Portugiesen

Auch heute geht wieder ein anstrengender Tag zu Ende. Das warme Wetter und die Tagung, bei der ich ständig zwischen zwei bis drei Fremdsprachen hin- und herwechseln muss, sorgen dafür, dass ich abends immer ziemlich müde bin. Hinzu kommt die Zeitverschiebung. Daher muss ich mich heute mal kurz fassen, obwohl es wieder viel Berichtenswertes gibt. Ich bin ja kein Freund von Stereotypen, aber ich möchte doch mal ein paar Beobachtungen über „die Portugiesen“ loswerden: Insgesamt sind die Leute, mit denen ich hier bisher zu tun hatte, alle sehr freundlich und hilfsbereit und haben sehr viel Ruhe und Geduld. Selbst als ich in der Rushhour mit der Metro do Porto gefahren bin, wurde da nicht gedrängelt und niemand schien sich besonders zu beeilen. Daher entstand bei mir der Eindruck, dass ich mich gar nicht in einer Großstadt befände. In Portugal sterben bestimmt nicht viele Menschen an Herzinfarkt. Eine gewisse Gelassenheit oder Ataraxie ist bei der Hitze hier auch ganz angemessen. Dementsprechend kleiden sich die Leute auch sehr leger. Ich habe selten so viele Männer mit kurzen (in der Regel dreiviertellangen) Hosen gesehen wie hier. Dabei fiel mir auf, dass die meisten portugiesischen Männer sehr stark behaarte Beine habe, meist schon in jungen Jahren. Behaarte Männerbeine sind ja eigentlich nichts Besonderes, aber wenn die Haare schon Locken bilden, fällt die Behaarung sehr auf.

Im Supermarkt sieht man oft Waren, die auch griechisch beschriftet sind, was mich wundert, denn Griechenland ist ja weit weg. Ansonsten kaufen die Leute hier wohl vor allem in kleinen Geschäften. Morgens reinigen deren Inhaber den Gehweg vor ihrem Laden. Überhaupt ist man hier sehr reinlich. Man sieht wenige Raucher, und meistens sind sie älter oder Frauen. In Kneipen und Restaurants scheint grundsätzlich Rauchverbot zu herrschen, denn wenn man mal jemanden rauchen sieht, dann bestenfalls auf der Straße. Das Essen ist sehr preisgünstig und immer sehr lecker, aber auch sehr nahrhaft, denn es werden Unmengen von Olivenöl verwendet. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum eine gewisse Neigung zum Bauchansatz zu beobachten ist.

3 Gedanken zu „Portugiesen“

  1. Kleiner Nachtrag: Inzwischen habe ich auch Kneipen gesehen, in denen Aschenbecher stehen. Jedoch hält man sich allenthalben mit dem Rauchen sehr zurück.

  2. Hallo Maha.
    lustig, dass du gerade in Porto bist. Ich verbringe mein Auslandsjahr, bzw. eigentlich nur 10 Monate, suedlicher und zwar in der Naehe von Figuera-da-Foz, direkt an der Kueste. Viele Gruesse und até breve – Cornelius

  3. Ja, ich wusste ja, dass du nach Portugal gehst (sorry, ich konnte aufgrund eines anderen Termins nicht zu deiner Party kommen), und habe auch an dich gedacht, als ich mich wieder auf den Rückweg gemacht habe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.