Umleitung über Merseburg und Leuna

Wegen eines „Personenschadens“ wurde mein InterCityExpress zwischen Leipzig und Naumburg umgeleitet und zwar knapp vorbei an Halle (Saale) und über Merseburg. Was des einen Leid, ist des anderen Freud: Da es sich bei der Umleitung nicht um eine Schnellstrecke handelte, gewährte mir die Deutsche Bahn in ruhiger Fahrt ein paar interessante Einblicke in mehr oder weniger blühende Landschaften, während sie mich über meine Kopfhörer gleichzeitig mit klassischer Musik berieselte (und das noch im Panoramawagen an der Spitze des Siemens Venturio). Zuerst ging es entspannt langsam durch so manche Hallenser Vororte, von denen mir jetzt nur Halle-Ammendorf namentlich in Erinnerung geblieben ist. Hier sieht man so manche Industrieruine. Dann ging es direkt durch Merseburg (auch hier sah man die eine oder andere Ruine). Den berühmten Merseburger Dom habe ich aus dem Zug leider nicht entdecken können. An Merseburg habe ich aufgrund einer leider verflossenen Liebschaft besonders angenehme Erinnerungen, obwohl ich die Stadt selbst noch nicht besucht habe. Das furiose Finale war die weitere Strecke, die mitten durch die schier endlosen Industrieanlagen von Leuna führte, um bei Großkorbetha wieder die Stammstrecke zu erreichen. In der spätnachmittäglichen Sonne folgte das pittoreske Saale-Tal mit der Rudelsburg und Burg Saaleck und schließlich der Thüringer Wald, wo es schon mächtig herbstelte. Hier gönnte ich mir Schuberts « Moments musicaux » und den ebenfalls sehr klassisch angehauchten Soundtrack des Films 23.

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