Welt der Kriegskunst

Neben mir sitzt gerade jemand vor seinem Notbook und spielt ein Rollenspiel, das sich in letzter Zeit großer Beliebtheit erfreut. Es heißt Welt der Kriegskunst. Eigentlich sieht man seinen Avatar auf dem Bildschirm nur durch die fiktiven Gegenden der Warcraft-Welt laufen. Ab und an stirbt der Avatar und läuft dann leicht durchsichtig wieder zurück zu seinem Körper, um wieder aufzuerstehen und weiterzuspielen. Merkwürdig! Ich gebe zu, dass ich kein wirklicher Spieler bin und mir deshalb wahrscheinlich auch das Verständnis für solche Sachen fehlt…
Gerade meinte c. allerdings, dass das Spiel höchstinfektiös sei und mich der Spieltrieb auch erfassen könnte. Ich bin da eher skeptisch.
Eigentlich bin ich ja auch ein Spieler, allerdings auf anderen Gebieten. Mein Betriebssystem (Gentoo Linux) ist sozusagen mein Spiel; auch da gibt es so eine Art „User Levels“: Erst muss man seinen Kernel bauen, sein X Window System konfigurieren usw. Ständig kommen neue Herausforderungen auf einen zu – spätestens mit jedem Update, was ja bei Gentoo sozusagen täglich möglich ist.
Das beschäftigt mich eigentlich genug, und ich muss nicht einen Avatar ständig durch eine Fantasie-Landschaft laufen lassen… Oder wo liegt der Reiz des Spiels?
Ich vermute mal, dass er einerseits (wie bei meinem Linux) darin besteht, ständig wieder auf einen höheren Level zu kommen (Erfolg!), und darin, in einer Gemeinschaft zu spielen, in der man dann (nicht zuletzt aufgrund des Levels) auch eine gewisse Anerkennung erfährt. (Das wäre eigentlich auch etwas für die frustrierte „Netzmeisterin“, von der ich neulich berichtet habe.)
Ich will aber nicht verkennen, dass die Grafik und die auch die Vielfalt der virtuellen Landschaften der Kriegskunst-Welt durchaus beeindruckend sind. Nur dieses ständige Herumgerenne ist irgendwie komisch…

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