Archive for the ‘language’ Category

Neusprech

Friday, April 30th, 2010

Es freut mich natürlich, dass Leute mein Blog vermissen, und leider habe ich in den letzten zwei Monaten hier nichts geschrieben. Das liegt unter anderem an ein paar neuen Projekten, die ich hier vorstellen möchte: Das eine ist ein weiteres Weblog, an dem ich mich beteiligt habe, nämlich das Neusprechblog. Meine hinlänglich bekannte Beschäftigung mit Neusprech – zuletzt noch einmal beim Bayerischen Rundfunk und auf der re:publica (YouTube-Video)– mündeten dank der Initiative meines Mitstreiters Kai Biermann in diesem Gemeinschaftsprojekt. Wir möchten hier Wörter aus der Politiker-PR näher durchleuchten, um aufzuzeigen, was sie vorder- und hintergründig bedeuten. Das Projekt lässt sich gut an und wir sammeln immer mehr, so dass ich so optimistisch bin zu hoffen, dass sich über kurz oder lang (eher sogar über kurz) ein ansehnliches Wörterbuch erstellen lassen wird. Natürlich ist es hilfreich, wenn uns auffällige Wortschöpfungen genannt werden, denn wir können unsere Augen und Ohren ja nicht überall haben.

Die Artikel des Neusprechblogs sollen vor allem zum Nachdenken anregen. Daher halte ich mich mit sprachwissenschaftlichen Ausführungen zurück. Es fällt mir allerdings nicht leicht, populärwissenschaftlich zu schreiben; somit erweist sich die Zusammenarbeit mit Kai Biermann als Glücksfall, weil es ihm als professionellem Journalisten immer wieder gelingt, sehr griffige Formulierungen zu finden – hoffentlich zur Freude der Leser.

Sprache-Deutsch-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

Saturday, January 24th, 2009
Helix

Heute war ich in der Ausstellung Sprache Deutsch im Deutschen Historischen Museum. Die Ausstellung begann sehr interessant, nämlich mit der allgemeinen Sprachwissenschaft, hatte dann einen weniger gelungenen Mittelteil über alte Bücher und wurde schließlich sehr spannend, als es um die Brüder Grimm, Konrad Duden und das Deutsche der Gegenwart ging.

Besonders unterhaltsam fand ich die Umfrage zum DDR-Wortschatz. Das hätte eigentlich noch etwas vertieft werden müssen, zum Beispiel zur Frage der Sprachmauer. Ein Aspekt fehlte völlig: Neusprech, also der Gebrauch und Missbrauch von Sprache. Auch zur Mehrsprachigkeit hätte ich mir mehr gewünscht. Aber insgesamt ist es schon eine Ausstellung, die ich empfehlen kann. Der Katalog ist gut gemacht.

Auslassungspunkte und Schrägstrich

Monday, January 12th, 2009

Ich bin mal wieder mit Korrekturarbeiten beschäftigt, und da ein paar Fehler immer wieder auftreten, möchte ich hier noch mal ein paar Tipps zur Zeichensetzung abgeben. Dass in der deutschen Interpunktion Satzzeichen wie Punkt, Komma, Doppelpunkt, Semikolon, Fragezeichen und Ausrufungszeichen direkt an das letzte Wort (also ohne Zwischenraum) angeschlossen werden, dürfte inzwischen ja jedem klar sein. Ein falscher Zwischenraum vor dem Satzzeichen wird als Plenk bezeichnet. Mit den Auslassungspunkten („…“) ist es da schon komplizierter. Sie stehen nur dann ohne Zwischenraum, wenn ein Wort unvollständig ist (verfl… statt verflucht). Wird ein ganzes oder mehrere Wörter ausgelassen, stehen die drei Punkte mit einem Leerzeichen: Ich kam, sah … für Ich kam, sah, siegte. Das Beispiel zeigt auch sehr schön, dass vor den drei Punkten kein Komma steht und danach kein zusätzlicher Punkt.

Hintergrund

Die drei Punkte sind eigentlich eine Abkürzung (Abbreviatur) für usw. oder etc. Sie werden auch als „und so weiter“ vorgelesen (und nicht als „Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen“). Vor usw. bzw. etc. steht natürlich kein Komma und somit auch nicht vor den Auslassungspunkten, die übrigens ein eigenes typographisches Zeichen sind und nicht einfach die Kombination aus drei Punkten.

