Kurort Wedding

Unter dem Namen Kurort Wedding soll gerade der Berliner Stadtteil Wedding beworben werden. Das hat der Wedding eigentlich gar nicht nötig, denn inzwischen ist er schon sehr angesagt. Gestern hatte ich Gelegenheit, mich dort ein wenig umzusehen, denn ich bin für jemanden eingesprungen, zwei Stunden die Galerie Laine-Art zu beaufsichtigen, die ja durch die Kleinkunst-Truppe Brauseboys und den Gay Photo Award bekannt geworden ist. Ich fuhr also mit dem Fahrrad quer durch den Wedding, um beim Café Cralle den Schlüssel für die Galerie abzuholen. Das Café ist ein etwas alternativ angehauchtes Kiez-Café, so wie man es eher aus Berlin-Kreuzberg kennt: Die Barfrau kennt ihre Gäste, die direkt aus Herr Lehmann zu kommen scheinen. Dann fuhr ich durch die Hochstädter und die sehr lebendige Maxstraße zur Galerie und spielte zwei Stunden lang einen ehrenamtlichen Museumswärter. Es kam zwar kein Besucher, aber ich konnte in Ruhe die Bilder anschauen, Die Zeit und den aktuellen Têtu lesen, den ich mir aus Frankreich mitgebracht hatte, und schließlich mit meiner Ablösung noch einen Kaffee trinken, um dabei über Kunst, das Leben und Ofenbau zu plaudern.
Dann fuhr ich durch die mit Gaslicht beleuchteten Weddinger Straßen, die trotz der einbrechenden Herbstkälte noch mediterran wirkten nach Mitte und verbrachte noch einen netten Abend im CCCB bei Tortellini und Feigen.

2 Gedanken zu „Kurort Wedding“

  1. Ich glaube, es muss die Têtu heißen.

    Wenn ich das gewusst hätte, ich wäre ja mal vorbei gekommen. Es geht ja niemand mit mir im Wedding auf kulturelle Events.

  2. Klar, Zeitungen und Zeitschriften haben eine Tendenz zum Femininum, es sei denn, der Name ist (wie bei Têtu) deutlich Maskulinum, so sagt man zum Beispiel der Hinnerk, wie auf hinnerk.de belegt ist, und daher eben auch der Têtu, zumal es auch im Têtu eine Rubrik für Frauen gibt, die Têtue heißt.
    Wedding-Kultur: Wir können ja mal zu den Brause-Boys gehen.

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