland an der Wand und ein OpenBSD-Plakat, wie ich sie in fast allen Erfa-Kreisen vorgefunden habe.

Chaos Computer Club Hamburg

In Hamburg, wo es mich dann heute hinverschlagen hat, muss das obligate OpenBSD-Plakat kürzlich von der Wand gefallen sein. Auch Wau Holland fand sich nicht. Dafür gibt es einen eindrucksvollen Schriftzug über dem Eingang, den ich hier mal abgelichtet habe. Ein Café ist der Club natürlich nicht. Aber was ist er eigentlich? Bei OpenStreetMap (OSM) steht Amenity: Library, was es nicht wirklich trifft. Ich habe allerdings die Kategorie dann einfach mal für den Chaos Computer Club Berlin übernommen.

Das war dann auch mein erster Beitrag zum OpenStreetMap-Projekt. Ich habe gleich noch ein paar weitere Punkte hinzugefügt.

Chaostreff Dortmund

Thursday, April 2nd, 2009
Floppy Disk Monster

In diesem Jahr habe ich meine Reisetätigkeit noch mal intensiviert. Verschiedene Dienstreise und eine BahnCard 100 machen das möglich. Seit neuestem verbinde ich das Nützliche mit dem Angenehmen und besuche die Ortsgruppen des Chaos Computer Clubs, die so genannten Erfahrungsaustauschkreise (Erfas) bzw. Chaostreffs. Das ist schon deshalb sehr interessant, weil man interessante und nette Leute trifft, mit denen man sich über spannende Dinge unterhalten kann: vom Unwahrscheinlichkeitsantrieb bis zur Netzzensur.

Auf den Fotos sieht man die typische Einrichtung eines solchen Hackerspace aufgenommen im Chaostreff Dortmund: ein Diskettenmonster schmückt die Wand, es stehen Sofas, Club Mate und andere Brause herum; in der Mitte steht ein Tisch, an dem Leute sitzen, auf ihre Laptops starren und trotzdem gesprächiger sind, als man es in einer solchen Situation glauben möchte.

Wau & BSD

Typisch sind auch OpenBSD-Plakate und ein Foto von Wau Holland, einem der Gründer des Chaos Computer Clubs. Demnächst werde ich noch ein paar Einblicke in andere Erfas und Chaostreffs geben. Stay tuned!

Silvester im Februar

Saturday, February 14th, 2009
Unix Timestamp Installation

Gestern war ich in der Kreativfabrik Wiesbaden zu einer Silvesterparty des Chaos Computer Clubs Mainz. Bevor sich jetzt jemand wundert, nach welchem Kalender gefeiert wurde: Es ging um die Unixzeit 1234567890, die um 1.31 Uhr erreicht wurde. Das wurde mit einer Party, Feuerwerk und allem, was man so zu Silvester macht, begangen. Die Mainzer haben da einen schönen Standort in Wiesbaden aufgetan, direkt hinterm Bahnhof (allerdings wird im Meta-Rhein-Main-Gebiet eher Auto gefahren), wo sie sich regelmäßig treffen und eben auch solche chilligen Veranstaltungen durchführen können.

Dort steht sogar ein Matemat, also ein mit Club Mate befüllter Getränkeautomat, und selbstverständlich gab es Tschunk und andere Cocktails. Die Mucke war am Anfang recht seltsam, wurde aber im Laufe des Abends immer besser. Die Stücke der Darmstädter Band Pornophonique haben mir besonders gefallen (“Gameboy meets Lagerfeuer”) – sehr zu empfehlen! Vielleicht spielen sie ja auf der sigint09.

Übernachtet habe ich als couch surfer in einer echten Nerd-WG in Frankfurt-Sachsenhausen, was mir unter anderem gezeigt hat, was man als Technikbegeisterter alles mit Autos anstellen kann. Nur Apfelwein gab’s diesmal keinen, dafür Lassi und leckeren Nerd-Kaffee.

Auf der Rückfahrt habe ich mich im Zug mal wieder so richtig verwöhnen lassen, und zwar mit einer Käseplatte und Spätburgunder. Ich weiß gar nicht, warum so wenige Leute Bahn fahren. Gibt es was Schöneres?

25th Chaos Communication Congress

Sunday, January 4th, 2009
maha's Neusprech Talk by nr1@flickr cc-by-sa

This year’s Chaos Communication Congress was an overwhelming experience, mostly because of the great number of participants and the good atmosphere, although everybody had a hard time to find empty seats in the lecture halls. Fortunately, the lectures were streamed. So, I didn’t always fought my way through the crowd, but simply watched the stream instead. This is, of course, not quite the same thing. Here are some impressions of the lectures I attended or watched as a stream:

