Baden, Baader, Brick

Am Sonntagnachmittag habe ich eine neue Badeerfahrung in Berlin gemacht: Ich habe in Berlins größtem See, dem Müggelsee gebadet. Das Nordufer ist ganz lauschig, aber der See ist sehr weit sehr flach, wie man sogar auf den Satellitenfotos bei Google Earth sehen kann. Anschließend habe ich noch zwei Filme für einen sonntäglichen Videoabend besorgt, nämlich Baader und Nosferatu – Phantom der Nacht. Der Film über Andreas Baader ist ziemlich schwach. Das Drehbuch, das sich dokumentarisch gibt, aber ziemlich fiktiv ist, reduziert die Geschichte auf ein Räuber und Gendarm-Spiel mit unplausiblen Wendungen. Die Schnitte sind abrupt und unmotiviert. Oft sind die Personen nicht richtig im Bild und die Kamera wackelt. Diesen Film sollte man sich besser gar nicht erst ansehen und auf die Verfilmung von Stefan Austs Buch Der Baader-Meinhof-Komplex warten.

Dann schlug einer der anwesenden Videasten vor, als zweiten Film Brick, einen neuen US-Film zu sehen (imdb-Eintrag, Website). Der Film lohnte tatsächlich: Das Drehbuch gehört eigentlich zu einem Film noir, wie übrigens auch die hervorragende Filmmusik, der Geschichte ist allerdings ins High School-Milieu in Kalifornien versetzt worden, wodurch ein interessanter Verfremdungseffekt eintritt. Das ist besonders bemerkenswert, wenn die harten Kerle ihre Drinks (in Form von Saft und Milch) bei Muttern trinken. Großes Kino – auch wenn der Geschichte manchmal etwas Plausibilität fehlt. Da in dem Film sehr viel geredet wird und vieles sich nur aus den mündlichen Berichten erschließen lässt, empfiehlt es sich, den Film (auf Englisch) mit Untertiteln zu sehen oder die Handlung bei Moviespoiler mitzulesen.

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