Schrägstrich

Wenn es irgend geht, sollte man den Schrägstrich vermeiden, denn da er (außer in einer besonderen Funktion) ohne Abstand stehen muss, ergibt sich oft eine lange ununterbrochene Zeichenfolge, die keinen Zeilenumbruch erlaubt. Unvermeidlich ist der Schrägstrich wohl in Ausdrücken wie Wintersemester 2008/09 oder Flughafen Münster/Osnabrück. Viele Nutzer von Textverarbeitungsprogrammen schreiben Münster/ Osnabrück, was nicht nur schlecht aussieht, sondern schlicht falsch ist. Mit Abstand kann der Schrägstrich nur verwendet werden, wenn man Verse ohne Zeilenumbruch schreiben will: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / durch des Frühlings holden belebenden Blick / im Tale grünet Hoffnungsglück; / der alte Winter in seiner Schwäche, / …“ (Goethe).

Hintergrund

In den Beispielen Wintersemester 2008/09 oder Flughafen Münster/Osnabrück ist der Schrägstrich ein mit dem Bindestrich vergleichbares Satzzeichen und steht wie der Bindestrich ohne Abstand. Bei der Verstrennung handelt es sich um die Fortsetzung der Virgel, eines Trennzeichens, das auf mittelalterliche Handschriften zurückgeht. Hier ist es eine Vorlesehilfe, aber auch Abbreviatur für et ‚und‘; daher steht es frei. Aus der Virgel entsteht später das Komma, das dann als Satzzeichen wieder ohne Leerzeichen steht.

Neusprech im Bayerischen Rundfunk

Sunday, January 11th, 2009

Vorgestern (Freitag, 9. Januar) brachte der Bayerische Rundfunk einen Beitrag über Neusprech. Der Beitrag ist sehr professionell gemacht. Erklärungen der Sprecherin und Interview sind gut aufeinander abgestimmt. Was ich besonders erfreulich finde (und beim Bayerischen Rundfunk kaum erwartet hatte), ist folgende Beobachtung: Dass das BKA-Gesetz problematisch ist, wird als gegeben angesehen. Das ist unter Journalisten sicher keine Minderheitenmeinung. Schade ist, dass es auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks den Beitrag nicht zum Hören gibt. Falls ihn doch jemand findet, der Beitrag kommt erst in der zweiten Hälfte der Sendung (nach den 20 Uhr-Nachrichten).

12 Konsonanten

Thursday, August 28th, 2008

Angstschweiß gilt bekanntlich unter Deutschlernenden als sehr schwieriges Wort, das so manchem tatsächlich den Angstschweiß auf die Stirn treibt, denn es enthält acht Konsonantenbuchstaben in Folge. Rein phonetisch betrachtet sind es natürlich nur fünf, denn <ng> ist ein Digraph  und <sch> ein Trigraph, also ein Laut, dessen graphische Darstellung sich aus mehreren Buchstaben zusammensetzt. So ergeben sich lediglich 5 aufeinander folgende Phoneme in /ˈaŋstʃvaɪs/, was  natürlich schon eine  Herausforderung darstellt.

Im Label 205 hatte ich heute ausführlichGelegenheit über Konsonantenhäufungen zu diskutieren, als mir plötzlich durch eine zufällige Gedankenassoziation ein Wort durch den Kopf ging, das immerhin zwölf Konsonantenzeichen enthält, nämlich: Borschtschschlürfer, und das noch dazu ein Doppel-sch aufweist. Allerdings handelt es sich bei <rschtschschl> auch nur um fünf Konsonantenphoneme, nämlich /rʃʧʃl/; wahrscheinlich ist das die Obergrenze. Dennoch ist Borschtschschlürfer zumindest für heute mein Wort des Tages.

„Neusprech“ in Dresden

Sunday, April 20th, 2008

Am Freitag bin ich nach Dresden gefahren, um dort beim c3d2 einen Vortrag über Neusprech im Schnüffelstaat zu halten. Dresden ist ja quasi ein Vorort von Berlin, denn mit dem Eurocity nach Prag ist man in zwei Stunden dort und kann dabei noch Velkopopovický Kozel und Palatschinken genießen. Am Bahnhof hat mich dann Leon abgeholt und mir noch einen Schnellrundgang durch Dresden geboten. (Leon hat auch über meinen Besuch ausführlich berichtet.) Dann sind wir zum Dresdner Hackerspace, ein kleines, aber feines Zweiraumbüro am Rande der Innenstadt (Plattenbau).

