Nicht auflegen, Urinstinkt

Berlin ist groß! Das merkt man besonders, wenn man mit dem Rad von Berlin-Schöneberg nach Berlin-Weißensee will und es ist draußen sehr heiß… Ich war bei einem Bekannten eingeladen, der direkt an der Grenze zwischen Weißensee und Prenzlauer Berg wohnt. Wir haben dort gemütlich auf dem Balkon gesessen, aber irgendwie fehlte es an gemeinsamen Gesprächsthemen. Da kann die Zeit ziemlich lang werden. Unterhaltsam war bloß, dass der Typ angefangen hat, seinen etwas überkandidelten hochdeutschen Akzent mit wat, dat, weeßte und zwee zu spicken, was völlig lächerlich klingt. Hiermit ergeht eine Bitte an alle zugereisten Neu-Berliner: Bitte nicht berlinern! Das klingt einfach nicht mit schwäbischem, rheinischen oder niederländischen Akzent.
Zum Glück konnte ich dann noch zwei Filme auf dem antiken Videobeamer des Berliner CCC genießen: Erst den wirklich tollen low-budget-Film Phone Booth, deutsch: Nicht auflegen oder französisch Phone Game (!) – außer in Kanada, wo auf den Franglais-Titel verzichtet wurde und der Film einfach La cabine heißt (schön sind die Kommentare auf der französischen Wikipedia-Seite). Sehr überzeugend switcht Colin Farrell vom Top zum Bottom (ob mir je jemand soviel Denglish verzeihen wird? Aber wie soll ich es sonst formulieren?). Den Film halte ich für unbedingt empfehlenswert. Es ist übrigens ein Realzeitfilm, was ich ja sowieso mag. 80 Minuten Spannung pur!
Anschließend gab es dann noch den Film Basic Instinct, der mich auf den zweiten Blick nicht mehr so sehr überzeugt hat. Der Soundtrack ist aufdringlich, die schauspielerische Leistung ist auch nicht überzeugend (außer vielleicht bei Sharon Stone, aber Marlene Dietrich konnte das besser!) und die Story ist ja wirklich etwas sonderbar. Toll ist lediglich die Autoverfolgung auf der Küstenstraße bei Sausalito, wenn man sie auf einer größeren Leinwand genießen kann. Ich bin da ja auch schon lang gefahren, allerdings im Minibus eines Altenheims, aber das ist eine andere Geschichte…

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