Die andere Art von Sex

Ich glaube, in Steven Levys Buch Hackers: Heroes of the Computer Revolution habe ich zum ersten Mal vom Hacker Mode gelesen, obwohl mir das Phänomen schon längst bekannt war. Man kann es im Chaos Computer Club ständig beobachten: Um drei Uhr in der Nacht sitzen da die Nerds an ihren Rechnern und versuchen noch schnell irgendwelche Programme zu kompilieren oder zu debuggen. Das kann dann schon mal länger dauern. Manche vergessen dabei sogar, zu schlafen oder zu essen – oder sie essen zuviel (passiert mir eher).
Nachdem mir Tim den Floh ins Ohr gesetzt hatte, ich bräuchte unbedingt den Firefox 1.5_beta 1 (Deer Park), hab ich mich mal wieder ins Howto von Gentoo Linux eingelesen und mich daran gemacht, die Beta-Version von Mozilla Firefox zu installieren. Das dauerte natürlich etwas länger. Zum Glück war ich gestärkt durch Wuerfels Kohlrabi mit Stampfkartoffeln (sehr lecker!). Dazu gab es einen Sausenheimer Höllenpfad Dornfelder Rotwein von 1995 (jetzt trinken, er ist gerade reif), der mir auch sehr gemundet hat. Zum Glück verfiel nicht sehr viel Wein auf mich (dafür mehr Essen), so dass ich für den Bau der neuen Browserversion noch einen einigermaßen klaren Kopf hatte. Natürlich gibt es beim Kompilieren immer viel Leerlauf, so gönnte ich mir zwischendurch eine weitere Folge Seinfeld (The Hamptons mit dem Retro-Soundtrack der Beach Boys). Ich kann die Folge sehr empfehlen.
Wenn man dann das neue Programm und der neue Kernel läuft, gibt es ein unheimlich tolles Gefühl der Befriedigung, das so ein bisschen an das Gefühl erinnert, das sich nach gutem Sex einstellt. Daher meine Erkenntnis, die bestimmt schon jemand anders hatte: Hacking – The other kind of sex. Das gleiche Gefühl tritt natürlich auch ein, wenn man ein Manuskript fertig gestellt oder ein anderes vertracktes Problem gelöst hat. Möglicherweise ist das ja auch der Grund, warum Hacker, Wissenschaftler, Schriftsteller und andere, die regelmäßig in den Hacker-Modus verfallen, eine gewisse Tendenz zur Asexualität haben.
(Ja, ich weiß – man darf nicht verallgemeinern – und es stimmt auch so pauschal nicht, wie man nicht zuletzt bei Su-shee lesen kann; ich muss eh ins Bett, denn ich schreibe schon Dornfeld statt Seinfelder und anderen Unsinn.)

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