CSU im Grunde gegen Videoüberwachung?

Nachdem der CSU-Generalsekretär Markus Söder gestern in der Tagesschau über die Vorteile der Videoüberwachung sinniert hatte (Beitrag, Diskussion), schloss er seine Ausführungen mit den folgenden Worten:

Insofern gibt es überhaupt keinen Grund, der dagegen sprechen könnte, nicht eine Videoüberwachung zu machen.

Moment, nicht eine bedeutet ,keine‘, also spricht nichts dagegen, keine Videoüberwachung zu machen, oder noch anders formuliert: es spricht nichts dagegen, auf Videoüberwachung zu verzichten. Ob das ein Freudscher Versprecher war? Ich vermute ja, dass auch führende CSU-Politiker schlau genug sind, zu verstehen, dass Videoüberwachung kein einziges Attentat verhindern konnte noch können wird, schon gar kein Selbstmordattentat. Lediglich bei der Aufklärung von Attentaten könnten sie hilfreich sein, aber sie bieten keinen Schutz vor Attentaten, wie man uns glauben lassen will. Mehr allgemeine Aufmerksamkeit, mehr Personal auf Bahnhöfen und in Zügen (damit sind keine Gorillas gemeint, sondern echte Dienstleister) wäre viel wirkungsvoller und würde zudem die Bequemlichkeit der Reisenden steigern. Die Tagesschau-Journalisten scheinen das verstanden zu haben, denn sie stellten die Meinung des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar hinter die CSU-Meinung. Da kann man hoffen, dass sich eine kritischere Haltung zur Videoüberwachung auch sonst verbreitet.

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