Portugal – erste Eindrücke

Seit gestern bin ich in Portugal, und zwar in Braga, um an einer Tagung teilzunehmen. Es ist mein erster Besuch in Portugal. Daher will ich meine ersten Eindrücke mal zusammenfassen: Ich war doch sehr überrascht, als ich in Porto gelandet bin, denn der hochmoderne Flughafen, die hypermoderne Metro do Porto und der blitzblanke und geräumige Pendlerzug der Caminhos de Ferro Portugueses mochten sich gar nicht mit meinen Vorstellungen decken. Das Land ist wirklich enorm modernisiert worden. Ich merke, dass wir in Deutschland da etwas nachhinken. Kein Wunder, dass wir so hohe Arbeitslosenzahlen haben. In Portugal sieht das sicher besser aus. Dort stehen auch im Flughafen überall uniformierte Helfer bereit, die einem an den Fahrkartenautomaten helfen und einem erklären, wie man zurecht kommt und dabei gern ihre Englischkenntnisse zur Schau stellen, die allerdings nicht immer überragend sind. Es wird einem aber selten Gelegenheit gegeben, sein Portugiesisch zu erproben – jedenfalls in den genannten Situationen.

Womit wir beim Thema Sprache wären. Portugiesisch ist eigentlich nicht besonders schwer, wenn man schon ein paar romanische Sprachen beherrscht. Jedenfalls lese ich alles ziemlich problemlos und kann auch meine Wünsche zum Beispiel beim Einkaufen artikulieren. Schwer fällt es mir allerdings, die Leute zu verstehen. Die Phonologie ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Die Regeln sind mir zwar klar, aber schließlich klingt alles für mich immer noch sehr unverständlich. Brasilianisches Portugiesisch verstehe ich deutlich besser, und heute habe ich zwei Vorträge auf Galizisch gehört, das praktisch identisch mit dem Portugiesischen ist, nur anders ausgesprochen wird, und ich konnte beide Vorträge völlig problemlos verstehen. Als dann aber beim letzten Vortrag Fragen auf Portugiesisch gestellt wurden, war ich mit „meinem Latein“ mal wieder am Ende – zumindest was die Fragen anging. Ich denke, ich muss mich einfach noch ein bisschen einhören, dann geht es sicher besser.

2 Gedanken zu „Portugal – erste Eindrücke“

  1. Beneidenswert deine Sprachkenntnisse…während unser einer über Englisch und Latein nicht weiter hinausgekommen ist. Heute frage ich mich “sowieso”, wozu ich das Grosse Latinum habe, da wäre eine lebende Sprache wie Spanisch oder Portugiesisch viel besser gewesen. Typisch deutsches Gymnasium, da ist doch einiges “dabei”, was man später nicht gebraucht und dafür fehlt anderes, wie beispielsweise Praxiserfahrungen bei Kleinstreparaturen an Autos, Spül- und Kaffeemaschinen, usw. (“was jeden später im Alltag erwartet”, wie ich gestern noch feststellen durfte, als unsere Spülmaschine den “Geist” aufgegeben hat).

    Auf jeden Fall Portugal ist schön, da war ich einmal vor 10 Jahren an der Allgarve. Ein sehr schönes Land…

  2. Angeblich soll der Norden Portugals noch schöner sein, ich kann das aber nicht beurteilen, weil ich ja nur im Norden war und den Süden bzw. die Algarve nicht kenne.

    Dass “Kleinstreparaturen” ein gutes Unterrichtsfach für die Schule sein könnte, wage ich eher zu bezweifeln…

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