Saarbrücken und Metz

Am Mittwoch habe ich mit dem Fahrrad Saarbrücken etwas näher erkundet. Es gibt ganz nette Ecke in dieser Stadt; leider stört die ständige Präsenz der Bundesautobahn 620, die in der Innenstadt nahe der Saar ständig zu hören und teilweise auch zu sehen ist. Das ist wirklich eine Verschandelung, für die ich nur zwei Lösungen sehe: entweder die Autobahn in einen Tunnel verlegen oder abreißen!
Abends habe ich dann mit ein paar befreundeten Kollegen in Metz gegessen. Man musste ja die Nähe Frankreichs mal kulinarisch nutzen. Wir haben in dem kleinen Restaurant Le Bouchon in der Nähe des Platzes St. Jacques ein sehr gutes Drei-Gang-Menü für nur 13 Euro gegessen: ich hatte als Vorspeise einen salade fermière, eine Art Kartoffelsalat auf der Basis von Bratkartoffeln, dann ein faux-filet (also das Stück vom Rind, das in etwa unserem flachen Roastbeef entspricht) und schließlich als Nachspeise eine Waldbeeren-Sahneschnitte. Dazu gab es einen einfachen, aber durchaus akzeptablen Tischwein aus Okzitanien.
Das war schon ein Kontrastprogramm zum Essen am Vorabend. Ein Münchner Ästhet hatte nämlich ein Lokal in Saarbrücken vorgeschlagen, das auf den merkwürdigen Namen „Faro Belén“ hörte (womöglich eine Verballhornung des Ortsnamens Belém). Schon das konnte aufgrund der spanischen Orthografie eines portugiesischen Namens wenig Gutes bedeuten. Auch hatten die Europreise das Aussehen von DM-Preisen und der teure Wein kam schließlich in 0,1l-Gläsern. Zu allem Überfluss schwamm in meiner Sauce auch noch ein Fetzen der Plastikverpackung der zähen Kalbsnieren. Zum Glück konnte mich der Besuch Stiefel von der Qualität der Saarländischen Küche überzeugen (besonders empfehlenswert sind Gefillde, das sind Klöße mit Fleischfüllung).
Aber eigentlich wollte ich ja von Metz berichten: Wir schauten uns vor der Rückfahrt noch den Metzer Bahnhof an, der als Prunkbau des Wilhelminismus gilt. Kaiser Wilhelm II. hatte hier speziell für einen Besuch mit der so genannten Kanonenbahn in Lothringen, das damals zum Deutschen Reich gehörte, Prunkräume für den Bahnhof konzipiert, die leider für die Öffentlichkeit – und somit auch für uns – unzugänglich sind. Von außen erinnert der Bahnhof architektonisch etwas an das Neue Rathaus von Hannover, auch wenn er nicht so hoch ist.

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