  • I was late at the opening event and wasn’t particularly captured by the keynote, so I gave up on it after some minutes. I cannot tell exactly why the keynote didn’t touch me; possibly it was John Gilmore’s way of speaking. Moreover, the opening event should be more stimulating.
  • As expected, Hacking the iPhone was the highlight of the first day. The lecture hall was very crowded; fortunately, I came early enough to get into the room and sit on the floor. Unfortunately, one of the speakers was almost incomprehensible, but the talk was certainly very interesting.
  • My personal favorite of the first day was the live feature on Kurt Gödel. Such presentations are always very funny and informative at the same time. I hope there will be more!
  • The talk on swarm robots on the second day was very thought-stimulating. In this project, the robots communicate through infra-red sensors, but it gave me an idea of how they could communicate even without a special communication device. Perhaps, I should start my own project on robot communication….
  • Magnus Manske’s talk on DNA sequencing was interesting to me, because it’s a field I don’t know anything about.
  • Rose White’s talk The Infinite Library was very entertaining, although it didn’t yield much new information. I liked it nonetheless for its entertainment value.
  • I started the third day with my own contribution on Newspeak (recording) which provoked some interesting discussions. I even gave four interviews afterwards: a very short videocast on Netzpolitik (with closed eyes), :-( one for Bayerischer Rundfunk (aired on January 9th, 2009), one for a free radio in Southern Germany and another one for the German Free Radio Network. I’m very happy that so many people found my ideas interesting.

I followed some other lectures, but passed most of the time in the Speakers’ Room, which is a cosy, unfortunately a little too small room where speakers like myself were accepted and could prepare their talks (there is always need for last-minute preparations). I coordinated the Speakers’ Room volunteers, which was an easy task this year, because the group worked together very harmoniously and effectively. Moreover, the Speakers’ Room is always a good place to meet interesting people.

Not surprisingly, with so many people around, it is easy to catch some viruses (computer viruses and others). Unfortunately, I caught a bad cold and had to spend the first days of the new year in bed. :-(

Trackback

Saturday, November 29th, 2008

Gerade komm ich zurück aus den Fritz-Studios in Potsdam-Babelsberg, wo ich an der Sendung trackback teilgenommen habe. Man hat da ja immer nur sehr wenig Zeit, etwas zu sagen, aber für so eine kurze Werbung für den Chaos Communication Congress passt das Format eigentlich recht gut. Einfach mal reinhören! Es lohnt sich schon musikalisch: Ingo Gabriels freie Musik fand ich sehr ansprechend.

„Neusprech“ in Dresden

Sunday, April 20th, 2008

Am Freitag bin ich nach Dresden gefahren, um dort beim c3d2 einen Vortrag über Neusprech im Schnüffelstaat zu halten. Dresden ist ja quasi ein Vorort von Berlin, denn mit dem Eurocity nach Prag ist man in zwei Stunden dort und kann dabei noch Velkopopovický Kozel und Palatschinken genießen. Am Bahnhof hat mich dann Leon abgeholt und mir noch einen Schnellrundgang durch Dresden geboten. (Leon hat auch über meinen Besuch ausführlich berichtet.) Dann sind wir zum Dresdner Hackerspace, ein kleines, aber feines Zweiraumbüro am Rande der Innenstadt (Plattenbau).

Später ging es dann zur Berufsakademie Dresden, wo ich meinen Vortrag hielt. Es waren relativ viele Leute gekommen (vielleicht auch wegen der guten Werbung, unter anderem dank Chaosradio Express 81), die Technik funktionierte erwartungsgemäß wie am Schnürchen und das Publikum diskutierte interessiert mit. Insgesamt hat es mir großen Spaß gemacht. Gegen Mitternacht brachte dann Sven meinen Gastgeber und mich in die Neustadt, wo wir noch was essen wollten. Aufgrund der vorgerückten Stunde gingen wir dann aber zum Bahnhof und fuhren in die Friedrichstadt, wo mein Gastgeber wohnte. Da er mich davor gewarnt hatte, dass es hier viele Neonazis gebe, fühlte ich mich schon etwas verunsichert, zumals einschlägige Graffiti zu sehen waren. In der Küche meines Gastgebers wurde es dann noch sehr spät, was aber wohl mehr an mir als an ihm lag, denn ich war eindeutig wacher, und anregende Gespräche über den Zusammenhang von Mathematik und Religion haben keinerlei ermüdende Wirkung auf mich. Am nächsten Mittag reiste ich dann wieder ab.

Wenn man mal von der rechten Gefahr absieht, ist Dresden eine sehr lebendige Stadt, wo man massenweise kreative und interessierte Leute treffen kann. Da komme ich doch gern wieder hin!

Neusprech-Podcast bei Chaosradio Express

Thursday, March 27th, 2008

Da ich weiß, dass nicht alle meiner Leser auch den Chaosradio-Feed verfolgen, möchte ich kurz auf das Erscheinen von Chaosradio Express 81 hinweisen, in dem ich mit Tim Pritlove über Neusprech im Schnüffelstaat spreche. Der Podcast ist ganz lebhaft geworden, und ich freue mich über Feedback (hier oder im Chaosradio-Blog) und weitere Hinweise für den gleichnamigen Vortrag in Dresden am 18. April 2008.