Später ging es dann zur Berufsakademie Dresden, wo ich meinen Vortrag hielt. Es waren relativ viele Leute gekommen (vielleicht auch wegen der guten Werbung, unter anderem dank Chaosradio Express 81), die Technik funktionierte erwartungsgemäß wie am Schnürchen und das Publikum diskutierte interessiert mit. Insgesamt hat es mir großen Spaß gemacht. Gegen Mitternacht brachte dann Sven meinen Gastgeber und mich in die Neustadt, wo wir noch was essen wollten. Aufgrund der vorgerückten Stunde gingen wir dann aber zum Bahnhof und fuhren in die Friedrichstadt, wo mein Gastgeber wohnte. Da er mich davor gewarnt hatte, dass es hier viele Neonazis gebe, fühlte ich mich schon etwas verunsichert, zumals einschlägige Graffiti zu sehen waren. In der Küche meines Gastgebers wurde es dann noch sehr spät, was aber wohl mehr an mir als an ihm lag, denn ich war eindeutig wacher, und anregende Gespräche über den Zusammenhang von Mathematik und Religion haben keinerlei ermüdende Wirkung auf mich. Am nächsten Mittag reiste ich dann wieder ab.

Wenn man mal von der rechten Gefahr absieht, ist Dresden eine sehr lebendige Stadt, wo man massenweise kreative und interessierte Leute treffen kann. Da komme ich doch gern wieder hin!

The Chaos

Tuesday, October 16th, 2007

One of the reasons why English is a very candidate for an international second language. Interestingly, most of its speakers are second-language speakers. If we count only first-language speakers, the Romance languages (taken together) are in the second place after Chinese (which is not at all as monolithic as people think); the list of language families by percentage of speakers in mankind is also very outspoken in this respect.

The main flaw of English as an international second language is that if you hear a word, you never know how to write it, and if you read an unknown word, you don’t know how it is pronounced. If you want to test your knowledge of English pronunciation, try to read the poem The Chaos aloud. It is long but worthwhile, because it gets more and more absurd. Even for English native speakers Gerald Nolst Trenité’s poem is quite a task, and possibly an eye-opener. You can even test automatic reading of this text. Have fun and better use Esperanto as a second language for communicating with your friends abroad.

How grammatically correct are you?

Thursday, March 22nd, 2007

A colleague of mine told me that he prefers to write in English after the German spelling reform. But English isn’t so easy either. If you don’t believe it, have a look at the English grammar quiz: How grammatically correct are you?. Luckily enough, I’m a “Grammar God” according to the test results. :-)

Sprachenpodcast, Wii

Tuesday, March 6th, 2007

Vor ein paar Tagen habe ich mit Tim Pritlove zusammen einen Chaosradio-Express-Podcast über Sprachen aufgenommen. Das war eine interessante Erfahrung, und ich denke, das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Insgesamt war das Gespräch mit Tim sehr interessant, und ich kann nur hoffen, dass meine Ähs und Nees nicht zu sehr stören. Das muss ich mir noch abgewöhnen, bevor ich selbst auf Sendung gehe. Leider fehlt auf der Chaosradio-Website noch ein Weblog mit Kommentarfunktion, so dass es wohl leider nicht viel Feedback geben wird. Wer will, kann ja hier was schreiben – oder in Tims Blog – oder in beide.

Nach dem Podcast konnte ich dann bei Tim und Verena noch eine Neuheit ausprobieren: die neue Nintendo-Spielkonsole namens Wii (sprich: [wiː]). Bisher hatten mich ja Spielkonsolen gelangweilt, aber diese hat etwas Besonderes: Die Steuergeräte (Controller, auch Wii-Remote genannt) haben einen Beschleunigungssensor, was besonders lustig ist, wenn man Tennis spielen will: Man kann wie mit Schlägern schlagen. Zum ersten Mal kann man sich also beim Videospiel wirklich bewegen! Das ist großartig! Wenn ich einen Fernseher hätte, würde ich das sofort kaufen…

Linguistics blogs

Saturday, March 11th, 2006

Thanks to Christopher and some “private investigations” I have come across some interesting blogs about linguistics:

And speaking about linguistics, don’t miss the IPA eyechart: You can find out how shortsighted you are with the help of IPA-signs.